Quelle: woz.ch
Die Immobilienkrise machte Millionen Familien obdachlos. Jetzt wird mit Notdarlehen das grosse Geschäft gemacht. Die Zinsen sind enorm. Die Verschuldungsspirale dreht sich immer schneller.
Das geborgte Leben ist in den USA die normalste Sache der Welt. AmerikanerInnen erstehen alles auf Kredit: das Haus, das Auto, das Studium, die Hochzeit und die Scheidung, Essen und Kleidung, ja sogar die Arztrechnung und die Bestattungskosten werden so bezahlt. Das Realeinkommen ist bloss ein Budgetfaktor unter anderen. Daneben belehnen die meisten mit unverwüstlichem Optimismus das Potenzial der Zukunft.
Frühere Generationen haben wenn möglich einen Sparbatzen für kommende schlechtere Zeiten oder das Alter beiseite gelegt. Die AmerikanerInnen von heute beziehen einen immer grösseren Vorschuss auf kommende bessere Zeiten. Da aber jeder mal krank oder alt wird - jedenfalls fast jeder -, während nur die wenigsten Tellerwäscher den Aufstieg zum Millionär oder auch nur in die Mittelklasse schaffen, ist es eine buchhalterische Tatsache, dass diese Leihrechnung auf Dauer nicht aufgeht. Wenn die erste Schuld fällig wird, braucht es einen nächsten Kredit, dann den übernächsten ...
Die Schuldenuhr kann nicht mehr
Seit ein paar Jahren ist die Sparquote in den USA negativ. Das heisst: Die Leute geben auf Dauer mehr aus, als sie einnehmen - das letzte Mal haben die BürgerInnen der USA vor der Grossen Depression, der Weltwirtschaftskrise der dreissiger Jahre, dermassen von ihren finanziellen Reserven gezehrt oder viel mehr Schulden gemacht...







