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Quelle: jungewelt.de
Berlin, Juni 1948 – die Währungsteilung und die sogenannte Luftbrücke
Die Aufschrift auf den plombierten Kisten versprach Hochprozentiges: »Whiskey«, »Gin« oder »Brandy«. Der Inhalt aber sollte die Menschen auf andere Art berauschen. In den Behältnissen befanden sich 250 Millionen Mark einer neuen Währung, eingeflogen nach Berlin und entladen auf dem Flughafen Tempelhof am 23. Juni 1948. Eine Währungsbombe, die die Vier-Sektoren-Stadt endgültig in Stücke reißen sollte.
Knapp drei Jahre zuvor, am 2. August 1945, hatten die Vertreter der Kriegsalliierten UdSSR, USA und Großbritannien im Abkommen von Potsdam vereinbart: »Während der Besatzungszeit ist Deutschland als eine wirtschaftliche Einheit zu betrachten.« Und präzisiert: »Mit diesem Ziel sind gemeinsame Richtlinien aufzustellen hinsichtlich (...) der Währung und des Bankwesens«.
Das Potsdamer Abkommen mußte bei Kriegsgewinnlern, Großkonzernen und Hitler-Sponsoren kalten Angstschweiß hervorgerufen haben. Die Konsequenzen für die im Krieg besiegte herrschende Klasse Deutschlands sollten weitreichend sein. Konrad Adenauer, vier Jahre später erster Bundeskanzler des abgespaltenen deutschen Weststaates, malte in seinen »Erinnerungen« die Konsequenzen der Potsdamer Beschlüsse in düsteren Farben: »Wären diese Beschlüsse wirklich durchgeführt worden (...), wären auch die drei westlichen Zonen, also ganz Deutschland, kommunistisch geworden.« Das aber wollten weder die Westmächte noch ihre deutschen Gefolgsleute.
Ein zentraler Punkt für die Neuordnung Deutschlands war zweifellos eine Währungsreform samt dem dazugehörigen Bankwesen...







