Quelle: zeit-fragen.ch
Nach einer neueren Untersuchung im Mittelstandsinstitut Hannover spielt für die Arbeitnehmer das Existenzsicherungsziel eine um so grössere Rolle, je älter sie werden. Staatliche oder private Alterssicherung ist deshalb nicht nur das grosse Geschäft der Vermögensverwalter, sondern die privaten Dispositionen werden auch immer wichtiger, seit sich der grosse Boom verflüchtigt und wir erstmalig wieder mit einer grösseren Rezession rechnen müssen.
In dem Buch «Was tun, wenn der Crash kommt?» (Olzog Verlag) hat eine Arbeitsgruppe des Mittelstandsinstituts die Zustände in einer neuen Weltwirtschaftskrise ausgemalt und dabei insbesondere auch die Alternativen der Alterssicherung auf ihre Krisenbeständigkeit untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend und sollten von allen zur Kenntnis genommen werden, die in irgendeiner Form Alterssicherung betreiben:
Gesetzliche Renten
Bei den gesetzlichen Renten gibt inzwischen sogar die Regierung zu, dass diese künftig nur noch Grundsicherung bleiben könnten, weil jedes Umlagesystem mit immer mehr Rentnern bei immer weniger Erwerbstätigen zusammenbrechen muss. Schuld hat aber die Regierung selbst: Sie hat die Leistung der Mütter seit 30 Jahren diskriminiert. Wer sich als Frau der Erziehung mehrerer Kinder widmet, bekommt dafür keine Rente. Wenn sich jedoch eine Frau den Mühen der Kindererziehung entzieht und statt dessen die oft einfachere beitragspflichtige Fremdarbeit leistet, bekommt sie volle Rente. Für ein Ehepaar bedeutet dies: Mit einem Verdiener und Kindern muss man lebenslang sparen und hat auch im Alter nur eine Rente; – Doppelverdiener dagegen leisten sich lebenslang allen Luxus und bekommen sogar noch von den Kindern der Einverdienerhaushalte nachher zwei Renten. Kindererziehung wird also rentenbestraft, Kinderverhinderung dagegen prämiert.
Dass dies nicht gutgehen konnte, war theoretisch von Anfang an klar, ist jetzt sogar den Sozialfunktionären klargeworden. Kürzungen von Renten wird ein Dauerthema bleiben. Dabei werden aber ungerechterweise wieder alle Renten gekürzt, statt nur denen, die nur Beiträge geleistet, nicht aber für ihre Regeneration mit eigenem Nachwuchs gesorgt haben, auch nur die halbe Rente zu geben, weil sie ja auch nur die Hälfte der Rentenvoraussetzungen erfüllt haben.
Das Rententhema wird also in den nächsten Jahren politisches Dauersparthema bleiben, die Rente ständig abgesenkt werden und die Staatsrente immer mehr ihren Alterssicherungscharakter verlieren. Gerade deshalb empfehlen ja die Sozialpolitiker bereits die Aufstockung mit einer privaten Alterssicherung...








