Der Geist der Gogos
Hinter jedem Gogo steht ein Gespenst! Es ist der kanadische Dollar des Jahres 1980. Er bestimmt den Wert (die Kaufkraft) des Gogos.
Das garantiert der Gogomeister und schreibt das auch auf jeden Schein. Das tun die Betrüger, die das heutige Geld herausgeben, nicht. Früher einmal garantierten sie wenigstens den Umtausch ihrer Banknoten auf Verlangen gegen eine bestimmte Menge Goldes aber dessen Wert und damit den Wert des Geldes garantierten sie auch nicht. Heute garantieren sie gar nichts mehr und niemand verlangt es anscheinend von ihnen.
Nur von einem Gogomeister wird verlangt, daß er nachweist, wie er den Wert der Gogos halten kann. Jeder, der nicht einmal riskiert einige Gogos zu verwenden, glaubt das Recht zu haben, die Sache ganz genau erklärt zu bekommen.
Es soll auch getan werden, denn genau so wie das Geld von Wörgl seinen Wert behalten hat und sogar im Gleichschritt mit dem Schilling der Nationalbank mehr wert wurde, kann das jeder Gogomeister tun.
Er bestimmt souverän den Wert der Gogos und könnte den auf jeder beliebigen Höhe durch Käufe und Verkäufe zum entsprechendem Kurs halten. Er hat allerdings garantiert, daß er den Wert entsprechend dem Wert des Dollars aus dem Jahr 1980 halten wird und das kann er auch.
Erstens handelt es sich dabei nur um geringe Mengen und zweitens kann er das Einkommen aus der Gebrauchsgebühr von 5% im Jahr dazu verwenden etvaige Kursverluste auszugleichen. Solange die Gogos in Umlauf bleiben, braucht er gar keine zurückkaufen. Die Frage, die gestellt werden kann, ist also eine ganz andere. Es ist die Frage, ob die Leute Gogos akzeptieren werden und diese Frage wird die Praxis beantworten.
Die Leute werden Gogos annehmen, wenn das andere Tauschmittel wegen Deflation vom Markt verschwunden ist und sie werden es sogar dann schon tun, wenn das andere Tauschmittel wegen Stagflation rar geworden ist. Wenn aber Gogos als Tauschmittel umlaufen, kaufen sie das ?Überangebot? von Waren vom Markt weg und ohne Waren verliert dann das wegen Deflation vom Markt verschwundene andere Geld seinen scheinbaren Wert.
Solange es das noch nicht ganz getan hat, verwendet der Gogomeister einfach den entsprechenden Wechselkurs und hält damit die Kaufkraft der Gogos auf den exakten Wert des kanadischen Dollars von 1980. Stellt sich später die Wertlosigkeit des heutigen Dollars heraus müssen eben die Preiserhebungen in Gogopreisen gemacht werden, um das Preisniveau festzustellen. Es geht nämlich um das Preisniveau und nicht um einzelne Güterpreise. Einzelne Preise haben zwar auch Querverbindungen zu anderen Preisen (bei Gold nennt man das die Goldkonstante) aber diese Preise sind ungeeignet den Wert eines Tauschmittels zu erkennen. Ein Tauschmittel kauft viele verschiedene Waren und wie sein Verhältnis zu einer einzelnen Ware ist, hat nur wenig Zusammenhang mit seinem Gesamtwert. So mag langfristig die Goldkonstante bei Goldwährungen erkennbar sein, aber in Wirklichkeit verändert sich der Wert dauernd in Inflationen und Deflationen.
Was jeder Gogomeister tun kann und auch tun muß, wenn seine Gogos von Dauer sein sollen, ist, sie wertbeständig zu halten. Das kann er für die geringe Gebühr von 5% im Jahr tun und diese Gebühr hält auch gleichzeitig die Gogos im Umlauf.
Bleiben sie im Umlauf, braucht er sich keinerlei Gedanken über die ?Deckung? der Gogos machen. Sie sind durch die Waren und Leistungen aller Gogoverwender gedeckt und das andere Geld, das er für sie bekommen hat, wird er nie wieder verwenden müssen.
Ein Gogomeister kann daher mit dem tun, was er will. Er kann sogar einen Teil davon verschenken oder ihn verwenden, um die Gogos zu propagieren. Er darf das nur nicht in einem Ausmaß tun, der den Wert der Gogos gefährden würde. Er darf nicht mehr in Umlauf bringen, als verwendet werden.
Diese Gefahr ist am Anfang sehr gering. Wenn er selber oder die Kaufleute, mit denen er zusammen arbeitet merken, daß sie mehr Gogos in Umlauf gebracht haben als verwendet werden, geben sie einfach Teile davon, die sie als Zahlung für Waren eingenommen haben, nicht mehr gleich aus. Sie merken das ja sofort, wenn sich die Annahmebereitschaft und der Wert der Gogos verringert.
Das wird nicht passieren und ist auch in der ersten Gogoinsel am Anfang nicht passiert. Es wurde kein einziger der zuerst ausgegebenen Gogos wieder rückgetauscht gegen Landeswährung. Diese Gogos liefen einfach langsamer um. So ist es ja auch mit dem heutigen Geld. Es behält seinen Wert wenn es nicht verwendet wird Waren damit zu kaufen. Die Leute warteten einfach mit den wenigen Gogos bis sie etwas damit kaufen konnten. Viele kauften damit das bestellte Fleisch des Gogomeisters. Der muß jetzt etwas anderes dafür kaufen und wird das auch tun, wenn er von seinem Europaurlaub zurück gekommen ist.
Dasselbe ist es übrigens auch bei Aktien auf der Börse. Solange nicht zu viele verkauft werden, behalten sie ihren Papierwert und alle Leute glauben, daß sie das wert wären. Erst wenn mehr Leute ihre Aktien verkaufen wollen, als es Käufer für sie gibt, merken sie den Trugschluß.
Da es bei den Gogos keine nicht umlaufenden geben wird, müssen sie ihren Wert auch täglich beweisen und sie können das auch. Wer dem nicht traut, der kann sie nur möglichst schnell ausgeben. Mehr verlangt niemand von ihm.
Gebt die Gogos nur aus. Mehr verlangt niemand von euch.







