:: G8-Bericht: 2. Der Widerstand wächst ::

· tar, den 30.05.07 in Deutschland, Politik, Soziales, in Eigener Sache

Quelle: politblog.net

Jetzt ist das Wochenende vorbei, jetzt ist bereits Mittwoch - und es regnet immer noch. Deshalb sind alle, die aktuell irgendwo im Regen die 3 Camps aufbauen die wahren Helden der Vorbereitung für den G8-Protest. Die 3 Camps sind: Rostock (6.000 Menschen), Reddelich (5.000 Menschen) und Wichmannsdorf(1.500 Menschen). Das Camp in Bützow war zwar das erste offiziell zugelassene Camp wird jedoch von der Bewegung bewusst ignoriert.

Bei dem Wetter ist es natürlich klar, dass man so lange wie möglich versucht im Convergance Center zu bleiben, ich werde morgen(Mittwoch) nach Reddelich fahren und mithelfen das Ökobarrio von BUNDjugend und Grüner Jugend zu errichten. Das Barriokonzept sieht vor, innerhalb der einzelnen Camp kleinere Untercamps zu errichten die thematisch eine Einheit bilden und dementsprechend Workshops anbieten und Aktionen durchführen werden.

Zu dem Convergence Center in der Schule noch ein paar letzte Worte. Das Publikum ist sehr gemischt, von CCC-Hackern, über Anarchos, Kommunisten, Ökos, Hippies, Friedensaktivisten, Attacies, kirchlichen Gruppen und Punkern. Vom Kleinkind bis zum Opa ist alles vorhanden, dazwischen laufen die Hunde rum. Aktuell sind es ingesamt mit den Leuten auf den Camps vielleicht 200/300 Menschen, aber es werden stündlich mehr.

Die Bewohner der Schule sind für die Sauberkeit selbst verantwortlich, verschönern eigenständig Wände und Fenster, malen Plakate und organisieren Sichtschutz vor den umliegenden Hochhäusern, bei denen stark angenommen wird, dass der Verfassungsschutz die finanzielle Notlage der Anwohner dafür ausgenutzt hat, Kameras zu installieren.

Das ist nicht unwahrscheinlich, wurden doch nach der Übergabe der Schule an die Globalisierungskritker zahlreiche versteckte Wanzen entdeckt, vermutlich nicht alle.

Die Schule trägt sich vorwiegend durch Spenden und den Erlös durch Getränkeverkauf auf den allabendlichen Partys, wo entweder Bewohner auflegen, Gitarre spielen, singen oder externe Band spielen.

Auch der Nachtdienst wird selbstorganisiert, gestern hatte ich von 2.00 bis 4.00 Uhr Nachtwache. Es gibt ein spezielles Sicherheitskonzept, auf das hier nicht eingegangen wird. Für den Notfall gibt es jedenfalls eine Gruppe russischer Aktivisten, die wissen wie man mit krasser staatlicher Repression umgeht und die sicher auch mit den örtlichen Nazis gut fertig werden.

Allgemein ist es spannend zu sehen, was für verschiedene Menschen hier in der Schule arbeiten und schlafen, es gibt Menschen aus Israel, aus Palästina, aus der Türkei, aus Griechenland, Russland, Weißrussland, Dänemark, Frankreich, den USA und der Schweiz. Jeder hat eigene Erfahrungen mit politischem Engagement in ihrem Land und den Problemen mit den staatlichen Stellen. Es gibt daher zahlreiche Workshops zum Erfahrungsaustausch von Repression, zu Freiräumen und Widerstand.

Was sehr gut funktioniert ist die Küche, die von einer VoKü aus Freiburg organisiert wird. Zutaten gibt es vom Biobauern, es wird aber auch viel geschnorrt, containert oder gespendet. Und das richtig erfolgreich: So gab es heute riesige Mengen frischer Früchte - Erdbeeren, Mangos,Trauben, Bananen, und Aprikosen. Joghurt Drinks und Sojamilch palettenweise gabs gleich dazu - und alles umsonst.

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