Den Seinen gibts der Herr im Schlaf
Wieder einmal sah ich den Weg, als ich gerade einmal enttäuscht über die langsamen Fortschritte der Gogos eingeschlafen war. Ich bin ja langsam schon daran gewöhnt, daß ich immer Eingebungen bekomme, wenn ich irgendwelche Probleme bei der Entwicklung des alternativen Freigeldes habe, aber diesmal war das etwas anderes. Ich sah, daß die Idee seit zwei Jahren sehr schnelle Fortschritte gemacht hat, wenn man bedenkt, daß es Jahrtausende keine gab und selbst nach der grundlegenden Erkenntnis von Silvio Gesell von vor über 100 Jahren und den praktischen Experimenten von Schwanenkirchen und Wörgl vor über 70 Jahren sich nichts bewegte.
Zwar hatte ich den grundlegenden Fehler, den schon Gesell selber gemacht hatte, der ein freies Geld durch den Staat einführen wollte und damit seinen Anhängern die Sicht verbaute, schon lange erkannt, aber wie schnell eigentlich diese Erkenntnis Folgen hatte, war mir gar nicht zum Bewußtsein gekommen. Es ging mir zu langsam. Ich war zu sehr auf die Anfangsprobleme konzentriert und auf deren Überwindung und sah die positive Entwicklung nicht. Daher fehlte mir der nötige Abstand, den zu erkennen.
Nun sehe ich aber, wie nahe wir schon dem Durchbruch gekommen sind und kann ruhig die Weiterarbeit auch an andere delegieren. Ich habe den Weg gezeigt und habe etwas getan und natürlich dabei Fehler gemacht und erkannt und andere tun jetzt schon dasselbe. Ich habe aus Gesells Monopolfreigeld ein wirklich freies Freigeld gemacht und habe bei einigen, die meine "Gogos" weiterentwickeln auch mitgearbeitet und selbst wenn da bei einigen Initiativen wieder Rückschritte gemacht werden, ist das nicht von großer Bedeutung. Es gibt schon welche, die es richtig machen und ein einziger Freigeldmarkt von ausreichender Größe wird beispielgebend für viele sein. Die es falsch machen und ihre Fehler nicht verbessern, werden erfolglos bleiben.
Doch nun zu dem, was ich gerade erkannt habe. Wir brauchen jetzt nur mehr einen Minimalmarkt von etwa 200 regionalen Gewerbetreibenden samt ihren Mitarbeitern und Kunden als Beispiel. Wir brauchen weder eine politische Mehrheit noch ein staatliches Währungsamt. Wir brauchen kein anderes Monopolgeld und wer es vertritt, ist kein Freiwirt, selbst wenn er selber glaubt, einer zu sein.
Das ist alles. Der Rest ergibt sich von selber. Weder der Staat noch existierende Monopole, die ja nur eine Folgeerscheinung des jetzigen Geldsystems sind, haben ein wirkliches Interesse für die wenigen Nutznießer des heutigen Systems die Kastanien aus dem Feuer zu holen, wenn sich wieder einmal die Wertlosigkeit des heutigen Geldes herausstellt.
Das wird wieder passieren und wir sollten vorher einen Ersatz dafür haben. Haben wir den rechtzeitig, können wir damit die Deflation des alten Geldes verhindern und damit auch den darauf folgenden Krieg und die Sachkapitalzerstörung, die notwendig sind, um das alte System zu erhalten.
So wenig ist notwendig. Ein regionaler Minimalmarkt mit wirklichem Freigeld! Der Rest wird dann fast selbsttätig und sehr schnell sich selber entwickeln. Aller Anfang ist schwer, aber wenn man erst erkannt hat, wie klein eine kritische Masse nur zu sein braucht, müßte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn es uns nicht gelingt, die zu schaffen.
Wir sollten uns nur nicht zu lange Zeit damit lassen,sonst könnten Krise, Krieg oder Bürgerkrieg uns einen Strich unter die Rechnung machen. Es gibt aber in Deutschland schon einige Initiativen als Hoffnungsträger und die ersten Erfahrungen zeigen, daß gerade sie ausländischen Gewerbetreibenden, die ersten sind,, die bereit sind Freigeld zu akzeptieren. Da wird es wohl keinen Bürgerkrieg geben, denn Leute,die friedlichen Handel miteinander treiben, kämpfen nicht miteinander.
Die Frage ist nur, wie schnell sich Freigeldzonen entwickeln werden, wenn man erst eine kritische Marktgröße erreicht hat. Dazu können wir das Beispiel von Wörgl heranziehen.. Da hatte sich nach drei Monaten der Anfangsmarkt schon verdoppelt und nach einem Jahr hätte er sich schon verhundertfacht, wenn das Verbot nicht gekommen wäre. Da waren schon 170 weitere Gemeinden bereit mitzumachen. Darunter Linz mit damals 105,000 Einwohnern. Das allein wären 25 mal so viel gewesen, wie die ursprünglichen Wörgler. Dabei waren der Rechtsstreit und das drohende Verbot sicherlich einer Ausbreitung nicht dienlich. Es war auch keinerlei Ausbreitungsstrategie geplant. Diesmal gibt es dafür schon Pläne und praktisch schon 50 Initiativen, die einem erfolgreichen Beispiel sofort folgen würden, auch wenn viele von ihnen es derzeit noch falsch machen. Mit anderen Worten. Es werden nicht nur 100 mal so viele sein nach einem Jahr, wie in Wörgl sondern vielleicht 1000 mal so viel.
In drei Jahren könnte die gesamte Welt Freigeld verwenden. Es ist nahezu unglaublich, aber wir brauchen wirklich nur einen beispielgebenden Markt von kritischer Größe und die Erde kann in kurzer Zeit zum Freigeldgarten von Eden werden..
Wir sind derzeit in einer Periode der Wirtschaftszyklen, wo sich die Geldmenge bis zur Wertlosigkeit vermehrt hat und wo es keine lohnenden Anlagen mehr gibt. Gelingt es uns, das auf dem Markt fehlende Geld durch ein anderes Tauschmittel zu ersetzen und damit die Deflationskrise zu verhindern, verhindern wir auch den Krieg und brechen die Macht des Geldes und in der Folge auch die Macht der anderen Monopole und Arbeit wird die einzige Einkommensquelle sein.
Was das bedeutet, kann sich niemand vorstellen.
Der Traum von einer besseren Welt wird Wirklichkeit werden. Da Freigeld ja kaufkraftbeständig gehalten werden kann, wird das Preisniveau gleich bleiben aber der Zins und Monopolgewinnanteil von über 90% in den Preisen wird durch einen höheren Arbeitskostenanteil ersetzt. Ob dann jemand das zehnfache und durch den technischen Fortschritt, der dann auch sich in Arbeitserträgen niederschlägt noch viel mehr verdienen will oder nicht, ist seine Sache.
Ich glaube aber, daß viele es so machen werden wie ich. Als ich sah, daß ich für meine voraussichtliche Lebenserwartung genug Ersparnisse hatte, hörte ich auf zu arbeiten und hatte daher Zeit und Muße alternatives Freigeld zu entwickeln, das schon vor einer Deflation in Konkurrenz zum anderen Geld als Zweitwährung funktionieren und die Deflation des anderen Geldes verhindern kann.
Wer weiß, was andere Leute mit genügend Geld und Muße entwickeln werden? Hoffentlich gibt es bald Freigeld. Ich möchte noch einige der Entwicklungen miterleben und einmal vielleicht mit einer fliegenden Untertasse zum Mond oder anderen Planeten fliegen.
Eigentlich habe ich dem vor längerer Zeit geschriebenem nicht viel hinzuzufügen, aber da ich gerade ein langes Wochenende ohne E-Mail und Internet bin und bei der Ordnung einiger meiner alten Beiträge auf diesen gestoßen bin, möchte ich doch den nun schon recht zahlreichen Gogokindern sagen, daß sie sich etwas beeilen sollen. Ich möchte noch in diesem Leben einmal auf einem anderen Planeten stehen.
Auf reine Geisteskraft vertraue ich da nicht ganz.
Dazu bin ich leider zu realistisch. Meine ?Spiritguides? haben sich in letzter Zeit anscheinend auch verflüchtigt. Die dachten anscheinend, daß sie mir schon genug geholfen haben.
Habt ihr vielleicht Probleme mit der Einführung der Gogos? Da könnte ich sie vielleicht wieder zurück locken, wenn ich sie nicht selber finde. Sicher bin ich mir da leider nicht. Die haben mich vielleicht verlassen und suchen nun mit euch Kontakt aufzunehmen.
Irgendwie scheinen sie mich zu puschen dieses verlängerte Wochenende. Auto am Mittwoch in der Stadt mitten auf der Straße abgestorben. 50 Meter von meinem Mechaniker entfernt. In der nächsten Minute ein weiblicher und ein männlicher Engel da, die mich auf einen Parkplatz puschten., der ganz ?zufällig? da war und dann war der Mechaniker bis Dienstag fort und deshalb ließ ich den Wagen einfach dort. Am Samstag gab es dann einen Blitz in das elektrische System und seither ist trotz aller Sicherheitsmaßnahmen mein Internetanschluß tot.
Warten wir also die Entwicklung der nächsten Wochen ab. Ich sitze jedenfalls recht gemütlich an meinem Computer (auch ohne Internet) und hungere sicherlich nicht.
Ein Toast mit Marmelade und eine Orange und ein Sandwich mit etwas Fisch und Gurken war mein heutiges gesamtes Essen und selbst das aß ich nur aus Gewohnheit, nicht aus Hunger.








