Quelle: ftd.de
Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (Sepa) sollte nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) helfen, die Europäer allmählich von ihrem massiven Gebrauch von Bargeld abzubringen. Denn er verursacht hohe Kosten.
"Sepa wird nicht automatisch das Zahlungsverhalten verändern. Aber Sepa ist eine Gelegenheit, auf die Probleme von zu hohem Bargeldgebrauch hinzuweisen", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell der FTD.
"Viele Länder benutzen zu viel Bargeld. Das bedeutet Kosten für die Gesellschaft", sagte sie. Unmittelbar vor dem heutigen Start der ersten Sepa-Phase deutete Tumpel-Gugerell, die das Thema im EZB-Direktorium verantwortet, aber an, dass die Entwöhnung ein langer Prozess wird. "Wir erwarten nicht, dass wir in den nächsten 20 Jahren eine Gesellschaft bekommen, in der überhaupt kein Bargeld mehr benutzt wird", sagte sie. Die vollständige Verbannung von Bargeld sei aber auch nicht das Ziel - nicht zuletzt, weil etwa jene ohne Bankkonten davon abhängig seien.
Die anhaltende Vorliebe der Europäer für Bargeld ist zu einem der meistdiskutierten Themen vor allem in der Euro-Zone geworden. Die Zahl der Euro-Banknoten wächst nach wie vor sehr rasant. Sie übersteigt inzwischen sogar jene der im Umlauf befindlichen Dollar-Banknoten. Laut EZB werden in Europa heute noch sechs von sieben Zahlungen mit Bargeld getätigt...







