Der Weg des Justus
Der Weg des Justus in Gießen und Umgebung und vielleicht bald auch in weiteren regionalen Gebieten ist derselbe, der vom Gogo in Kanada gegangen wird. Beide gehen den logischen Weg eines parallelen Tauschmittels in einer Zeit, in dem das Monopoltauschmittel des Staates seinen Dienst zu versagen beginnt.
Nach dem Druck so eines Tauschmittels, dessen Kaufkraft vom Herausgeber garantiert wird und durch einen Wechselkurs mit einem Wertstandard aus der Vergangenheit festgelegt ist, werden Leute angesprochen, die schon Schwierigkeiten haben, ihre Waren und Leistungen zu verkaufen. Viele von denen sind bereit, ihre Waren auch für dieses alternative Tauschmittel zu verkaufen, wenn es nur genügend andere gibt, die es auch tun.
So haben sie eine Verwendung für das eingenommene Tauschmittel und es kann das fehlende Monopoltauschmittel weitgehend ersetzen.
Am Anfang muß man versuchen einen lokalen Kreislauf des Ersatztauschmittels unter den kleineren mittelständigen Gewerbetreibenden und ihren Mitarbeitern aufzubauen. Hat man das erreicht, kann man auch größere Betriebe und auch lokale Gemeindeämter und Sparkassen zur Mitarbeit gewinnen. Die Initiative werden die kaum von selber ergreifen und wenn es keinen beispielgebenden lokalen Justuskreislauf gibt, werden alle Versuche den Justus als Ersatztauschmittel einzuführen im Sand verlaufen.
Zuerst muß man Leute haben, die ihre Waren für Justus verkaufen, dann kann man versuchen, die Konsumenten zum Kauf von Justus zu bewegen. Wer als Konsument seine Bedürfnisse mit Justus kaufen will, muß vorher Justus verdienen oder kaufen.
Um sie zu kaufen, muß er dafür Euro ausgeben, mit denen er genau so gut seine Bedürfnisse befriedigen kann. Er hat daher keine Veranlassung Justus zu kaufen. Man muß dafür sorgen, daß er Justus verdienen kann.
Ist jemand ein Gewerbetreibender, verdient er seine Justus durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Sein Anreiz ist der Verdienst, den er dabei hat. Für seine Mitarbeiter gilt dasselbe aber andere Konsumenten haben keinen direkten Vorteil vom Justus.
Ihre indirekten Vorteile werden groß sein, aber ihnen das zu erklären und sie davon zu überzeugen, wird sehr schwer sein und ist in 100 Jahren nicht gelungen. Die wenigen Leute, die man so für die Einführung eines besseren Tauschmittels gewinnen könnte, haben nichts dafür zu verkaufen und theoretische Vorteile, die nicht greifbar sind, wenn es so ein Tauschmittel nicht auf dem Markt gibt, werden niemand dazu bringen, etwas zu tun. Jedenfalls wurde bisher nichts getan.
Ist aber so ein Tauschmittel auf dem Markt, kann auch so jemand mithelfen, es zu verbreiten. Er kann Justus als Geschenkgutscheine bei teilnehmenden Geschäften kaufen. Es würde genügen, wenn jeder Wirtschaftsteilnehmer nur einmal so einen Gutschein für 20 Euro kaufen würde, weil die 13,5 Justus dann im Umlauf bleiben würden und das wäre ausreichend. Da eine wesentlich größere Justusmenge durch zinsfreie Kredite an die Gewerbetreibenden in Umlauf kommen werden, ist die Methode mit den Geschenkgutscheinen eher dafür da, Leuten, die mithelfen wollen und die keine Gewerbetreibenden sind, eine einfache Möglichkeit zu geben auch etwas zur Verbreitung eines Tauschmittels zu tun, das die Welt zum Besseren verändern wird.
Die Gewerbetreibenden tun es zu ihren eigenen Vorteil und daß durch den Justus für alle eine friedliche Welt ohne Krisen entstehen wird, ist zwar eine willkommene Nebenwirkung aber für die meisten nicht das Hauptmotiv. Für einen Konsumenten könnte es das Hauptmotiv sein.
Man soll diese geringen Beträge in ihrer Auswirkung nicht unterschätzen. 20 Justus, die auf dem Markt bleiben, können in einem Jahr 2000 oder auch 4000 Justus wert an Verkäufen generieren. Jeder 20 Justus Geschenkgutschein, der auf diese Weise in Umlauf kommt, bringt den teilnehmenden Gewerbetreibenden mehrfache Umsätze und je mehr Geschäfte diese machen, desto mehr werden andere Gewerbetreibende veranlaßt auch mitzumachen und die Justusausbreitung ist so gesichert.
Ein Justusherausgeber muß den Justus kaufkraftstabil und konvertibel halten, aber er darf den Rücktausch nicht zu einfach machen oder gar die 5% Rücktauschgebühr als willkommenes Einkommen ansehen. Diese 5% sollen den Justus im Umlauf halten und es muß den teilnehmenden Gewerbetreibenden klar sein, daß sie ein Vielfaches an einem umlaufenden Justus verdienen können, als sie an der Rücktauschgebühr einmal bekommen.
Da ja im Falle der Justus die Gewerbetreibenden gleichzeitig die Herausgeber sind, werden sie bei Rücktäuschen die 5% selber einstecken und die rückgekauften Justus trotzdem im Umlauf halten. Es ist nicht anzunehmen, daß sie den Fehler machen und die Justus durch Rückkäufe wieder aus dem Markt entfernen werden. Gibt es also den seltenen Fall, daß jemand trotz der 5% Justus umtauschen will, wird der Kaufmann, der den Umtausch vornimmt, den Justus einfach weiter verwenden und er bleibt so im Umlauf.
Der Justus ist im normalen Markt im Umlauf und nicht in einem Tauschkreisnischenmarkt. Das ist der entscheidende Unterschied. Es sind richtige Kaufleute und Gewerbetreibende, die ihn als Tauschmittel im normalen Markt verwenden. Noch sind nicht sehr viele im Umlauf und der Umlauf ist auch noch schleppend aber bei weiten nicht so schleppend als in einem Tauschkreis oder dem Durchschnittsumlaufes des staatlichen Tauschmittels in einer beginnenden Deflation. Mit weiteren Rückzug des Euro vom Markt wird sich der Umlauf des Justus von selber beschleunigen, aber man soll trotzdem versuchen, Teilnehmer, die tägliche Bedürfnisse erzeugen oder verkaufen, schnell in die Kreisläufe einzubeziehen.
Sie sind diejenigen, die den notwendigen Kreislauf bringen. Jeder, der eine wertgebende Ware oder Leistung für Justus verkauft garantiert den Wert der Justus, aber am wichtigsten sind diejenigen, die es mit Waren des täglichen Bedarfs tun.







