:: Informationen ::
Ich werde versuchen, die derzeitige, prekäre Lage so knapp wie möglich darzustellen, daher könnte es eventuell zu Verständnisproblemen kommen. Daher bitte mehrmals durchlesen, um den Inhalt auch wirklich zu begreifen.
1. Die derzeitige Lage
2. Die Gründe dafür
3. Die Perspektiven
4. Vorschläge zur Änderung des Finanzsystems
5. Die Lösung verkürzt dargestellt
6. Weiterführende Informationen
7. Filme
Es gibt eine ungleiche Verteilung des Gesamtvermögens (10% besitzen knapp 60%) durch die Akkumulation des Geldes, die durch die stets positive Guthabenverzinsung hervorgerufen wird. Aufgrund dessen, sowie der ausschließlich durch Kredite ermöglichten Gelderzeugung wird eine stete Umschuldung und Wirtschaftswachstum erzwungen, womit auch die Geldmenge aufgebläht wird.
Die Spekulationsrisiken einer immer höher erwartenden Rendite fördern die Ausbeutung des Menschen und des Planeten und erzeugen illusorische Luftblasenwerte, die ab einer bestimmten Ausbeutungsgrenze schlicht zerplatzen, da man die immer höher geforderte Rendite irgendwann nicht mehr bedienen kann. Dazu braucht man sich nur einmal die Zinseszinsfunktion näher anzuschauen, die exponentielles Wachstum hervorruft.
Es gibt derzeit lediglich drei Institutionen, die Geld überhaupt schaffen können:
- die Zentralbanken (Notenbanken)
- die Geschäftsbanken
- die Bundesbank
Nichtbanken (also Privatpersonen, Unternehmen und der Staat) besitzen in der Regel ein Konto bei Geschäftsbanken mit Buchgeld (Giralgeld).
Geschäftsbanken wiederum besitzen ein Konto bei der jeweiligen Zentralbank mit Zentralbankguthaben, das rechtlich gesehen das eigentlich einzig gültige Geld darstellt, während Giralgeld lediglich Forderungen auf richtiges Geld sind und von uns Menschen auf Vertrauensbasis wie richtiges Geld behandelt wird.
Geschäftsbanken dürfen nun bis zum 50fachen ihres Zentralbankguthabens als Kredit an Nichtbanken vergeben. Dies nennt man Mindestreserve. Diese liegt derzeit bei 2%. Daraus folgt, dass das Buchgeld der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken die Mindestreserve der Geschäftsbanken bei den Zentralbanken nicht um das 50fache übersteigen darf.
Dabei wird Geld immer per Kreditanfrage geschaffen. D.h. wenn eine Geschäftsbank sich bei der Zentralbank refinanziert, weil sie eine höhere Mindestreserve benötigt, so schafft die Zentralbank in diesem Augenblick Guthaben auf dem Zentralbankkonto der Geschäftsbank.
Dasselbe findet bei der Kreditvergabe an Nichtbanken statt. Wenn also Heike Schmidt zu einer Geschäftsbank geht und einen Kredit nachfragt, schöpft die Geschäftsbank diesen Kredit vollständig aus dem Nichts im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten.
Die Bundesbank besitzt nun noch das Münzrecht, welches aber weitgehend unbedeutend für die momentane Krisenerscheinung ist.
Nun ist klar, dass Geld derzeit überwiegend über Kreditfinanzierungsgeschäfte geschaffen wird. Dies bestätigen auch Bankiers:
Robert Hemphill (Kreditmanager der Federal Reserve Bank, Atlanta, Ga.)
Quelle: quotes.liberty-tree.ca„Wenn alle Bankdarlehen bezahlt werden würden, könnte niemand ein Bankguthaben haben, und es wäre nicht eine Dollar-Münze oder Währung im Umlauf. Ein entsetzlicher Gedanke. Wir sind völlig abhängig von den Geschäftsbanken. Jeder Dollar der umläuft, sei es als Bargeld oder Buchgeld, muss von jemandem geborgt sein. Wenn die Banken reichlich Geld aus dem Nichts erzeugen, geht es uns gut, wenn nicht, verhungern wir. Wir haben absolut kein dauerhaftes Geldsystem. Wenn man das erst einmal wirklich verstanden hat, erscheint das Absurde dieser hoffnungslosen Situation fast unglaublich, aber so ist es. Es ist wohl der wichtigste Sachverhalt, über den intelligente Menschen sich jetzt klar werden und nachdenken müssen. Es ist so wichtig, dass ein Zusammenbruch unserer gegenwärtigen Zivilisation auf dem Spiel steht, wenn es nicht allgemein verstanden wird und die Fehler rasch korrigiert werden.”
Otmar Issing (ehemaliger Chefvolkswirt & ehemaliges Direktoriumsmitglied der EZB)
Quelle: Einführung in die Geldtheorie, S. 58„Da aus dem Verkauf von Devisen (oder Gold) an die Notenbank keine Rückzahlungsverpflichtung der Geschäftsbanken resultiert, liegt (aus inländischer Sicht) eine nicht-kreditweise Schaffung von Zentralbankgeld vor. In allen übrigen Fällen - ausgenommen die 'Erstausstattung' mit Zahlungsmitteln nach einer Währungsreform - läßt sich die Entstehung von Zentralbankgeld auf eine Kreditgewährung von Seiten der Notenbank zurückführen.”
Da derzeit aber jeder Kredit (und damit jedes Guthaben) positiv verzinst wird, stellt sich die Frage nach der Finanzierung des Zinses. Denn wenn die Zentralbank oder die Geschäftsbank jeweils nur den Kredit schafft, woher soll dann die Geschäftsbank oder die Nichtbank den Zins bezahlen, der eben nicht mit geschaffen worden ist?
Ganz einfach: über eine Neukreditaufnahme bzw. Diskontierung. Man könnte auch Umschuldung oder Zession dazu sagen.
Das bedeutet allerdings, dass es ständig Nachschuldner bedarf, um laufende Kredite tilgen bzw. bedienen zu können. Dazu genügt es bereits, die Kreditvergabe der Zentralbank an eine beliebige Geschäftsbank nachzuvollziehen. Ausschließlich die Zentralbank hat die Möglichkeit Zentralbankguthaben zu erschaffen. Die Geschäftsbank kann also ihren laufenden Zentralbankkredit nur vollständig samt Zinsen tilgen, wenn sie letzlich einen Folgekredit aufnimmt.
Zwischen den Geschäftsbanken und Nichtbanken gibt es allerdings eine weitere Möglichkeit der kompletten Schuldentilgung, da hier die Geschäftsbank auch als Nichtbank fungieren kann, indem sie die Zinseinnahmen als laufende Kosten (Personal, Miete, Strom, etc.) wieder in Umlauf gibt und somit den Kreditnehmern ermöglicht, den Zins zu bezahlen. Dabei muss der Zins von der Geschäftsbank allerdings vollständig wieder zurückgeführt werden, was der Realität natürlich so nicht entspricht.
Hier stoßen wir auch auf die eigentliche Wurzel des Übels. Sobald ein Kreditteilnehmer Geld spart, also hortet und damit dem Umlauf entzieht (Achtung: Sparen ist nicht investieren und auch nicht spekulieren!), wird anderen Kreditnehmern die Möglichkeit genommen, ihre Kredite vollständig zu bedienen.
Die Folge: Es mangelt an Geld und es werden neue Kredite in Höhe des Sparvolumens und der Guthabenverzinsung benötigt. (Nachweis)
Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nun inder Ausweitung der Geldmenge die Lösung des Problems und strebt aufgrunddessen eine jährliche Inflationsrate in Höhe von 2% an.
Dies führt aber nur zu weiteren Problemen, denn es müssen ja ständig 2% mehr Kredite nachgefragt werden als im Jahr zuvor und somit muss, damit diese Kredite natürlich auch bedient werden können, die Wirtschaft um 2% im Bezug zum Vorjahr wachsen. Hier kommt die eigentliche Exponentialfunktion zum tragen, die in einer endlichen Welt unmöglich real umzusetzen ist und unweigerlich zum Kollaps führen muss.
Denn man kann nun womöglich die Produktivität erhöhen, aber nur wenn auch der Absatz der Produkte sich ständig erhöht oder zumindest gleichbleibt. In der realen Marktwirtschaft allerdings, tritt nach einem gewissen Zeitraum zwangsläufig eine Marktsättigung ein und der Absatz wird rückläufig. So braucht bspw. die Masse der Menschen keine 20 Privatfahrzeuge.
Neben dieser inflationären Erscheinung wird auch die Senkung der Kaufkraft nicht gerecht wieder umverteilt. D.h. dass aufgrund der Guthabenverzinsung der Sparvermögen das Geld zu den Wohlhabenden umverteilt wird und damit tritt die oben genannte Vermögensakkumulation ein.
Es wird eine weitere, breite Verarmung des Großteils der Bevölkerung einsetzen. Der Mittelstand wird praktisch ausradiert. Würde man den Kapitalismus konsequent bis zum 'Ende' gehen, gäbe es einen einzigen Monopolisten, dem alles gehört.
Die derzeitige Finanzkrise ist die Konsequenz aus Fehlspekulationen zur Erbringung der höchstmöglichen Rendite. Es wird weiterhin zu massiven Abschreibungen kommen, infolge dessen einige Großbanken kollabieren und hunderte kleinerer Banken folgen werden. Die Konsequenzen sind Deflation, Bürgerkrieg und höchstwahrscheinlich ein 3. Weltkrieg. Die Reihenfolge spielt dabei keine Rolle.
David Rockefeller in einer Ansprache bei der UN, Sept. 14, 1994
Quelle: wikipedia.org„Wir stehen kurz vor einer weltweiten Umformung. Alles, was wir benötigen, ist die richtige bedeutsame Krise und die Nationen werden die Neue Weltordnung bejahen.” (sinngemäße Übersetzung)
4. Vorschläge zur Änderung des Finanzsystems
Es gibt mehrere Ansätze und nach längerer Überprüfung vereinigt die Freiwirtschaft als einzige Alternative die Vorteile der Marktwirtschaft (Regelung durch Angebot & Nachfrage), sowie des Sozialismus', ohne in die Rechte der Privatperson einzugreifen, indem jeder soviel Geld emittiert, wie er für sich selbst als nötig erachtet und auch decken kann.
Es gibt verschiedenste Freiwirtschaftskonzepte, die derzeit als Regionalwährung / Regiogeld Verwendung finden und so das Finanzsystem ersetzen bzw. es bei dessen Untergang ablösen könnten. Das einzige derzeitige Problem ist das Verständnis und die breite Akzeptanz der Bevölkerung, denen ein Leben lang die Botschaft vom sich selbst vermehrenden Geld und Geld als 'Leistungsträger' in die Köpfe geimpft worden ist, ohne dabei die verheerenden Konsequenzen ersichtlich zu machen.
Im Gegenteil: So werden zum Einen erneut Rufe nach einem Zinsverbot und einer Goldwährung laut. Dass der Zins, der auch 0 oder negativ werden können sollte, aber das Angebot und die Nachfrage der umlaufenden Geldmenge regelt, wird dabei genauso übersehen, wie dass eine Währung, die an irgendeinen Rohstoff gekoppelt ist, stets zu einer Deflation führte. Eine, wie wir sie schon bald wieder erleben werden, wenn nicht massive Veränderungen stattfinden.
5. Die Lösung verkürzt dargestellt:
1. Der Guthabenzins sollte auch unter den Urzins rutschen können (nicht müssen). Dies wird durch eine Umlaufgebühr auf das Freigeld geregelt. Damit ist die Währung künftig der Arbeit und dem Produkt gleichgestellt.
2. Keine Gelderzeugung mehr durch Kredit (Schuld), sondern durch Schenkung an sich selbst. Man wird also selbst zum Emittenten. Die eigene Emission unterliegt hierbei einem Annahmezwang durch den Emittenten selbst. D.h. man muss Geld, welches man selbst geschöpft hat und ausgeben möchte, auch selbst durch Waren oder Dienstleistungen decken können und ist verpflichtet, es bei Bedarf dagegen einzutauschen. Daraus folgt, dass man nicht unendlich viel Geld emittieren kann, weil man sich beim Rücktausch der Gefahr aussetzt, nicht ausreichend decken zu können und eventuelle Pfändungen oder Haftstrafen (Betrug, Geldwäsche, u.a.) die Folge sind. Ein selbstregulierendes System.
3. Da der Boden ebenso ein verzinsliches Gut darstellt, bedarf es einer nachträglichen Bodenreform, sprich einer Enteignung des Bodens gegen eine entsprechende Auszahlung und der Möglichkeit der Weiternutzung des Bodens durch eine Nutzungsgebühr. Damit wird einem Ausscheren der derzeitigen Geldhalter zu Bodeneignern, die damit ebenfalls wieder stets positiven Zins erpressen könnten, zuvorgekommen.
6. Weiterführende Informationen:
Sollten noch Fragen offen sein oder Zweifel bestehen, empfehle ich diese Lektüre. Konstruktive Kritik oder Verbesserungsvorschläge zur Freiwirtschaft sind im Finanzcrashforum angebracht und willkommen.
Es folgen einige Verweise zur Geldproblematik und geopolitischen Gesamtsituation, die mit der Zeit stetig ergänzt werden und zu einem Grundverständnis über die Ursachenwirkung des kapitalistischen Systems beitragen sollen.
- Creutz, Helmut: "Das Geldsyndrom" (PDF)
- Acratillo, Juan: "Die Wunderinsel Barataria"
- Enghofer, Stuart & Knospe, Manuel: "Verschuldung, Geld und Zins" (PDF)
- Gesell, Silvio: "Die Natürliche Wirtschaftsordnung" (PDF)
- pax-aeterna.net: Das Geldmonopol
- pax-aeterna.net: Das Rentensystem
- pax-aeterna.net: Der Welt-Geldbetrug
- pax-aeterna.net: Ein Kurs in Volkswirtschaft für die Herren Minister
- pax-aeterna.net: Geldmengen
- pax-aeterna.net: Geldmengenveränderungen
- pax-aeterna.net: Geld ist nicht gleich Geld
- pax-aeterna.net: Goldgedeckte Währung ist Nonsens
- pax-aeterna.net: Goldgedeckte Währung ist Nonsens 2
- holis.de: Die wahre Bedeutung von Geld
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