Der Gogoumlauf
Manche Leute machen sich Gedanken, wie schnell die Gogos umlaufen werden, weil sie glauben, daß ein zu schneller Umlauf Gogoinflation bedeuten würde. Diese Leute täuschen sich. Die Gogos werden genau so schnell oder so langsam umlaufen als notwendig ist, um ihre Kaufkraftgarantie zu erfüllen.
Das ist nicht einmal in der Hand des Gogomeisters. Niemand wird ihm mehr Gogos abnehmen, als er verwenden kann und schon gar nicht wenn die an Wert verlieren würden. Der Gogomeister ist dazu gezwungen nicht mehr Gogos auszugeben als gebraucht werden und wie schnell die Gogos umlaufen spielt dabei keine Rolle. Laufen sie zu schnell um und werden dabei wertloser, besorgt sich niemand neue.
Laufen sie zu langsam um, passiert das Gegenteil.
Die Gogomenge im Gebrauch wird immer recht genau G mal U im nötigen Ausmaß ausmachen. Sowohl Menge als auch Umlaufgeschwindigkeit werden sich mit den Warenstrom einpendeln, dessen Preisniveau dadurch kontrolliert ist, daß der Wechselkurs der Gogos durch den Konsumerpreisindex festgelegt ist, solange das Erstgeld noch funktionsfähig bleibt.
Verliert es diese Funktionsfähigkeit muß ein Gogopreisindex erstellt werden. Das ist aber erst dann notwendig, wenn die Gogos das vorwiegende Tauschmittel in einem Land geworden sind.
Ich rechne mit einer Umlaufgeschwindigkeit, welche ungefähr die Hälfte der in Wörgl erreichten von etwa 500 mal im Jahr ausmachen wird, aber es ist, wie gesagt, egal. Gogomenge mal Umlaufgeschwindigkeit sind die wirksame Geldmenge und erlauben die Handelsgewohnheiten eine höhere Umlaufgeschindigkeit braucht man eben nur eine kleinere Geldmenge. Bewegen sich die Gogos langsamer als erwartet, braucht man eben eine größere Geldmenge. Beide Größen sind nicht statisch.
Die Kaufkraftgarantie regelt sowohl Geldmenge als auch Umlaufgeschwindigkeit automatisch und wenn ein Gogomeister die Kaufkraftgarantie nicht einhalten kann, wird er nicht lange Gogomeister bleiben. Die Kaufleute der Gogoallianz werden ihn sehr schnell verjagen, denn sie wollen ja ein kaufkraftstabiles Tauschmittel haben. Die geringe Gebrauchsgebühr der Gogos wird die Gogos nicht in eine extrem schnelle Umlaufgeschwindigkeit treiben aber sie wird ausreichen Hortung zu verhindern.
Das ist alles, was verlangt wird. Umlaufgeschwindigkeit und Geldmenge genug, um Waren und Dienstleistungen vom Markt zu räumen. Das ist soweit klar. Sind die Gogos erst einmal im Umlauf regelt sich ihre Umlaufgeschwindigkeit einschließlich ihrer Menge fast automatisch, wenn man die Kaufkraft stabil hält.
Das besagt aber nichts für den Anfang, wenn man die Gogos erst in Umlauf bringen muß.
Selbst die Annahmebereitschaft vieler Kaufleute nützt nichts, wenn keine Gogos umlaufen. Der Oldy hatte da so viele Ideen, wie man Gogos in Umlauf bringen könnte und probierte auch einige aus. Da hatte er genügend Kaufleute, welche die Gogos annehmen wollten aber es kamen keine in Umlauf. Er kaufte sogar drei Kälber und verkaufte dann die Gogos als Rindfleischgutscheine. Das funktionierte auch, brachte aber die Gogos nicht wirklich in Umlauf. Alle behielten die Scheine und tauschten sie dann für das Rindfleisch ein. Es war ein Schlag ins Wasser. Der Oldy verdiente da zwar nicht schlecht, aber Gogoumlauf brachte es keinen.
Da hatte er nun die Gogos und die Kaufleute, die sie annehmen wollten aber keinen schnellen Weg sie in Umlauf zu bringen.
Da kam ihm die Königsidee. Er dachte: ?Wenn die Kaufleute die Gogos annehmen, dann müssen sie die sowieso weitergeben, warum gebe ich ihnen nicht gleich welche als Kredit??
Er unterbreitete den Vorschlag zwei Kaufleuten und erklärte ihnen folgenden Plan: ?Ich gebe etwa 20 Kaufleuten einen zinsfreien Halbjahreskredit von 100 oder 200 Gogos und sage ihnen, daß sie damit entweder ihren Angestellten einen Teil ihres Lohnes zahlen sollen oder selbst etwas bei einem anderen Kaufmann dafür kaufen sollen. Gleichzeitig damit sollen sie die Akzeptanzschilder in ihre Auslagen geben, damit die Angestellten der anderen Kaufleute sehen und auch die Kaufleute selber, wo sie ihre Gogos verwenden können.?
Die Kaufleute waren begeistert von dem Plan und sagten sofort, daß sie so einen Kredit nehmen werden. Als der Oldy sah, daß er in einigen Stunden ein Drittel der nötigen Kaufleute beisammen hatte, bremste er. Er sah nun, daß die Sache funktionieren würde und er wollte nun dieselbe Idee benützen um die Ausbreitung der Gogos in andere Städte der Umgebung vorzubereiten.
Die Grundidee dabei ist die, daß damit der Opposition keine Zeit mehr bleibt ein kleines lokales Geld abzuwürgen und eine Ausbreitung zu verhindern. Sie brauchten in Wörgl 14 Monate dazu einen einzigen kleinen Ort klein zu kriegen. Was werden sie machen können, wenn es in Monaten ein ganzer Landstrich ist? Wenn das Ganze nicht ein weisungsgebundener Bürgermeister macht sondern Gruppen von Kaufleuten in weit verzweigten Städten und Orten?
Der Oldy hat die ganze Sache in den letzten zwei Wochen durchdacht nachdem er sah, daß die Kaufleute bereit waren mitzumachen und hat auch schon einiges geschrieben für die Arbeit in den anderen Städten und er wird die Gogomeister darüber informieren auch darüber, wie die ganze Sache nur mit Krediten finanzierbar ist.
Eigentlich sind das auch gar keine Kredite. Es sind ja die eigenen Gutscheine, welche die Gewerbtreibenden ausgeben.. Der Gogomeister organisiert nur dern Druck der Gutscheine. Solange, die im Umlauf bleiben, sind sie eigentlich ein Geschenk, das sich die Gewerbetreibenden selber machen. Sie kaufen damit eine Ware oder Leistung. Bekommen sie selber dann solche Gutscheine als Zahlung, verdienen sie ja damit und können sie sofort wieder verwenden.
Allerdings kostet die Verwaltung und Werbung auch etwas Geld, Die Gewerbetreibenden werden daher nur 90% der Seignorage behalten können. 10% werden bei der Erstausgabe von Verwaltung und Werbung beansprucht werden. Später werden die Verwaltungskosten durch die 5% Umlaufgebühr gedeckt werden und durch den Verkauf der Werberückseiten.
Die 10% fallen ja nur einmal an. Die Seignorage ist kein dauerndes Einkommen. Reich wird davon niemand. Denkt immer daran wie lächerlich gering die Geldmenge in Wörgl war. Ein halber Schilling pro Benützer! Die wahren Gewinne brachte der Umsatz von drei Millionen mit Hilfe von etwas über 5000 Schilling Geldmenge.







