:: Weltweit zu viel Geld ::

· tar, den 27.07.08 in Deutschland, Krise, Liberalismus, Lügen, Medien, Probleme, Soziales, Wirtschaft

Quelle: handelsblatt.com

Wenn Experten sich streiten, liegt es oft daran, dass sie Begriffe unterschiedlich definieren. Zurzeit wird das besonders deutlich bei der Inflation, die als Schreckgespenst für Verbraucher, Investoren und Geldpolitiker spürbar wird. Dabei sollten Geldpolitiker nicht der Versuchung erliegen, diese Gefahr einfach wegzudefinieren, sondern deutlich genug darauf reagieren.

Fasst man den Begriff Inflation sehr eng, bedeutet er eine Steigerung fast aller Verbraucherpreise auf breiter Front. Die Logik dahinter: Nur in diesem Fall ist die Geldpolitik Ursache des Problems, und deswegen kann sie auch nur in diesem Fall Einfluss nehmen. Steigen dagegen einzelne Preise, etwa die der Rohstoffe, dann hat das "reale" Ursachen, die die Notenbanken kaum beeinflussen können. Häufig spielt in diesen Fällen auch das Ausland eine große Rolle. Bei hohen Ölpreisen etwa fließt eine Menge Kaufkraft von den Industrieländern in den Nahen Osten. Mit der amerikanischen oder europäischen Geldpolitik hat das zunächst wenig zu tun.

Nach dieser Definition müssten wir uns zurzeit wenig Sorgen machen. Denn es steigen durchaus nicht alle Preise. Wir haben also so gesehen kaum Inflation, sondern spüren einfach die wachsende Nachfrage der Schwellenländer nach Rohstoffen...



Kommentare:

  • Inflation ist eng gefasst die Ausweitung der Geldmenge ohne Güterströme, die beträgt in Dtld. im Durchschnitt 9-11% per anno und wird durch die Herausgabe von EZB-Geld an die Geschäftsbanken erzeugt. Preissteigerungen oder Teuerungen haben in normalen Zeiten ihre Ursache in den Zinsen. "Die Preise müssen steigen, damit die Kaufleute ihre Zinsen zahlen können" (Gesell) In Zeiten, wie den jetzigen mit monopolartigen Händlerstrukturen werden die Teuerungen an den Terminbörsen erzeugt.


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