:: Freiwirtschaft, Freigeld & Gogos ::

· tar, den 06.06.07 in Deutschland, Freiwirtschaft, Geschichte, Lösungen, Politik, Region, Soziales, Wirtschaft

Der Teufel im Detail

Es kommen in der Praxis immer wieder Sachen vor, die man in der Theorie nicht beachtet hat und die einem auch bei den Erfahrungsberichten vorhergehender praktischer Experimente nicht aufgefallen sind. Unterschiede in der Versuchsanordnung und andere wirtschaftliche Situationen können da Ergebnisse haben, mit denen man nicht gerechnet hat. Ein Beispiel dafür ist die wesentlich langsamere Umlaufgeschwindigkeit der ersten Gogos gegenüber dem Wörgler Geld 1932.

Nachdem das bemerkt worden war, wurde die Sache aber schnell klar. Erstens ist die wirtschaftliche Lage eine wesentlich andere und es besteht beim Gogoexperiment noch nicht eine Deflation mit einem Sinken des Preisniveaus um 7% im Jahr bei dem praktisch das gesamte Nationalbankgeld vom Markt verschwunden war und zweitens werden die Gogos nicht vom Bürgermeisteramt eingeführt. Sie wurden auch nicht, wie in Wörgl an Leute ausgegeben als Teil ihres Monatslohnes, die das lokale Geld genau so ausgaben, wie sie das andere Geld ausgegeben hätten.

Das sind die Hauptgründe der langsameren Anfangsbewegung und nicht die geringere Gebrauchsgebühr. Die Geschwindigkeit des Gogoumlaufes wird sich automatisch steigern, wenn das andere Geld noch mehr verschwindet und wenn die Gogos Leute erreichen, die alles Geld, das sie bekommen ohnehin schnell ausgeben.

Der Kreislauf jedes Geldes hängt weitgehend von den Benützern ab und die Leute, die anfangs die Gogos in die Hand bekamen, hatten keine sonderliche Eile damit, sie weiter zu geben. Es war auch noch keinesfalls bekannt, wer überhaupt Gogos akzeptiert. Es war also gar nicht so einfach, die Gogos zu verwenden aber auch das wird sich im Laufe des Jahres ändern.

Trotz dieser Mängel wurde aber kein einziger Gogo zurück getauscht. Alle warten darauf verwendet zu werden. Sie sind schon dazu bereit, das verschwindende Nationalbankgeld zu ersetzen. Daß die Sache langsamer geht hat nicht nur Nachteile. Im Gegenteil - es erlaubt einen langsameren evolutionären Übergang von einem Geld zu einem anderen.

Nachdem die Ursachen der langsameren Bewegung erkannt worden waren, kann man auch etwas dagegen tun. Das Wichtigste dabei ist das, daß die Leute selbst erkennen, daß die Gogos nur dann ihre segensreiche Wirkung haben können, wenn jeder sich bemüht sie weiter zu geben. Die Annahme, daß die Gogos, wenn sie erst akzeptiert worden waren, schnell weiter gegeben würden, war augenscheinlich nicht ganz richtig, weil eben die Unterschiede zur Wörgler Situation nicht richtig eingeschätzt worden waren.

Das ist kein großer Schaden und eine Erfahrung aus der nun andere Gogomeister lernen können. Da es ihnen kaum gelingen wird zu viele Gogos in Umlauf zu bringen, wenn sie nicht von selber beginnen umzulaufen, werden sie selber auch Mittel und Wege finden müssen, damit Leute die Gogos in die Hände bekommen, die sie gerne weiter geben werden.

Der alte Gogomeister hat dafür schon Pläne und wird berichten, wie erfolgreich sie sind. Der Rindfleischvorverkauf allein kann 6000 Gogos in Umlauf bringen und sind die erst einmal unter dem Publikum und die Dollars dafür in der Kassa der Ausgabestelle können mindestens gleich viele Gogos auch als zinsfreie Wechselkredite in Umlauf gebracht werden. Es wird auch andere Kaufleute geben, die Gogos als Warengutscheine verkaufen werden, genau wie es der Oldy mit dem Rindfleisch macht. Manche werden die Gogos dafür durch Wechsel bezahlen aber kleinere Mengen werden sicher auch bar bezahlt werden. Es sollte keine großen Schwierigkeiten machen, die dreifache Geldmenge an Gogos in Umlauf zu bringen, als damals in Wörgl im Umlauf waren.

Die Hauptsache wird sein, daß auch Arbeitnehmer, die normalerweise ihr Geld selbst dann zur Gänze ausgeben, wenn es nicht umlaufgesichert ist, Gogos in ihre Hände bekommen. Angestellte und Arbeiter in den beteiligten Geschäften und Gewerben kommen dabei in erster Linie in Frage. Wenn viele Leute mit Gogos in der Brieftasche etwas in den Geschäften kaufen wollen wird das Selbstinteresse der Kaufleute dazu führen, daß sie versuchen werden möglichst viele dieser Gogos zu erhaschen.

Selbst ein Arbeitsloser wird sich günstiges Fleisch in Form von Gogofleischgutscheinen kaufen aber dann wahrscheinlich früher damit andere Bedürfnisse decken. Besonders, wenn ihm klar gemacht wird, daß diese Gogos dann weiter lokal verwendet werden und das Geschäft im Ort beleben werden, was vielleicht auch ihm zumindest Gelegenheitsarbeit bringen könnte. Auch in Wörgl waren die 25% Arbeitslosen, die wieder Arbeit fanden nicht in ihren alten Betrieben unter gekommen. Die konnten mangels Absatz im Rest von Österreich gar nicht wieder eröffnet werden. Es war nur lokale Arbeit im Straßenbau und auch bei der Renovierung von Privathäusern, die den Löwenanteil der Arbeitsplätze schuf.
Wenn alle ihre lokalen Gogos ausgeben, können alle auch erwarten, sie irgendwann einmal wieder zu sehen.

Die Geschwindigkeit des Umlaufes und die Geschwindigkeit der Gogoausbreitung hängt nicht allein von den Gogos und der Arbeit der Gogomeister ab, sondern auch davon, was mit dem anderen Geld passiert. Der Idealfall für die Gogos wäre die Einführung eines Goldstandards, wie zur Zeit von Wörgl. Da wären die Gogos nicht mehr aufzuhalten.

Selbstverständlich ist der Welthandelsteil des Geldumlaufes nicht mit einem lokalen Geld zu machen aber das wird von ihm ja nicht verlangt. Es soll damit nur das aus den kleinen Städten zuerst verschwindende Geld, das dann im lokalen Umlauf fehlt, ersetzt werden. Gelingt das im Gegensatz zu Wörgl bevor die Betriebe mangels Absatz geschlossen werden müssen, kann der lokale Umlauf dadurch gesteigert werden, indem sich die Betriebe mehr auf lokalen Absatz umstellen.

In Wörgl wurde zu spät mit dem Wörgler Geld begonnen und daher geschah das nicht mehr. Die Betriebe waren schon stillgelegt und geschlossen. Daher konnten in der kurzen Zeit auch nur ein Viertel der Arbeitslosen wieder in den Geldumlauf eingebracht werden. Es ist zu hoffen, daß es diesmal gelingt lokales Geld früher in Umlauf zu bringen und später eine Ausweitung der Umlaufes zu erreichen. Die Kleinstädte in der näheren Umgebung leiden ja auch schon an Geldmangel und werden darum gerne dem Beispiel folgen, wenn sie erst sehen, wie das Geschäft mit dem lokalen Tauschmittel aufblüht.

Das geschah ja in Wörgl auch. Hätten damals alle 170 Gemeinden, die sich anschließen wollten, mitgemacht, wäre ein derartig großer Markt mit funktionsfähigen Geld versorgt worden, daß der Absatz vieler Güter gewährleistet worden wäre und noch mehr Arbeitslose als in Wörgl wieder Arbeit gehabt hätten. Dann wäre allerdings auch der fehlende eigene Wertstandard des Wörgler Geldes sein Untergang geworden. Das Wörgler Geld hätte nicht nur die latente Inflation des Nationalbankgeldes aufgezeigt sondern wäre wegen des fehlenden Wechselkurses selber wertloser geworden. Inflation und 12% Gebrauchsgebühr zusammen hätten zur Annahmeverweigerung geführt.

Diese Gefahr besteht für alle erfolgreichen Zweitwährungen, wenn sie keinen eigenen Wertstandard haben und darum haben die Gogos so einen Wertstandard und einen Wechselkurs zum anderen Geld. Dieser Wertstandard und die Kaufkraftgarantie ist auf jeden Gogoschein vermerkt.

Das erschwert zwar die Einführung der Gogos garantiert aber ihre Dauerhaftigkeit. Es zeigte sich bei den recht erfolgreichen Creditos in Argentinien, daß eine spätere Einführung eines eigenen Wertstandards oder einer Umlaufsicherung kaum gemacht werden kann. Es ist deshalb besser, das gleich am Anfang zu machen solange das Freigeld noch geringe Auswirkungen hat und erst wenig Waren damit vom Markt weggekauft werden.

Freigeld muß langsam wachsen und darf nicht ans alte Geld gebunden sein, wenn es sich frei entwickeln soll. Als Zweitgeld brauchen nicht mehr als 1 bis 2 Gogo pro Marktteilnehmer im Umlauf sein. Wieviel notwendig sein werden, wenn sie das einzige verbleibende Geld auf dem Markt sein werden, wird sich zeigen. Wahrscheinlich werden es gar nicht viel mehr sein aber das hängt dann von Handelsbräuchen und der erzielten Umlaufgeschwindigkeit ab.

Eine Umlaufgeschwindigkeit wie in Wörgl würde bedeuten, daß man nur 2% des heutigen Geldes braucht, um alle notwendigen Warenbewegungen zu bezahlen. Das bedeutet aber auch, daß die Gesamtkosten der Umlaufsicherung lächerliche Beträge sein werden. Wir wissen ja, daß in Wörgl die Gesamtkosten für etwa 3 Millionen Waren- und Dienstleistungsbewegungen 740 Schilling in der ganzen Zeitdauer des Experiments ausmachten. Dabei von Schwundgeld zu reden, ist ein Witz.

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Kommentare:

  • Wie könnte ein Bewusstseinswechsel aussehen,
    um in ein neues Zeitalter zu gelangen?

    Ein „Gehversuch“ in drei Schritten:
    Von der empathischen Naturbetrachtung über eine
    Änderung des Bewusstseins zur
    Erkenntnis einer neuen Basistechnologie
    (W. Kothe 2008)

    I. Man stelle sich die Frage: Was ist Wachstum?

    Schlüsselbegriffe: Stabiles Wachstum, Tumorwachstum, Bedeutung von Grenzwerten, Hierarchie, Heterarchie, basale Autarkie, Dezentralität

    I.1. Natürliches Wachstum:

    Beim natürlichen Wachsen, dehnt sich ein Organismus mit der Zeit räumlich aus. Es gibt dabei ein qualitatives Wachstum und ein quantitatives; beides ist eng miteinander verbunden.
    Beim qualitativen Wachstum beobachtet man, dass die Untereinheiten (Organe) eines Organismus in ihren Strukturen ständig komplexer werden. Dabei werden sie in sich immer vielfältiger, nehmen dabei aber i. d. R. ein (relativ zur inneren Oberfläche) immer kleineres Volumen ein. Deshalb läuft das natürliche Wachstum in quantitativer und in qualitativer Hinsicht immer gegen einen Grenzwert. Die räumliche Expansion ist deshalb stabil, weil eine große Vielfalt von Strukturen den eingenommenen Raum „abstützt“ (stabilisiert).
    Die innere Ordnung des gesamten Organismus steigt. Nicht nur die Vielfalt, sondern auch die Zahl der Untereinheiten nimmt zu (quantitatives Wachstum).
    Die Untereinheiten nehmen spezielle Aufgaben wahr. Trotzdem hat eine jede Zelle in den einzelnen Organen noch einen eigenen Grundstoffwechsel, der sie am Leben erhält (basale Autarkie).
    Auf dessen Basis werden dann spezielle Aufgaben übernommen. Je komplexer ein Organismus wird, desto autonomer werden die Untereinheiten. Sie ziehen immer mehr Steuerungsaufgaben an sich, die ihre innere Funktion vor Ort regeln. Dadurch werden die Leitungssysteme verkürzt, welche die Regelprozesse vermitteln. Die Regelung kann schneller ablaufen, das verkürzt die Reaktionszeit. Das Nervensystem beschränkt sich immer mehr auf grundlegende Steuerungsaufgaben und „entmachtet sich“ fortlaufend selber. Je komplexer und größer ein Organismus in der Natur wird, desto mehr Kompetenzen haben die Untereinheiten. Die Einheiten bilden eine flexible Ordnung aus. Auch wenn das Gehirn die zentralen Steuerkompetenzen wahrnimmt, steht es nicht an erster Stelle. Organismen sind deswegen keine hierarchischen Systeme, weil jedes System oder bestimmte Systemgruppen zusammen in bestimmten Lebenssituationen zeitlich begrenzt dominieren kann, wenn dies sein muss (man denke an die geänderten organischen Funktionen bei einen Kreislaufkollaps und deren Steuerung). Das nennt man Heterarchie. Organismen sind offene Systeme und stehen in einem regen Austausch von Energie, Stoffen und Information mit der Umgebung.
    Eine Hierarchie ist ein zentralistisches System, das auf Geschlossenheit bedacht ist. Es geht nach dem II. Hauptsatz der Thermodynamik stets dem eigenen Untergang entgegen, da es seine innere Ordnung schon aus physikalischen Gründen nicht aufrechterhalten kann.

    I.2 Was ist „Tumorwachstum“ (Hauptkennzeichen „Tumore wachsen exponentiell“)

    I.2.1 Allgemeine Kennzeichen von Tumoren:
    Es gibt Tumore, die sich wie ein Krake mit ihren Armen in die Gewebe des Wirtsorganismus „hineinfressen“. Dabei geht das befallene Gewebe allmählich zugrunde, da der Tumor die Blutversorgung zunehmend für sich beansprucht. Manche Tumore wachsen eher kompakt und üben einen steigenden Druck auf das umgebende Gewebe aus, ebenfalls mit dem Ergebnis, dass es immer schlechter mit Blut versorgt wird und abstirbt. Tumore wachsen exponentiell (bei fortlaufender Halbierung der Zeitschritte mindestens jeweils eine Verdopplung der Wachstumsrate). Irgendwann einmal kommt aber die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff nicht mehr mit. Hat der Tumor eine kritische Größe erreicht, stirbt sein Gewebe von innen her ab. Das nennt man „Zentralnekrose“. Oft fallen Bakterien in diese zentrale Zone zerfallenden Gewebes ein. Salopp gesagt: Der Tumor verfault von innen her. Dabei vergiftet er sich selbst und seinen Wirtsorganismus.

    I.2.2 „Tumoröse“ Strukturanaloge: „Stadttumore“:
    Historisch betrachtet, setzte das Wachstum der Städte im Zuge der Industrialisierung mit der großen Landflucht ein. Die zweite Phase städtischer Expansion begann in Europa erst vor einigen Jahrzehnten mit zunehmendem Wohlstand. Dabei wurden die früheren Bewohner zuerst aus den Innenstädten verdrängt, weil zunehmend Platz für den Handel und den Wandel gebraucht wurde. Mietshäuser wurden zunehmend in Geschäftshäuser umgewandelt. Banken und Bürogebäude wuchsen in den früher bewohnten Stadtkernen empor. Die Bevölkerung wich zunehmend an die Peripherie der Städte aus, ein Vorgang ungehemmten Landverbrauchs, der besonders in Schwellenländern noch immer anhält. Im Zuge der weiteren urbanen Expansion siedelten sich dann immer mehr Produktionsstätten in der Umgebung der Städte an. In letzter Zeit werden den Produktionsstätten auch Verkaufsflächen angegliedert. Die Produkte können dort ohne Zwischenhandel billig an den Mann gebracht werden. Die Geschäfte der Innenstädte können nicht konkurrieren und gehen Pleite. Weder von Menschen bewohnt noch kommerziell genutzt, sterben die Städte von innen her ab. In der Tat erinnert das Siedlungsbild moderner Städte in seiner Struktur an einen Tumor. Auch die typische „Zentralnekrose“ findet ihre Schrecken erregende Analogie. Die inneren Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus (Tumorwachstum) enthüllen sich äußerlich auch im Ergebnis der Entwicklung moderner Städte. Es sind ohne jeden Zweifel und offensichtlich die Eigenschaften tumorösen Wachstums, die sich hier als städtische Struktur darstellen (Hinweis: Man betrachte z. B. den Verfall der „Autostadt“ Detroit, deren Innenstadt buchstäblich zerfällt).
    Wenn es nicht gelingt, die Städte wieder „mit Blut zu versorgen“, sprich junge Familien in den Stadtkernen anzusiedeln, werden sie von innen her verfaulen, sprich zerfallen. Dazu muss man in den Lebensraum „Stadt“ wieder genügend „Grün“ bringen und die Betonwüsten beleben. Sonst werden Innenstädte zunehmend aufgelassenen Friedhöfen gleichen.

    Richtige Frage:
    Wie müssen wir unser Bewusstsein verändern, um besser an die Natur angepasst zu sein?

    Richtige Antwort:
    „Wir müssen so denken, handeln und organisieren, wie die Natur wächst.“

    II. Hauptmerkmale eines sog. „transklassischen“ Bewusstseins

    Schlüsselbegriffe: Materie und Bewusstsein als Ausdruck von Erfahrung, Schichttopologie der Erfahrung, der Geist als offenes System

    Für das sog. transklassische (oder offene) Bewusstsein von zentraler Bedeutung ist die Erkenntnis, alle inneren, psychischen Vorgänge der Bildung von Bewusstsein seien auch den Verdichtungsprozessen (oder Kondensationen) analog, die für das Entstehen der äußeren, physikalischen Welt verantwortlich sind. Innere und äußere Welt sind demnach gleichermaßen Phänomene der Tätigkeit von Bewusstsein, also Wirkungen des Geistes. Anschaulicher kann man sich diese Vorgänge machen, wenn man Strukturen in der Natur betrachtet, die natürlich gewachsen sind. Das Wachstum von Organismen kann man, wie oben dargestellt, als eine Expansion auffassen, bei der die Untereinheiten, also die Organe aus denen er besteht, an Komplexität ständig zunehmen. Beides ist beim Wachsen miteinander korreliert (die Expansion fußt einerseits auf einer qualitativen Änderung der Untereinheiten, andererseits auf deren quantitativer Zunahme. All das beinhaltet der Vorgang der Zellteilung, als Differenzierung und Vermehrung).

    Zwischen dem „inneren“ Wachstum von Bewusstsein, sprich der Entstehung von Erfahrung und dem „äußeren Wachsen“ eines Organismus gibt es deutliche Analogien:

    • Für beide Vorgänge sind zuerst einmal Information und Energie nötig, die sie jeweils für die einzelnen Wachstumsschritte brauchen.

    • In jedem Wachstumsschritt „erinnert“ sich sowohl das Bewusstsein als auch ein Organismus an alle vorhergehenden Phasen, die durchlaufen wurden.

    • Alle jeweils „neu“ entstehenden Strukturen „integrieren“ fortlaufend räumlich und zeitlich alles, was vorher war (Stichwort: „Erfahrung der Evolution“, „Phylogenese gleicht Ontogenese“).

    • Das führt zu einem geschichteten Aufbau von Erfahrung in der Gestalt eines „Organismus“.

    Bei Erreichen einer bestimmten Stufe von Komplexität, sprich einer bestimmten Dichte von gespeicherter Information und Energie, erhalten sowohl das Bewusstsein als auch ein Organismus wieder einen „Eintrag“ an neuer Energie und Information und damit neue Möglichkeiten der Regeneration und Wandlung (graduelle Metamorphose). Dies geschieht solange, bis der maximale Grad an Komplexität erreicht ist. Dieser ist vorprogrammiert. Dann muss die Struktur entweder vollkommen transformiert, sprich neu und erweitert programmiert werden (um eine generelle Metamorphose möglich zu machen), oder sie geht unter. Sie bleibt also auf einer Stufe stehen, die man sich als Schleife vorstellen kann: Entstehen, Blüte, Untergang (zyklisch selbstbezügliche, oder selbst-referentielle Zeitqualität)

    Es gibt aber auch die kreative, offene oder gerichtete Zeitqualität:
    Wegen dieser „vertikalen Dimension des vollkommen Neuen“, die man sich senkrecht zu den Wachstumsschichten stehend vorstellen muss, kann keine auf elementare Eigenschaften von Einheiten zurückgeführt werden, die jeweils darunter liegen. Es also gibt „das unvorhersagbar Neue!“ Elementare Eigenschaften, auf die alle Schichten reduzibel wären, existieren dabei aus diesem Grunde nicht. Das sind Kennzeichen eines offenen kreativen Systems.
    III. Transtechnik:

    Schlüsselbegriffe. Offene Systeme; konservativ-selbstbezügliche Zeitdimension; offen kreative Zeitdimension; Schichttoplogie der Erfahrung, abgebildet durch Membransysteme; Empathie

    III:1

    These A: Das Weltbild auf der Basis des transklassischen Bewusstseins ermöglicht auch die Entwicklung einer transklassischen Art der Technik (einer „Transtechnik“).
    Diese stellt, weil hochgradig an die Natur angepasst, für eine technische Zivilisation die optimale Entäußerung von Bewusstsein dar.

    Der Transfer der aufgeführten Analogien zwischen dem Wachstum von Erfahrung, also auch dem von Organismen auf die Technik kann geleistet werden.

    Wie bewerkstelligen wir also es konkret, zu solch einer „Transtechnik“ zu kommen? Wir müssen Schichten aufbauen. Eine (geschlossene) Schicht kann als zyklisch-selbstreferentiell, ein Stapel also offen –gerichtet angesehen werden.

    III.2

    Künstliche Membranen als primitive Träger einfacher Prozesse geschichteter Reflexion

    These B: Geschichtete poröse Membranen mit bestimmten physikalischen Eigenschaften können Prozesse tragen, die in primitiver Weise geistigen Reflexionen analog sind.

    Der Prozess der laufenden Verdichtung von Erfahrung setzt die Analyse von Bewusstseinsinhalten sowie deren Neuordnung voraus. Komplexe Ideen werden zerlegt, auf ihre Essenz (ihre wesentliche und grundsätzliche Bedeutung) hin untersucht, im Lichte völlig neuer Zusammenhänge gesehen und dann entsprechend verknüpft. Die ideelle Analyse und Synthese können auf materieller Ebene als Lyse (Auflösung) in die Komponenten eines Stoffes und deren Neusynthese mit anderen Komponenten aufgefasst werden.

    Wenn diese materiellen Prozesse der „geistigen Verdichtung“ von Erfahrung analog sein sollen, muss die Struktur komplexer, das eingenommene Volumen kleiner werden. Das setzt eine bestimmte Struktur der Diaphragmen oder Membranen und eine bestimmte Form der Anregung voraus.

    Die Stoffe, welche durch eine Membrane passieren, können sich in der genannten, analogen Weise verändern, wenn die inneren Reaktionsräume sich eignen. Dazu müssen diese selber immer kleiner, aber auch in sich komplexer werden. Man kann das am Aufbau einer Lunge sehen (Man sieht zur Oberfläche hin eine „Verfeinerung“: Bronchien, Bronchioli, Alveolen)

    Die Lungenalveolen stellen selber „kondensierte“ komplexe Strukturen dar, welche vornehmlich außen unter der Oberfläche der Lunge angelegt sind. Um diese Prinzipien auf Werkstoffe abzubilden, muss man sich einen geschichteten Aufbau einer Membrane vorstellen, wobei die Reaktionsräume, in nach außen immer dünneren Schichten, immer komplexer werden.
    Was hat man davon?

    In der Chemie sorgen oft große Drücke und Temperaturen dafür, dass die Reaktionspartner sich treffen und mit einander reagieren können. Man braucht dazu also viel Energie. In den Membranen, die man als chemische Reaktoren auffassen könnte, sorgt zum einen die Geometrie der Reaktionsräume dafür, dass die Reaktionspartner zueinander kommen.

    In sog. BROWN‘schen Motoren (s. Internet), die man nano-technologisch herstellen kann, dagegen erreicht es eine ausgeklügelte Geometrie elektronenmikroskopisch kleiner Poren und Leitungen, dass die molekulare Wärmebewegung (die sog. „BROWN‘sche Zitterbewegung“) stark eingeschränkt wird. Die Moleküle können sich fast nur noch in der gewünschten senkrechten Passagerichtung durch die Membrane bewegen.

    Die BROWN‘schen Motoren werden gewöhnlich mechanisch angeregt, indem an die flüssigen Medien, die sie i. d. R. enthalten, ein Wechseldruck angelegt wird. Denkbar sind aber auch elektrische Felder, welche dafür sorgen, dass die Moleküle, die miteinander reagieren sollen, im Raume vorgeordnet werden. Ihre Bewegungsmöglichkeiten sind ebenfalls weiter einzuschränken, wenn die Reaktionskavernen von elektrischen Feldern durchzogen sind, welche die Moleküle des Membranmaterials aufbauen. Man nennt diese inneren elektrischen Felder „LORENTZ-Felder“, die genannten Materialien Ferroelektrika. Die Energie, welche sie zum Start der chemischen Reaktion brauchen, könnte ebenfalls auf elektrischem Wege (durch einen Impuls z. B.) eingebracht werden.

    Dazu könnte man die Schichten nach einander gezielt durch eine Wechselspannung oder eine gepulste Gleichspannung anregen. Die Synthese eines Stoffes würde dadurch in ihren einzelnen Schritten zu kontrollieren, ohne große Energien aufbringen zu müssen, da Verluste durch Wärmebewegungen weitgehend reduziert sind. Natürlich muss man die geeigneten Frequenzen für die Anregung der Moleküle ermitteln.

    Nach der Reaktion weichen die Syntheseprodukte in die nächst obere Schicht (oder den Raum zwischen Membran und Reaktorgehäuse) aus, um den anregenden Impulsen zu entgehen. Dort nehmen sie eine neue Eigenfrequenz an und reagieren nicht mehr auf die Impulse der Anregung (diese müsste jetzt bei Bedarf neu angepasst werden). Das wiederum erlaubt die Einnahme eines neuen Zustandes „kleinst möglicher Feldenergie“. Entfernt man das gewünschte Produkt durch einen Unterdruck aus dem Reaktor, würde die Reaktion bei geringerem Energieeinsatz ablaufen und erhalten werden, als in Hochdruckreaktoren. Ein neues Kapitel der Elektrochemie könnte geschrieben werden. Dazu gehört auch das Gebiet der kalten Fusion.

    Was transtechnische Systeme vielleicht „sonst noch“ können, dazu siehe ...

    Fazit:
    Die Natur ist und bleibt unser bester Lehrmeister und Ratgeber. Es hängt damit von unserer Fähigkeit zur Empathie ab, ob und wie wir uns weiterentwickeln. Denn nur auf der Basis eines gesteigerten Einfühlungsvermögens können wir die Anpassungsleistung erbringen, die jetzt von uns verlangt wird. Empathie ist letztlich ein Ausdruck der Liebe.


  • zitat"....Die Untereinheiten nehmen spezielle Aufgaben wahr. Trotzdem hat eine jede Zelle in den einzelnen Organen noch einen eigenen Grundstoffwechsel, der sie am Leben erhält (basale Autarkie).
    Auf dessen Basis werden dann spezielle Aufgaben übernommen. Je komplexer ein Organismus wird, desto autonomer werden die Untereinheiten. Sie ziehen immer mehr Steuerungsaufgaben an sich, die ihre innere Funktion vor Ort regeln. Dadurch werden die Leitungssysteme verkürzt, welche die Regelprozesse vermitteln. Die Regelung kann schneller ablaufen, das verkürzt die Reaktionszeit. Das Nervensystem beschränkt sich immer mehr auf grundlegende Steuerungsaufgaben und „entmachtet sich“ fortlaufend selber. Je komplexer und größer ein Organismus in der Natur wird, desto mehr Kompetenzen haben die Untereinheiten. Die Einheiten bilden eine flexible Ordnung aus. Auch wenn das Gehirn die zentralen Steuerkompetenzen wahrnimmt, steht es nicht an erster Stelle. Organismen sind deswegen keine hierarchischen Systeme..."
    (ziataende)

    Genau...Aber das Gehirn hält trotzdem alles zusammen..Du meinst jetzt das autonome Nervensystem...Deswegen folge ich auch nicht der Ansicht von tar,das das Geldmonopol völlig entmachtet wird..dann bricht alles zusammen..
    Mehr Autonomie ist wichtig ,und dafür ist Regio einen Wertvolle Ergänzung,
    Ich denke aber nicht,das wir die Verantwortung für gesamte Wirtschaft und Geldumlaufmenge den einzelnen Regionen übergeben dürfen
    Ich denke der text oben ist etwas idealistisch angehauscht,aber setzt sich nicht wirklich auseinander mit wirtschaftlichen Fakten

    zitat.."Man muß den Leuten allerdings klar machen, daß das alte Geld eigentlich leider wertlos ist und daß sie es so schnell als möglich los werden sollen. Es wird die meisten nicht sehr stören, wenn man ihnen klar macht, daß gleichzeitig auch ihre Schulden wertlos werden..."

    Das ist einfach so behauptet.Hinter dem Wert der Währung steckt stets eine Wirtschaftskraft..und deswegen wird man es den Leuten nicht klarmachen,weil es Unsinn ist..und der Regio kann nicht die Kraft des Euros erreichen,weil ein Regio stets nur die Wirtschaftskraft der jeweiligen Region verkörpern kann..doch viele regionen gaben heute gerade wegen des Euros Wirtschaftskraft..doch das blendet tar einfach aus..


  • @tar
    Es wird durch regionale Tauschmittel eine Dezentralisierung der Staatsmacht erzwungen werden. Die politischen Auswirkungen, werden nicht nur ein Europa der Regionen bringen. Es wird auch aus Ländern der Regionen bestehen. Die wirtschaftliche Überlegenheit der Freigeldregionen und deren Beispiel wird sehr schnell Nachahmer in der ganzen Welt finden und die Zusammenarbeit der verschiedenen Freigeldinseln wird leicht organisiert werden können, weil sie ja alle ein kaufkraftbeständiges Tauschmittel haben werden.
    Ein Tauschmittel, welches sich keine Region verbieten lassen wird. In diesen Regionen werden Unternehmer Zugang zu viel günstigeren Krediten haben als ihre Konkurrenten in Regionen oder Ländern ohne Freigeld. Damit können sie ihre Waren unschlagbar günstig anbieten. Jeder Prozentpunkt, um den die Zinsen sinken, senken den Kostenanteil an Kapitalkosten in den Preisen und steigern den Unternehmergewinn. Wieviel dieses höheren Unternehmergewinnes dann als Preissenkung weiter gegeben wird oder als höhere Entlohnung der Mitarbeiter hängt von der Konkurrenz um gute Mitarbeiter ab, die in einer Freigeldregion wegen der fehlenden lohndrückenden Arbeitslosen recht stark sein wird.

    Das ist ja ganz was Neues,dass Konzerne und Unternehmer ihre Kapitalkostenersparnis unbedingt sofort an die Preise weitergeben...Das ist sehr unwarscheinlich in einem konkurierendem Markt...Ausserdem bestimmen Monopole heute den Markt und können
    jederzeit Preiskämpfe führen
    Das Arbeitslosenproblem wird es genauso wie jetzt geben...
    Das hat was mit Wachstum zu tun...und vielen anderen Dingen
    Es gibt viele weitere Ursachen von Arbeitslosigkeit,abgesehen von der kapitalbedingeten.
    Konjunkturbedingte Arbeitslosigkeit,strukturell bedingte Arbeitslosigkeit und organisationsbedingte Arbeitslosigkeit.Ein paar Punkte kann ich ja kurz dazu stichpunktartig nennen als Gründe für Arbeitslosigkeit,die mir spontan einfallen:
    Künstliche Verteuerung des Faktors Arbeit(zu hohe oder starre Löhne),Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland,wo die Löhne oder Steuern billiger sind,Rationalisierung duch moderne Technik(Maschinen ersetzen Menschen zur Steigerung der Profitrate des Unternehmers,)starre Arbeitsmärkte im Bezug auf Mobilität und Qualifikation.Ein anderer Grund sind auch z.B. Gewinneinbußen des Exports durch den schwachen Dollar(Beispiel BMW,die deswegen Produktionsstätten nach Amerika verlagert haben),also Einkommensverlagerungen,Insolvenzen,freiwillige Arbeitslosigkeit wegen z.b hoher Kapitaleinkommen(Erbschaft,Gewinn u.a.),Fehlallokation


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