Quelle: spiegel.de
"Klimakiller", "Giftschleudern": Umweltschützer kämpfen mit drastischem Vokabular gegen propangasbetriebene Heizpilze. Wer trotzdem einen Outside-Ofen betreiben will, kann jetzt bei Umweltschützern gut Wetter machen: Mit dem Programm "Ein Pilz – ein Baum".
Der Kampf gegen den Klimawandel wird gern mit großen Worten geführt: "Segen oder Fluch - brauchen wir in Berlin Heizpilze?", so der Titel eines "öffentlichen Podiumsgesprächs", zu dem die Initiative "Prost Klima" gerade geladen hat. Auf der Gästeliste: "Die wichtigen Wortführer der Berliner und bundesdeutschen Heizpilzdebatte."
"Das ist schon alles ein bisschen absurd", sagt Michael Näckel, der zu dem illustren Kreis gehört. Der Bezirksleiter des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) für den Stadtteil Friedrichshain/Kreuzberg kam an der Teilnahme kaum vorbei, denn die Antiheizpilzbewegung in der Hauptstadt wird zum Entsetzen des Restaurantbetreibers größer und größer.
Und auch in anderen Orten Deutschlands ist in diesem Winter ein erbitterter Streit um die großen, propangasbetriebenen Wärmestrahler entbrannt, die seit einigen Jahren auf Kneipenterrassen und an Weihnachtsmarktständen für kuschelige Wärme sorgen. Von "CO2-Schleudern", "Giftpilzen" und "Klimakillern" ist die Rede. In Mühlheim, Landsberg und Karlsruhe fordern die Grünen vom Stadtrat Aufklärungskampagnen und wenn es sein muss, ein Verbot. In Wiesbaden appellierte die Umweltdezernentin Rita Thies öffentlich, auf die "unerfreuliche Modeerscheinung" zu verzichten; in Marburg kündigte der Grüne Bürgermeister Franz Kahle an, die Energie fressenden Außenheizer notfalls über das Denkmalrecht verbieten zu lassen. In Hamburg hat das Eimsbüttler Bezirksamt bereits beschlossen, keine Genehmigungen für die Wärmestrahler mehr auszustellen...







