:: Tag der Abrechnung ::
Quelle: sueddeutsche.de
Showdown bei der IKB: Die Aktionäre der Krisenbank fallen über den Aufsichtsrat her, der Versammlungsleiter dreht Kritikern den Ton ab - und löst so einen Tumult aus.
Nichts ist heute so, wie es bei der IKB Deutsche Industriebank immer war. Früher gab es keine Schlangen vor den Türen der Düsseldorfer Stadthalle, wenn die Mittelstandsbank zur Hauptversammlung rief. Früher liefen nicht überall Sicherheitsleute rum. Früher gab es nicht schon nach wenigen Minuten aufgeregte Zwischenrufe der Aktionäre.
Früher, das war, bevor die IKB im Juli 2007 unter der Last amerikanischer Ramschkredite zusammenbrach und von der Großaktionärin KfW und den Bankenverbänden aufgefangen wurde.
Die Aktionäre wollen die Schuldfrage klären
Die dunkelgrünen Pflanzen am Fuße des Podiums haben etwas von Friedhofsdekoration. Und Grabesstimmung herrscht im Publikum, als Ulrich Hartmann, der frühere Eon-Chef und heutige Aufsichtsratschef der IKB, zu seiner Rechtfertigungsrede ansetzt. Er will erklären, warum der Aufsichtsrat von dem Notstand der Bank genauso überrascht wurde wie die Aktionäre. Zweifel daran gibt es jedoch sogar in der Bundesregierung, die über Jörg Asmussen - einem der engsten Mitarbeiter von Finanzminister Peer Steinbrück - selbst im Aufsichtsrat vertreten ist. Deshalb hat der Bund noch zwei Tage vor der Hauptversammlung beschlossen, über die KfW eine Sonderprüfung zu beantragen und die Entlastung des Aufsichtsrates zu verschieben. Hartmann schließt sich der Empfehlung an, "um das Verhältnis zu den Aktionären nicht weiter zu belasten‘‘...







