Wieder einmal Buchgeld
Da sagen mir die Buchgeldleute aller Schattierungen immer wieder, daß das Bargeld heute bedeutungslos ist und als Relikt der Vergangenheit sowieso bald verschwinden wird, wenn ich ihnen sage, daß Buchgeld nur ein (unzureichender) Ersatz für fehlenden Bargeldumlauf ist.
Nehmen wir einmal an, sie hätten recht. Dabei wollen wir uns aber nicht auf nebulöse Geldmengentheorien oder Debatten darüber einlassen, wie das Buchgeld erstanden ist und ob es vielleicht in der Zukunft einmal das Bargeld ganz verdrängen wird und auch nicht einmal ein anderes mögliches Bargeld erwähnen.
Wir wollen nur wissen, warum das angeblich so leicht schöpfbare Buchgeld hier und heute nicht die Waren vom Markt wegkauft, damit die Arbeitslosen wieder Arbeit haben, um neue zu erzeugen.
Das ist doch eine einfache Frage, nicht wahr? Da zeigt Dottore auf die Riesenmengen von Guthaben und macht sich lustig über das Bargeld, aber warum diese Riesenmengen nicht ausreichend sind, den Markt von Waren leer zu kaufen, will er nicht sagen. Da steht er, wie mein junger Freund es ausdrückte - daneben. Genau so wie alle anderen Buchgeldleute. Er glaubt, daß zu viel solches Schuldgeld vorhanden ist und der Staat als Hauptschuldner dafür verantwortlich ist, aber augenscheinlich ist doch nicht genug davon da. Es fehlt, um die Waren zu kaufen. Was es sonst tut oder nicht tut und wie es entsteht und wieder vergeht, ist nicht so interessant. Die einzige Frage, die uns interessiert ist die: "Warum kauft es nicht genügend Waren"?
Warum bleiben die Waren unverkauft am Markt oder müssen unter den Wiederbeschaffungskosten verschleudert werden? Daß die Leute, welche neue Waren erzeugen sollten, dann arbeitslos sein müssen, ist ja klar.
Wo ist das Geld? Die Leute, die hungern müssen, haben es nicht. Die etwas kaufen möchten haben es auch nicht. Wer hat es? Oder darf man das nicht fragen? Wer bekommt die Zinsen dafür?
Tut man das oder macht man gar einen Vorschlag, wie man dieses Geld auch ohne Zinsen auf den Markt bekommen kann, will das niemand hören aber die anscheinenden Nutznießer dieses Systems fallen mit Schaum vor dem Mund über einen her.
Gerade habe ich gelesen, daß alle Hilfe, welche die Länder der dritten Welt bekommen, gerade ausreicht um die ZINSEN für ihre Schulden für 12 Tage des Jahres zu bezahlen und so ein System will Dottore mit seinem Debitismus aufrecht erhalten.
Allen anderen hier ist das anscheinend egal. Hauptsache sie verdienen auch daran, wenn die Aktien der Firmen steigen, die mit Sklavenarbeit Minen und Plantagen dort betreiben oder wenn wegen Öl oder Gold ganze Bevölkerungsgruppen ausgerottet werden. Schließt nur die Augen davor und wenn ihr in den Spiegel schaut, schließt sie auch, damit ihr euch nicht zu schämen braucht, wenn ihr diesen Typen ohne Gewissen seht.
Ach, ihr habt es nicht gewußt. Wie einfach. Sehr glaubwürdig im Zeitalter des Internet.
Wenn ich hier sage, daß Dottore, ob er es selber weiß oder nicht nur zahlungskräftigere Schuldner finden will statt der Staaten, welche die Zinsen für seine Gläubigergenossen erarbeiten sollen, weil es anscheinend die Länder der dritten Welt nicht mehr können, glaubt das niemand. Liebend gern hätte er noch Produzenten dafür, welche sich einigen Besitz erarbeitet haben. Lest nur in seinen Büchern, wie er die zu sozialpflichtiger Verschuldung ihres schuldenfreies Besitzes zwingen will. Eine Änderung dieses jahrtausendealten Ausbeutungssystems kommt für ihn nicht in Frage. Er will nur neue Opfer, das ist alles.
Er gäbe es dafür auch billiger. Nur 3% Zinsen - aber die von sicheren Schuldnern, bitte, und nicht von den Staaten, die nie zahlen und immer nur hochbuchen lassen.







