Einfache Ablaufregios
1932 in Wörgl sagten die Leute, daß ein kleines Kind Freigeld verstehen kann und auch die moderneren Regios auf Ablaufbasis sind leicht zu verstehen. Man braucht daher nicht die wirtschaftlichen Zusammenhänge bis ins kleinste Detail zu erklären, wenn man jemand davon zu überzeugen versucht Regios zu akzeptieren.
Man braucht jemand, der ja als Wirtschaftsteilnehmer schon selbst bemerkt hat, daß die Geschäfte immer schlechter gehen und die Arbeitslosigkeit steigt, weil sich das Geld vom Markt zurückzieht nur sagen, daß die Regios das nicht können. Sie bleiben wegen der Gebrauchsgebühr von jährlich 5% auf dem Markt und niemand wird sie zurückhalten.
Dann kann man ihm vielleicht noch die Größenordnung erklären, wenn man ihm sagt, daß heute das Geld nur 10 mal im Jahr auf dem Markt umläuft und den Rest der Zeit in Spekulationskassen herumliegt auf der ganzen Welt, während das umlaufgesicherte Geld in Wörgl ungefähr 500 mal umlief und bei jeden Umlauf eine Arbeitsleistung bezahlte. Man nannte das das Wunder von Wörgl, als in schwerster Deflation mit nur wenigen Schillingen Wörgler Geld die Geschäfte aufblühten und etwa 3 Millionen in Wörgl und Umgebung umgesetzt wurden. Die Gesamtkosten der Umlaufsicherung (hohe 12% im Jahr) waren lächerliche 740 Schillinge während der gesamten Laufzeit des Experiments. Dasselbe und mehr kann mit Regios heute gemacht werden.
Die merkamotorische Macht von Freigeld ist ungeheuer, wenn es erst in einem regionalen Markt als Tauschmittel verwendet wird. Wie in Wörgl bewiesen 50 mal so stark, wie das andere Geld und selbst das kann sicherlich noch übertroffen werden. In Wörgl bewegte sich das Geld ja nicht einmal zweimal am Tag. Es könnte sich auch noch öfter bewegen.
Daß so eine einfache Lösung vielen Leuten zu einfach vorkommt und sie nicht glauben können, warum so etwas nicht schon lange gemacht worden ist, wenn es doch so einfach ist, läßt sich aber schon erklären. Die Grundidee einer Umlaufsicherung wurde zwar von Silvio Gesell schon vor über 100 Jahren entwickelt, aber sowohl er selber als alle seine Anhänger, wollten das Freigeld durch den Staat einführen lassen. Der tat es aber nicht, weil er von den Nutznießern des heutigen Geldes kontrolliert wird.
Sogar die kleinen Experimente während der Weltwirtschaftskrise wurden auf deren Bestreben verboten. Seit der Weltwirtschaftskrise gab es keine Deflation, welche die nötigen Freiräume für alternatives Freigeld schafft und es wurden auch die theoretischen und praktischen Voraussetzungen für entsprechende Experimente nicht geschaffen. Solche Voraussetzungen gibt es erst seit 2001 und die modernsten Arten von Freigeld in der Praxis erst seit 2004 mit den letzten theoretischen Fortschritten erst in den Anfängen am Beginn 2005. Wir sind erst am Beginn wirklichen Freigeldes.
Seit 1936 gab es keine Experimente mehr, bis in die allerletzte Zeit und die ersten zaghaften Versuche in den letzten drei Jahren brachten keine Weiterentwicklung des Wörgler Geldes. Da aber die Voraussetzungen diesmal anders sind, brachte keines der zaghaften Experimente auch nur annähernd einen so beispielgebenden Erfolg als Wörgl. Dieses Beispiel müssen wir mit fortgeschritteneren Methoden erst geben.







