Eigenartige Folgen des Goldwahns
Es ist schon eigenartig wie sich manche Goldbugs die Goldwährung vorstellen. Da erwarten sie einen Goldpreis von 800 bis 3000 Dollar und nehmen an, daß die Staaten dann eine Goldwährung einführen können. Manche etwas schlauere glauben zwar, daß die Staaten, oder einige von ihnen, schon früher eine Goldwährung einführen und daß dann durch die zusätzliche Nachfrage der Goldpreis, der dann dem Geldwert entspricht, steigen wird. Dieses Szenario ist auch etwas wahrscheinlicher, denn bei einem hohen Goldpreis kann sich kein Staat eine Einführung leisten.
Vorher könnten sie vielleicht dumm genug dafür sein.
Was bedeutet aber eine angenommene Verteuerung des Geldes um das Dreifache? Es bedeutet nicht anderes, daß dann die Waren im Durchschnitt und Vergleich zum Goldgeld nur mehr ein Drittel kosten. Das wäre aber Deflation in einem Ausmaß wie es sie noch nie gegeben hat. In der Weltwirtschaftskrise waren 10 % jährlicher Preisverfall schon ein derartiges Resultat, daß die Wirtschaft dabei zum Erliegen kam. Wie stellen sich die Goldwährungsanhänger das vor wenn bei der von ihnen selber erträumten Steigerung des Gold(Geld)wertes die Preise aller Güter um 60 % oder mehr fallen?
Vom jetztigen Goldpreis auf 1500 sind es drei mal und wenn das Gold wieder Geld wäre müssen die Preise der Güter dann auf ein Drittel fallen. Das ist einfachste Mathematik, welche ein Volksschüler nachvollziehen kann aber unsere Goldwährungsanhänger können es anscheinend nicht.
Früher einmal war eine Rückkehr zur Goldwährung noch immer möglich, wenn sie auch oft durch eine Deflation erkauft werden mußte, weil das System sich nie so weit aus dem Gleichgewicht entfernt hatte. Einige Jahre Deflation mit 10 % Preisrückgängen konnten die Sache wieder ins Gleichgewicht bringen. Daß die Deflationen in der Geschichte manchmal dabei große Reiche zerstörten, sah niemand als deren Auswirkung und es kam ja auch nicht immer so weit. Meistens beendete ein Krieg vorher die Deflation und man ging vom Goldstandard ab, um ihn zu finanzieren. Nach dem Krieg erzwangen die Sieger dann wieder die Rückkehr zum Goldstandard.
Heute ist es dafür schon lange zu spät. Eine Goldwährung kann heute nur mehr NACH der Auflösung der weltweiten Schuld-Guthabenpaare durch Hyperinflation eingeführt werden. Vor dem haben aber alle Politiker und die sie beeinflussenden Geldmagnaten eine gewaltige Scheu und versuchen sie zu mindestens in einigen Ländern zu verhindern solange es geht.
Beim amerikanischen Dollar ist das durch den Reservewährungsbonus bisher gelungen und Europa hat durch den Euro den Zusammenbruch einiger europäischer Schwachwährungen auch verhindern können. Nun ist aber selbst Deutschland durch den währungstechnisch falsch gehandhabten Zusammenschluß schon angeschlagen nicht mehr der Wirtschaftsmotor, der den Eurowert erhalten kann. Die Inflation sowohl des Dollars wie auch des Euro wird kaum aufgehalten werden können. Die Flucht nach vorne mit einem Euro-Dollarzusammenschluß mag genau so wie beim Euro das böse Ende noch etwas hinauszögern, aber eine wirkliche Lösung wird es nur mit einer wesentlich umfassenderen Währungsreform geben können. Dafür sind leider außer den Gogos nicht einmal Ansätze zu erkennen.
Der Euro wird bewußt weiter durch die Osterweiterung geschwächt, damit er nicht zur Konkurrenz des schwachen Dollars werden kann. Der Goldpreis wird manipuliert, um die latente Inflation nicht offenkundig werden zu lassen, aber irgendwann werden die Besitzer großer Dollarguthaben nicht mehr mitspielen. Sie wissen zwar, daß sie nicht zur Gänze rechtzeitig aussteigen können und das ist der einzige Grund warum sie noch mitspielen.
Irgendwann wird aber der Erste einmal aussteigen und dann heißt es: ?Rette sich, wer kann.? Die USA sind vom größten Gläubiger zum größten Schuldner der Welt geworden und der Dollar ist im Prinzip nur mehr ein wertloses Papier. Nur die japanische Schwäche und die Vernichtung der DM hält ihn bisher noch am Leben.
. Noch gibt es keine Konkurrenz für den Dollar und was zur Konkurrenz werden könnte, wird so gut es geht, geschwächt. Der Rubel ist durch die noch immer nicht überwundene kommunistische Mißwirtschaft keine ernstzunehmende Konkurrenz.
Das Problem dabei ist aber, daß der Dollar, um seinen Wert zu erhalten, vom Markt ferngehalten werden muß. Das ist aber Deflation mit allen Folgen. Hier könnte es Konkurrenz nicht nur für den Dollar geben, durch Selbsthilfe der von der Deflation Betroffenen.
Alternatives kaufkraftbeständiges Geld könnte diese Selbsthilfe sein. Doch auch hier sind kaum Anfänge bemerkbar. Noch können die Schwachstellen des Dollars vertuscht werden. Wie lange das noch so weiter gehen kann, wird sich zeigen. Ob es ausreichen wird, das amerikanische Sachkapital durch Stagflation und Deflation unmodern zu machen oder ob radikalere Mittel der Zerstörung von Sachkapital der ganzen Welt beschritten werden um eine bessere Relation zwischen Riesengeldmengen und Sachkapital samt seiner Produkte zu erzeugen, ist offen. Die Geldmengen sind nicht im Besitz von Leuten, die damit etwas kaufen wollen und darum ist es eher unwahrscheinlich, daß es ohne Krieg möglich sein wird den nötigen Sachkapitalmangel für dessen bessere Rentabilität wieder herzustellen.
Eine Rückkehr zu einer Goldwährung ist trotz der Träume der Goldbugs unmöglich, aber möglicherweise wird versucht werden eine Bimetallwährung einzuführen, Das wäre etwas leichter machbar, würde aber genau so eine schwere Deflation bringen, Anscheined spekulieren aber manche Leute darauf und deshalb steigt der Silberpreis auch.
Alternatives Gesellgeld, das manche als einzig möglichen Weg sehen, könnte sich zwar von kleinen Anfängen schnell ausbreiten, wie das Beispiel von Wörgl während der Weltwirtschaftskrise 1932 gezeigt hat aber die lange Zeit in der das Geld durch dauernde leichte Inflation auf dem Markt gehalten wurde, hat derartige Experimente bisher verhindert. Sogar die Möglichkeit derartiger Experimente wird selbst von den Anhängern Gesells in Frage gestellt.
So traurig es ist, die einzige Hoffnung bleiben die Irrtümer der anderen. Das Beste was passieren könnte, wäre die Rückkehr zum Goldstandard. So eine Rückkehr würde eine derartige massive Deflation bewirken, daß alternatives Gesellgeld als einzige Lösung des Problems in vielen Plätzen der Welt versucht werden wird. Das Wissen, wie es gemacht werden kann, ist schon genügend verbreitet.
Irgendwo und irgendwann wird die entsprechende Situation mit dem richtigen Mann oder richtigen Männern am richtigen Platz zusammen treffen. Einige Geldscheine zu drucken, ist kein großes Problem und wenn das andere Geld wegen Deflation vom Markt verschwunden ist, werden genügend Leute in eigenem Interesse das alternative kaufkraftstabile Gesellgeld als Tauschmittel verwenden. Versucht dann das vom Markt verschwundene Geld wieder zurück zu kommen, findet es keine unverkauften Waren mehr vor und ist damit wertlos geworden.
So einfach ist im Prinzip die Sache.







