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· tar, den 06.06.07 in Deutschland, Freiwirtschaft, Geschichte, Lösungen, Politik, Region, Soziales, Wirtschaft

Das bessere Geld

Besseres Geld ist eines, das die wesentlichen Geldfunktionen besser ausübt. Diese Funktionen sind Zahlungsmittel (Zwischentauschmittel), Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel, wobei die Reihenfolge nicht willkürlich ist. Geld muß zuerst ein allgemein anerkanntes Tauschmittel sein, dann ein dauerhafter Wertmaßstab und zuletzt zumindest von einem Tauschvorgang zum nächsten ein Wertaufbewahrungsmittel, das seinen Wert behält.
Wenn wir nun untersuchen, ob die als lokales Tauschmittel vorgeschlagenen Gogos ein besseres Geld sind oder sein werden, müssen wir der Reihe nach betrachten ob die Gogos diese Funktionen besser ausüben können und weshalb.

Die allgemeine Anerkennung als zweites Geld in einem ausreichendem Markt wollen wir dabei einmal voraussetzen. Wenn die Gogos also die zweite Funktion als Wertmaßstab besser erfüllen sind sie damit das bessere Tauschmittel, welches sich in Konkurrenz mit einem schlechteren durchsetzen sollte.
Die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel ist dabei sekundär, weil als Wertaufbewahrungsmittel verwendetes Geld ja kein Tauschmittel mehr ist. Primär ist es also die Frage. Sind die Gogos ein besserer Wertmaßstab, dann sind sie auch das bessere Geld.

Eigentlich kann man sofort sagen, daß die Gogos das bessere Geld sind weil das andere Geld kein dauerhafter Wertmaßstab ist und dauernden Wertschwankungen durch Inflation oder Deflation ausgesetzt ist. Alles Geld wird daran gemessen was man im Durchschnitt damit kaufen kann. Die Preise einzelner Güter werden immer in Geldeinheiten angegeben und der Gesamtwert des Geldes wird mit Hilfe eines repräsentanten Indexes eines Warenbündels gemessen, wobei ein Wert der Vergangenheit als 100 angenommen wird und der Wert eines späteren Zeitpunkts ist dann bei Deflation unter 100 und bei Inflation über 100. So wird der Wert oder die Kaufkraft des Geldes verglichen. Es wird somit zwar nachträglich die Wertveränderung gemessen aber eine Wertveränderung nicht verhindert.

Bei den Gogos ist die Frage folgendermaßen gelöst: Man nimmt einen Wert der Vergangenheit (bei den Gogos in Canada wird der Wert des Dollars aus dem Jahre 1980 genommen) und die Wertveränderung durch einen entsprechenden Wechselkurs kompensiert. Der Gogo ist somit immer gleich viel wert, als der canadische Dollar 1980 wert war. Der Gogo wird damit zum unveränderlichen Wertmaßstab und da alle Gogos immer in Umlauf sind, kann man, selbst wenn es das Erstgeld nicht mehr gäbe immer rechtzeitig gegensteuern bevor der Wert der Gogos sich zu weit verändert hat. Solange das andere Geld noch auf dem Markt ist, genügt dafür die entsprechende Wechselkursänderung.

Der Wertausgleich passiert also im Nachhinein, aber dieses Nachhinein ist ein sehr kurzer Zeitraum, weil die Gogos wegen der Gebrauchsgebühr in ihrer Gesamtmenge stetig umlaufen. Es ist nicht so, wie beim heutigen Geld, das bei normalen Konjunktur nur schleppend umlauft und bei Deflation noch viel langsamer. Da wirkt jeder Versuch durch Geldmengenveränderungen das Preisniveau stabil zu halten viel zu spät um wirksam zu sein.

So einfach ist es ein besseres zweites Geld zu schaffen und da man mit einer viel geringeren Gesamtgeldmenge auskommt, wenn nicht der Großteil des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird, kann die Ausgabestelle diesen Wechselkurs einfach dadurch halten, indem sie Gogos bei der Ausgabe und der eventuellen Rücknahme damit verrechnet. Die Größenordnung ist dabei, daß mit etwa 2% der heutigen Bargeldmenge das Auslangen gefunden werden kann, selbst wenn die gesamten Zahlungen mit Hilfe der Gogos gemacht würden.

Da aber bei dieser Art der Einführung nur das auf dem Markt fehlende andere Geld ersetzt wird und das nicht fehlende weiter umläuft, können die Gogos ganz langsam und in kleinen überschaubaren Mengen nach Maßgabe ihres Gebrauches und ihrer Akzeptanz eingeführt werden.
Die Gogos werden allerdings weil sie ein besseres und kaufkraftstabiles Tauschmittel sind das alte Geld auf alle Fälle vom Gütermarkt verdrängen, selbst wenn durch Wiederinflation dessen Eigenschaft als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel in Frage gestellt werden wird und es wieder auf den Markt kommen möchte. Die Inflation wird nicht im Rahmen gehalten werden können weil der Gegenspieler Ware nicht mehr im ausreichendem Maß auf dem Markt sein wird. Die Waren wurden mit Hilfe der Gogos weggekauft. Die Warenbesitzer werden ein stark inflationiertes Geld nicht mehr annehmen wollen, wenn ein anderes kaufkraftbeständiges Tauschmittel auf dem Markt ist.
Möge dann das bessere Geld gewinnen und mögen viele lokale Gelder wie der Gogo in der ganzen Welt verhindern, daß es eine weltweite Deflation und Wirtschaftskrise mit darauf folgenden Krieg noch einmal in der Menschheitsgeschichte gibt.

Die Wechselbeziehung zwischen Mensch und von ihm geschaffenem Medium Geld verändert die Verhaltensweise der Menschen und ein besseres Geld kann die bessere Seite der Menschen in den Vordergrund bringen genau so wie ein schlechtes Geld es mit den schlechten Eigenschaften tut.
Die Gogos zwingen niemand sich über Nacht in einen edlen Menschen zu verwandeln, der sein Hab und Gut verteilt. Es genügt, wenn er sie als Zahlung für seine Waren und Leistungen akzeptiert in welchen Ausmaß auch immer. Einen Gogo nach dem anderen, der seinen Weg kommt und sie dann weitergibt für die Waren und Leistungen seiner Mitmenschen in gerechten und ehrlichen Austausch. Der ehrliche Wert der Gogos tut dann den Rest.

Ehrliches Geld wird selbst unehrliche Menschen zur Ehrlichkeit zwingen und ein Geld, das ohne Macht ist andere Menschen zu erpressen wird die Macht von Menschen über Menschen mit Hilfe des Machtmittels Geld überwinden. Geld ist heute Monopolmacht, die, solange das Geldmonopol nicht durch alternatives besseres Geld überwunden wird, immer wieder zu Kämpfen um dieses Machtmittel führen wird.
Seit das Gold als Geld enthront worden ist, hat der Dollar diese Macht übernommen und wir sind auf dem Weg zu einer noch viel mächtigeren Weltwährung, wenn wir nichts tun. Wir sind auf dem Weg zu einem einzigen Weltmonopol, wenn wir nicht monopolbrechendes anderes Geld verwenden. Tun wir das, verliert das Monopolgeld mit seinem Wert, der auf den Gebrauch als einziges Tauschmittel beruht auch seine Macht.
Kaufkraftbeständige Gogos oder andere lokale wertbeständige Tauschmittel können die Monopolmacht brechen, können aber selber nicht zu Monopolen werden, selbst wenn im Laufe der Zeit durch Zusammenschlüsse größere Strukturen entstehen. Der Weg ein Geldmonopol zu brechen ist dann bekannt und kann dann auch gegen die Gogos angewandt werden.

Das heutige Geld funktioniert nicht mehr als Tauschmittel wenn es zu lange und in großem Ausmaß als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird aber auch bei Hyperinflation funktioniert es nicht mehr und so eine Hyperinflation ist unausbleiblich wenn der Überhang gehorteten Geldes zu groß geworden ist. Die Gogos können nicht gehortet werden und deshalb wird es nie so einen Überhang geben. Es wird nie mehr Gogos auf dem Markt geben als notwendig sind und es wird keine Gogomengen außerhalb des Marktes geben.
Solange leichte Inflation das andere Geld auf dem Markt halten kann und es genügend lukrative Anlagen gibt um eine Verzinsung zu erwirtschaften ist es schwer alternatives Geld einzuführen. Es kann nur zu bestimmten Zeiten im Konjunkturzyklus, wenn das andere Geld vom Markt zu verschwinden beginnt getan werden. Ist es dann aber einmal eingeführt kann es auch die Wiederinflationierung des anderen Geldes nicht mehr vom Markt vertreiben. So eine Wiederinflationierung kann nämlich nicht im Rahmen gehalten werden und das wissen die Leute in den Nationalbanken recht genau. Sie wissen ja, daß die großen Geldmengen nicht verschwunden sind. Sie sind nur nicht auf dem Gütermarkt. Würde durch massive Geldvermehrung die Inflation wieder angeheizt, kämen diese Geldmengen aber sofort mit Naturgewalt wieder auf den Markt.
Das ist auch in vielen Ländern der Welt schon passiert und es wird wieder passieren. Nur dem Dollar ist es bisher gelungen durch den Weltreservebonus trotz gewaltiger Geldmengenvermehrung die Inflation im Rahmen zu halten. Der Dollar ist in der ganzen Welt verstreut und wenn diese Leute etwas dafür kaufen möchten, wird sich seine Wertlosigkeit herausstellen. Der Bonus hatte nämlich den Pferdefuß, daß damit im Laufe der Zeit die amerikanische Industrie ruiniert worden ist und keine konkurrenzfähigen Güter mehr erzeugen kann.

Was nun? Raubkrieg oder Gogos für Amerika? Die Wahl sollte eigentlich nicht schwer fallen. Es gibt nämlich nicht mehr viel Länder, wo noch etwas zu holen ist. Die Methode mit dem IMF. ist auch schon bis zum Letzten ausgereizt worden.

Als Nachbemerkung nur noch eines. Übermäßig schnell braucht der Wechselkurs der Gogos gar nicht angepaßt werden, genau so wie heute der Wechselkurs zweier Währungen wegen der Kaufkraftparität nicht angepaßt wird und sogar in Grenzstädten bis zu 20% Preisunterschiede nicht dazu führen, daß nun alle im billigeren Land einkaufen. Ein Geld, das nur auf dem Gütermarkt verwendet wird und kaum umgetauscht werden wird toleriert auch größere Abweichungen.

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Kommentare:

  • Wie könnte ein Bewusstseinswechsel aussehen,
    um in ein neues Zeitalter zu gelangen?

    Ein „Gehversuch“ in drei Schritten:
    Von der empathischen Naturbetrachtung über eine
    Änderung des Bewusstseins zur
    Erkenntnis einer neuen Basistechnologie
    (W. Kothe 2008)

    I. Man stelle sich die Frage: Was ist Wachstum?

    Schlüsselbegriffe: Stabiles Wachstum, Tumorwachstum, Bedeutung von Grenzwerten, Hierarchie, Heterarchie, basale Autarkie, Dezentralität

    I.1. Natürliches Wachstum:

    Beim natürlichen Wachsen, dehnt sich ein Organismus mit der Zeit räumlich aus. Es gibt dabei ein qualitatives Wachstum und ein quantitatives; beides ist eng miteinander verbunden.
    Beim qualitativen Wachstum beobachtet man, dass die Untereinheiten (Organe) eines Organismus in ihren Strukturen ständig komplexer werden. Dabei werden sie in sich immer vielfältiger, nehmen dabei aber i. d. R. ein (relativ zur inneren Oberfläche) immer kleineres Volumen ein. Deshalb läuft das natürliche Wachstum in quantitativer und in qualitativer Hinsicht immer gegen einen Grenzwert. Die räumliche Expansion ist deshalb stabil, weil eine große Vielfalt von Strukturen den eingenommenen Raum „abstützt“ (stabilisiert).
    Die innere Ordnung des gesamten Organismus steigt. Nicht nur die Vielfalt, sondern auch die Zahl der Untereinheiten nimmt zu (quantitatives Wachstum).
    Die Untereinheiten nehmen spezielle Aufgaben wahr. Trotzdem hat eine jede Zelle in den einzelnen Organen noch einen eigenen Grundstoffwechsel, der sie am Leben erhält (basale Autarkie).
    Auf dessen Basis werden dann spezielle Aufgaben übernommen. Je komplexer ein Organismus wird, desto autonomer werden die Untereinheiten. Sie ziehen immer mehr Steuerungsaufgaben an sich, die ihre innere Funktion vor Ort regeln. Dadurch werden die Leitungssysteme verkürzt, welche die Regelprozesse vermitteln. Die Regelung kann schneller ablaufen, das verkürzt die Reaktionszeit. Das Nervensystem beschränkt sich immer mehr auf grundlegende Steuerungsaufgaben und „entmachtet sich“ fortlaufend selber. Je komplexer und größer ein Organismus in der Natur wird, desto mehr Kompetenzen haben die Untereinheiten. Die Einheiten bilden eine flexible Ordnung aus. Auch wenn das Gehirn die zentralen Steuerkompetenzen wahrnimmt, steht es nicht an erster Stelle. Organismen sind deswegen keine hierarchischen Systeme, weil jedes System oder bestimmte Systemgruppen zusammen in bestimmten Lebenssituationen zeitlich begrenzt dominieren kann, wenn dies sein muss (man denke an die geänderten organischen Funktionen bei einen Kreislaufkollaps und deren Steuerung). Das nennt man Heterarchie. Organismen sind offene Systeme und stehen in einem regen Austausch von Energie, Stoffen und Information mit der Umgebung.
    Eine Hierarchie ist ein zentralistisches System, das auf Geschlossenheit bedacht ist. Es geht nach dem II. Hauptsatz der Thermodynamik stets dem eigenen Untergang entgegen, da es seine innere Ordnung schon aus physikalischen Gründen nicht aufrechterhalten kann.

    I.2 Was ist „Tumorwachstum“ (Hauptkennzeichen „Tumore wachsen exponentiell“)

    I.2.1 Allgemeine Kennzeichen von Tumoren:
    Es gibt Tumore, die sich wie ein Krake mit ihren Armen in die Gewebe des Wirtsorganismus „hineinfressen“. Dabei geht das befallene Gewebe allmählich zugrunde, da der Tumor die Blutversorgung zunehmend für sich beansprucht. Manche Tumore wachsen eher kompakt und üben einen steigenden Druck auf das umgebende Gewebe aus, ebenfalls mit dem Ergebnis, dass es immer schlechter mit Blut versorgt wird und abstirbt. Tumore wachsen exponentiell (bei fortlaufender Halbierung der Zeitschritte mindestens jeweils eine Verdopplung der Wachstumsrate). Irgendwann einmal kommt aber die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff nicht mehr mit. Hat der Tumor eine kritische Größe erreicht, stirbt sein Gewebe von innen her ab. Das nennt man „Zentralnekrose“. Oft fallen Bakterien in diese zentrale Zone zerfallenden Gewebes ein. Salopp gesagt: Der Tumor verfault von innen her. Dabei vergiftet er sich selbst und seinen Wirtsorganismus.

    I.2.2 „Tumoröse“ Strukturanaloge: „Stadttumore“:
    Historisch betrachtet, setzte das Wachstum der Städte im Zuge der Industrialisierung mit der großen Landflucht ein. Die zweite Phase städtischer Expansion begann in Europa erst vor einigen Jahrzehnten mit zunehmendem Wohlstand. Dabei wurden die früheren Bewohner zuerst aus den Innenstädten verdrängt, weil zunehmend Platz für den Handel und den Wandel gebraucht wurde. Mietshäuser wurden zunehmend in Geschäftshäuser umgewandelt. Banken und Bürogebäude wuchsen in den früher bewohnten Stadtkernen empor. Die Bevölkerung wich zunehmend an die Peripherie der Städte aus, ein Vorgang ungehemmten Landverbrauchs, der besonders in Schwellenländern noch immer anhält. Im Zuge der weiteren urbanen Expansion siedelten sich dann immer mehr Produktionsstätten in der Umgebung der Städte an. In letzter Zeit werden den Produktionsstätten auch Verkaufsflächen angegliedert. Die Produkte können dort ohne Zwischenhandel billig an den Mann gebracht werden. Die Geschäfte der Innenstädte können nicht konkurrieren und gehen Pleite. Weder von Menschen bewohnt noch kommerziell genutzt, sterben die Städte von innen her ab. In der Tat erinnert das Siedlungsbild moderner Städte in seiner Struktur an einen Tumor. Auch die typische „Zentralnekrose“ findet ihre Schrecken erregende Analogie. Die inneren Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus (Tumorwachstum) enthüllen sich äußerlich auch im Ergebnis der Entwicklung moderner Städte. Es sind ohne jeden Zweifel und offensichtlich die Eigenschaften tumorösen Wachstums, die sich hier als städtische Struktur darstellen (Hinweis: Man betrachte z. B. den Verfall der „Autostadt“ Detroit, deren Innenstadt buchstäblich zerfällt).
    Wenn es nicht gelingt, die Städte wieder „mit Blut zu versorgen“, sprich junge Familien in den Stadtkernen anzusiedeln, werden sie von innen her verfaulen, sprich zerfallen. Dazu muss man in den Lebensraum „Stadt“ wieder genügend „Grün“ bringen und die Betonwüsten beleben. Sonst werden Innenstädte zunehmend aufgelassenen Friedhöfen gleichen.

    Richtige Frage:
    Wie müssen wir unser Bewusstsein verändern, um besser an die Natur angepasst zu sein?

    Richtige Antwort:
    „Wir müssen so denken, handeln und organisieren, wie die Natur wächst.“

    II. Hauptmerkmale eines sog. „transklassischen“ Bewusstseins

    Schlüsselbegriffe: Materie und Bewusstsein als Ausdruck von Erfahrung, Schichttopologie der Erfahrung, der Geist als offenes System

    Für das sog. transklassische (oder offene) Bewusstsein von zentraler Bedeutung ist die Erkenntnis, alle inneren, psychischen Vorgänge der Bildung von Bewusstsein seien auch den Verdichtungsprozessen (oder Kondensationen) analog, die für das Entstehen der äußeren, physikalischen Welt verantwortlich sind. Innere und äußere Welt sind demnach gleichermaßen Phänomene der Tätigkeit von Bewusstsein, also Wirkungen des Geistes. Anschaulicher kann man sich diese Vorgänge machen, wenn man Strukturen in der Natur betrachtet, die natürlich gewachsen sind. Das Wachstum von Organismen kann man, wie oben dargestellt, als eine Expansion auffassen, bei der die Untereinheiten, also die Organe aus denen er besteht, an Komplexität ständig zunehmen. Beides ist beim Wachsen miteinander korreliert (die Expansion fußt einerseits auf einer qualitativen Änderung der Untereinheiten, andererseits auf deren quantitativer Zunahme. All das beinhaltet der Vorgang der Zellteilung, als Differenzierung und Vermehrung).

    Zwischen dem „inneren“ Wachstum von Bewusstsein, sprich der Entstehung von Erfahrung und dem „äußeren Wachsen“ eines Organismus gibt es deutliche Analogien:

    • Für beide Vorgänge sind zuerst einmal Information und Energie nötig, die sie jeweils für die einzelnen Wachstumsschritte brauchen.

    • In jedem Wachstumsschritt „erinnert“ sich sowohl das Bewusstsein als auch ein Organismus an alle vorhergehenden Phasen, die durchlaufen wurden.

    • Alle jeweils „neu“ entstehenden Strukturen „integrieren“ fortlaufend räumlich und zeitlich alles, was vorher war (Stichwort: „Erfahrung der Evolution“, „Phylogenese gleicht Ontogenese“).

    • Das führt zu einem geschichteten Aufbau von Erfahrung in der Gestalt eines „Organismus“.

    Bei Erreichen einer bestimmten Stufe von Komplexität, sprich einer bestimmten Dichte von gespeicherter Information und Energie, erhalten sowohl das Bewusstsein als auch ein Organismus wieder einen „Eintrag“ an neuer Energie und Information und damit neue Möglichkeiten der Regeneration und Wandlung (graduelle Metamorphose). Dies geschieht solange, bis der maximale Grad an Komplexität erreicht ist. Dieser ist vorprogrammiert. Dann muss die Struktur entweder vollkommen transformiert, sprich neu und erweitert programmiert werden (um eine generelle Metamorphose möglich zu machen), oder sie geht unter. Sie bleibt also auf einer Stufe stehen, die man sich als Schleife vorstellen kann: Entstehen, Blüte, Untergang (zyklisch selbstbezügliche, oder selbst-referentielle Zeitqualität)

    Es gibt aber auch die kreative, offene oder gerichtete Zeitqualität:
    Wegen dieser „vertikalen Dimension des vollkommen Neuen“, die man sich senkrecht zu den Wachstumsschichten stehend vorstellen muss, kann keine auf elementare Eigenschaften von Einheiten zurückgeführt werden, die jeweils darunter liegen. Es also gibt „das unvorhersagbar Neue!“ Elementare Eigenschaften, auf die alle Schichten reduzibel wären, existieren dabei aus diesem Grunde nicht. Das sind Kennzeichen eines offenen kreativen Systems.
    III. Transtechnik:

    Schlüsselbegriffe. Offene Systeme; konservativ-selbstbezügliche Zeitdimension; offen kreative Zeitdimension; Schichttoplogie der Erfahrung, abgebildet durch Membransysteme; Empathie

    III:1

    These A: Das Weltbild auf der Basis des transklassischen Bewusstseins ermöglicht auch die Entwicklung einer transklassischen Art der Technik (einer „Transtechnik“).
    Diese stellt, weil hochgradig an die Natur angepasst, für eine technische Zivilisation die optimale Entäußerung von Bewusstsein dar.

    Der Transfer der aufgeführten Analogien zwischen dem Wachstum von Erfahrung, also auch dem von Organismen auf die Technik kann geleistet werden.

    Wie bewerkstelligen wir also es konkret, zu solch einer „Transtechnik“ zu kommen? Wir müssen Schichten aufbauen. Eine (geschlossene) Schicht kann als zyklisch-selbstreferentiell, ein Stapel also offen –gerichtet angesehen werden.

    III.2

    Künstliche Membranen als primitive Träger einfacher Prozesse geschichteter Reflexion

    These B: Geschichtete poröse Membranen mit bestimmten physikalischen Eigenschaften können Prozesse tragen, die in primitiver Weise geistigen Reflexionen analog sind.

    Der Prozess der laufenden Verdichtung von Erfahrung setzt die Analyse von Bewusstseinsinhalten sowie deren Neuordnung voraus. Komplexe Ideen werden zerlegt, auf ihre Essenz (ihre wesentliche und grundsätzliche Bedeutung) hin untersucht, im Lichte völlig neuer Zusammenhänge gesehen und dann entsprechend verknüpft. Die ideelle Analyse und Synthese können auf materieller Ebene als Lyse (Auflösung) in die Komponenten eines Stoffes und deren Neusynthese mit anderen Komponenten aufgefasst werden.

    Wenn diese materiellen Prozesse der „geistigen Verdichtung“ von Erfahrung analog sein sollen, muss die Struktur komplexer, das eingenommene Volumen kleiner werden. Das setzt eine bestimmte Struktur der Diaphragmen oder Membranen und eine bestimmte Form der Anregung voraus.

    Die Stoffe, welche durch eine Membrane passieren, können sich in der genannten, analogen Weise verändern, wenn die inneren Reaktionsräume sich eignen. Dazu müssen diese selber immer kleiner, aber auch in sich komplexer werden. Man kann das am Aufbau einer Lunge sehen (Man sieht zur Oberfläche hin eine „Verfeinerung“: Bronchien, Bronchioli, Alveolen)

    Die Lungenalveolen stellen selber „kondensierte“ komplexe Strukturen dar, welche vornehmlich außen unter der Oberfläche der Lunge angelegt sind. Um diese Prinzipien auf Werkstoffe abzubilden, muss man sich einen geschichteten Aufbau einer Membrane vorstellen, wobei die Reaktionsräume, in nach außen immer dünneren Schichten, immer komplexer werden.
    Was hat man davon?

    In der Chemie sorgen oft große Drücke und Temperaturen dafür, dass die Reaktionspartner sich treffen und mit einander reagieren können. Man braucht dazu also viel Energie. In den Membranen, die man als chemische Reaktoren auffassen könnte, sorgt zum einen die Geometrie der Reaktionsräume dafür, dass die Reaktionspartner zueinander kommen.

    In sog. BROWN‘schen Motoren (s. Internet), die man nano-technologisch herstellen kann, dagegen erreicht es eine ausgeklügelte Geometrie elektronenmikroskopisch kleiner Poren und Leitungen, dass die molekulare Wärmebewegung (die sog. „BROWN‘sche Zitterbewegung“) stark eingeschränkt wird. Die Moleküle können sich fast nur noch in der gewünschten senkrechten Passagerichtung durch die Membrane bewegen.

    Die BROWN‘schen Motoren werden gewöhnlich mechanisch angeregt, indem an die flüssigen Medien, die sie i. d. R. enthalten, ein Wechseldruck angelegt wird. Denkbar sind aber auch elektrische Felder, welche dafür sorgen, dass die Moleküle, die miteinander reagieren sollen, im Raume vorgeordnet werden. Ihre Bewegungsmöglichkeiten sind ebenfalls weiter einzuschränken, wenn die Reaktionskavernen von elektrischen Feldern durchzogen sind, welche die Moleküle des Membranmaterials aufbauen. Man nennt diese inneren elektrischen Felder „LORENTZ-Felder“, die genannten Materialien Ferroelektrika. Die Energie, welche sie zum Start der chemischen Reaktion brauchen, könnte ebenfalls auf elektrischem Wege (durch einen Impuls z. B.) eingebracht werden.

    Dazu könnte man die Schichten nach einander gezielt durch eine Wechselspannung oder eine gepulste Gleichspannung anregen. Die Synthese eines Stoffes würde dadurch in ihren einzelnen Schritten zu kontrollieren, ohne große Energien aufbringen zu müssen, da Verluste durch Wärmebewegungen weitgehend reduziert sind. Natürlich muss man die geeigneten Frequenzen für die Anregung der Moleküle ermitteln.

    Nach der Reaktion weichen die Syntheseprodukte in die nächst obere Schicht (oder den Raum zwischen Membran und Reaktorgehäuse) aus, um den anregenden Impulsen zu entgehen. Dort nehmen sie eine neue Eigenfrequenz an und reagieren nicht mehr auf die Impulse der Anregung (diese müsste jetzt bei Bedarf neu angepasst werden). Das wiederum erlaubt die Einnahme eines neuen Zustandes „kleinst möglicher Feldenergie“. Entfernt man das gewünschte Produkt durch einen Unterdruck aus dem Reaktor, würde die Reaktion bei geringerem Energieeinsatz ablaufen und erhalten werden, als in Hochdruckreaktoren. Ein neues Kapitel der Elektrochemie könnte geschrieben werden. Dazu gehört auch das Gebiet der kalten Fusion.

    Was transtechnische Systeme vielleicht „sonst noch“ können, dazu siehe ...

    Fazit:
    Die Natur ist und bleibt unser bester Lehrmeister und Ratgeber. Es hängt damit von unserer Fähigkeit zur Empathie ab, ob und wie wir uns weiterentwickeln. Denn nur auf der Basis eines gesteigerten Einfühlungsvermögens können wir die Anpassungsleistung erbringen, die jetzt von uns verlangt wird. Empathie ist letztlich ein Ausdruck der Liebe.


  • zitat"....Die Untereinheiten nehmen spezielle Aufgaben wahr. Trotzdem hat eine jede Zelle in den einzelnen Organen noch einen eigenen Grundstoffwechsel, der sie am Leben erhält (basale Autarkie).
    Auf dessen Basis werden dann spezielle Aufgaben übernommen. Je komplexer ein Organismus wird, desto autonomer werden die Untereinheiten. Sie ziehen immer mehr Steuerungsaufgaben an sich, die ihre innere Funktion vor Ort regeln. Dadurch werden die Leitungssysteme verkürzt, welche die Regelprozesse vermitteln. Die Regelung kann schneller ablaufen, das verkürzt die Reaktionszeit. Das Nervensystem beschränkt sich immer mehr auf grundlegende Steuerungsaufgaben und „entmachtet sich“ fortlaufend selber. Je komplexer und größer ein Organismus in der Natur wird, desto mehr Kompetenzen haben die Untereinheiten. Die Einheiten bilden eine flexible Ordnung aus. Auch wenn das Gehirn die zentralen Steuerkompetenzen wahrnimmt, steht es nicht an erster Stelle. Organismen sind deswegen keine hierarchischen Systeme..."
    (ziataende)

    Genau...Aber das Gehirn hält trotzdem alles zusammen..Du meinst jetzt das autonome Nervensystem...Deswegen folge ich auch nicht der Ansicht von tar,das das Geldmonopol völlig entmachtet wird..dann bricht alles zusammen..
    Mehr Autonomie ist wichtig ,und dafür ist Regio einen Wertvolle Ergänzung,
    Ich denke aber nicht,das wir die Verantwortung für gesamte Wirtschaft und Geldumlaufmenge den einzelnen Regionen übergeben dürfen
    Ich denke der text oben ist etwas idealistisch angehauscht,aber setzt sich nicht wirklich auseinander mit wirtschaftlichen Fakten

    zitat.."Man muß den Leuten allerdings klar machen, daß das alte Geld eigentlich leider wertlos ist und daß sie es so schnell als möglich los werden sollen. Es wird die meisten nicht sehr stören, wenn man ihnen klar macht, daß gleichzeitig auch ihre Schulden wertlos werden..."

    Das ist einfach so behauptet.Hinter dem Wert der Währung steckt stets eine Wirtschaftskraft..und deswegen wird man es den Leuten nicht klarmachen,weil es Unsinn ist..und der Regio kann nicht die Kraft des Euros erreichen,weil ein Regio stets nur die Wirtschaftskraft der jeweiligen Region verkörpern kann..doch viele regionen gaben heute gerade wegen des Euros Wirtschaftskraft..doch das blendet tar einfach aus..


  • @tar
    Es wird durch regionale Tauschmittel eine Dezentralisierung der Staatsmacht erzwungen werden. Die politischen Auswirkungen, werden nicht nur ein Europa der Regionen bringen. Es wird auch aus Ländern der Regionen bestehen. Die wirtschaftliche Überlegenheit der Freigeldregionen und deren Beispiel wird sehr schnell Nachahmer in der ganzen Welt finden und die Zusammenarbeit der verschiedenen Freigeldinseln wird leicht organisiert werden können, weil sie ja alle ein kaufkraftbeständiges Tauschmittel haben werden.
    Ein Tauschmittel, welches sich keine Region verbieten lassen wird. In diesen Regionen werden Unternehmer Zugang zu viel günstigeren Krediten haben als ihre Konkurrenten in Regionen oder Ländern ohne Freigeld. Damit können sie ihre Waren unschlagbar günstig anbieten. Jeder Prozentpunkt, um den die Zinsen sinken, senken den Kostenanteil an Kapitalkosten in den Preisen und steigern den Unternehmergewinn. Wieviel dieses höheren Unternehmergewinnes dann als Preissenkung weiter gegeben wird oder als höhere Entlohnung der Mitarbeiter hängt von der Konkurrenz um gute Mitarbeiter ab, die in einer Freigeldregion wegen der fehlenden lohndrückenden Arbeitslosen recht stark sein wird.

    Das ist ja ganz was Neues,dass Konzerne und Unternehmer ihre Kapitalkostenersparnis unbedingt sofort an die Preise weitergeben...Das ist sehr unwarscheinlich in einem konkurierendem Markt...Ausserdem bestimmen Monopole heute den Markt und können
    jederzeit Preiskämpfe führen
    Das Arbeitslosenproblem wird es genauso wie jetzt geben...
    Das hat was mit Wachstum zu tun...und vielen anderen Dingen
    Es gibt viele weitere Ursachen von Arbeitslosigkeit,abgesehen von der kapitalbedingeten.
    Konjunkturbedingte Arbeitslosigkeit,strukturell bedingte Arbeitslosigkeit und organisationsbedingte Arbeitslosigkeit.Ein paar Punkte kann ich ja kurz dazu stichpunktartig nennen als Gründe für Arbeitslosigkeit,die mir spontan einfallen:
    Künstliche Verteuerung des Faktors Arbeit(zu hohe oder starre Löhne),Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland,wo die Löhne oder Steuern billiger sind,Rationalisierung duch moderne Technik(Maschinen ersetzen Menschen zur Steigerung der Profitrate des Unternehmers,)starre Arbeitsmärkte im Bezug auf Mobilität und Qualifikation.Ein anderer Grund sind auch z.B. Gewinneinbußen des Exports durch den schwachen Dollar(Beispiel BMW,die deswegen Produktionsstätten nach Amerika verlagert haben),also Einkommensverlagerungen,Insolvenzen,freiwillige Arbeitslosigkeit wegen z.b hoher Kapitaleinkommen(Erbschaft,Gewinn u.a.),Fehlallokation


  • Die Idee einer Regiowährung ist zwar recht gut und mit sicherlich auch umsetzbar. Aber was geschieht mit den Menschen, die z.B. altersbedingt oder krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können und jetzt vom "Staat BRD GmbH" ihre Rente erhalten und somit abhängig sind? Mein Mann und ich sind solche Menschen und haben weder ein Haus noch Garten, um Gemüse anzubauen und somit selbst zu versorgen. Sollen wir uns aufhängen oder beten, das es zu keinem Crash des Euros kommt?


  • [...] hier gibt es eine Menge interessantes Material zu unserem Geldsystem. Hier auch. test Filed under Allgemein, Geschichte, Wirtschaft | Tags: Armut, Erika Riemer-Noltenius, [...]


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