Quelle: spiegel.de
Überfällig oder gefährlich? Gewerkschaftschef Sommer fordert massive Lohnerhöhungen 2008 - wegen deutlich gestiegener Gewinne und Managergehälter. Doch genau davor warnen führende Wirtschaftsforscher: Deutschland könne sich keinesfalls hohe Tarifabschlüsse leisten.
Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer verlangt deutliche Lohnerhöhungen im neuen Jahr - aus "mehreren guten Gründen", sagte er an Weihnachten. Die Inflation sei hoch, und "die Gewinne steigen rasch auf breiter Front". Daran müssten die Beschäftigten besser beteiligt werden. Hinzu kämen "die oft maßlosen Erhöhungen der sowieso üppigen Managergehälter und die gute Entwicklung der Produktivität".
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute warnen dagegen vor zu hohen Tarifabschlüssen. Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Christoph M. Schmidt, forderte eine "beschäftigungsorientierte Lohnpolitik": Deutschland habe schließlich immer noch mehr als 3,5 Millionen Arbeitslose. Auch die beschleunigte Inflation erhöhe "nicht den Verteilungsspielraum", da sie in erster Linie auf steigende Weltmarktpreise zurückzuführen sei. Schmidt: "Vor diesem Hintergrund halten wir Tarifabschlüsse von im Durchschnitt um die zwei Prozent für beschäftigungsfördernd."..








