1000 Jahre alt
Letzthin machte ich mir einmal so Gedanken, was die Leute eigentlich tun werden, wenn die Freiwirtschaft weltweit eingeführt ist und niemand mehr für die Zinsen und für den Nachtwächterstaat arbeiten muß und wenn die meiste andere Arbeit von Robotern gemacht wird.
Manche werden sicher einfach ihr Leben genießen aber lange wird das niemand ausfüllen. Manche werden ewig lernen, aber auch das kann einem auf die Dauer nichts geben. Wozu lernen, wenn man das Gelernte nicht verwenden kann? Manche werden die Wissenschaften weiter entwickeln und Erfindungen hervorbringen, von denen wir heute nicht einmal träumen können.
Die Medizin wird vielleicht so weit fortschreiten, daß die Leute biblisches Alter erreichen werden. Aber wozu? Damit sie sich in ein Raumschiff setzen können und ihr langes Leben dort auf einer Reise zu Planeten anderer Sonnensysteme verbringen können?
Leben wir nicht vielleicht sowieso schon so lange oder noch länger, wenn an der Seelenwanderung etwas Wahres ist? Dann fragte ich mich woher die Seelen herkamen für die 6 Milliarden Menschen. Wo waren die früher als es nur 150 Millionen Menschen gab? Lebten da viele Seelen ohne Körper für lange Zeit? War es für die dann eine Strafe wenn sie einen Körper bewohnen mußten oder eine Belohnung?
Gibt es alte und jüngere Seelen? Gibt es überhaupt Seelen? Hat jeder Mensch eine? Habe ich eine?
Das sind Fragen, die wohl niemand beantworten kann, aber eine Frage kann man sicher beantworten. Werden die Menschen ihr Geld zurückhalten, wenn das etwas kostet? Diese Frage ist wohl leicht beantwortet. Nein, sie werden es nicht tun! Allerdings stellt sich dann auch die Frage: "Werden sie so ein Geld akzeptieren"?
Ich habe diese Frage gestellt und kann sie beantworten. "Ja, sie werden es akzeptieren, wenn die Gebühr nicht zu hoch ist." Die Höhe der Gebühr wurde mit 5% pro Jahr angegeben und das fanden alle annehmbar. Wenn also, wie es oft passiert, unser normales Geld bei Deflation vom Markt verschwindet, kann es ohne Probleme durch ein anderes Tauschmittel ersetzt werden, welches nicht durch Zurückhaltung vom Markt verschwindet.
Das ist also eine Frage, welche klar und einfach beantwortet werden kann. Die anderen Fragen können vielleicht dann die Leute beantworten, die 1000 Jahre Zeit dafür haben werden.
Fragen über unser heutiges Geld können wir aber schon heute noch weitere beantworten. Da ist die eine: "Kann man Freigeld einführen, wenn das andere Geld durch 5% Inflation auf dem Markt gehalten wird?" Die Antwort ist nein. Allerdings kann so eine Inflation nicht lange ohne Folgen aufrecht erhalten werden. Die Überlegenheit des Geldes erzwingt nämlich einen realen Zinsertrag von mindestens 3%. Bei 5% Inflation sind also die Zinsen 8% und das heißt, daß sich die Geldvermögen durch Zins und Zinseszins in weniger als zehn Jahren verdoppeln. Das hält keine Volkswirtschaft lange aus und immer größere Geldmengen müssen vom Markt zurückgehalten werden und dann fehlt das Geld als Tauschmittel auf dem Markt.
Dadurch sinken die Warenpreise und bei sinkenden Preisen gibt es keine lohnenden Anlagen mehr. Mit beginnender Stagflation und Deflation kann man aber Freigeld einführen und zwar nur dann.
Ist die Wirtschaft in einer Depression völlig zusammengebrochen, wird eher der andere Weg gegangen. Das durch Überangebot sich nicht mehr lohnende Sachkapital wird in einem Krieg oder Bürgerkrieg zerstört und danach funktioniert das alte Geld nach einem Währungsschnitt auch wieder einige Zeit. Es gibt wieder lohnende Anlagen.
Bisher ist es leider nie gelungen, Freigeld im richtigen Zeitraum und im ausreichendem Ausmass einzuführen. Hoffentlich gelingt es diesmal. Erste Ansätze dafür gibt es schon und ein Design für alternatives Freigeld, das mit dem anderen Geld schon konkurrenzfähig ist, wenn es noch nicht ganz vom Markt verschwunden ist, ist vorhanden. Damit könnte diesmal eine Deflation verhindert werden, bevor sie zur Depression geworden ist.
Diesmal sind Methoden gefunden worden, mit denen Freigeld als paralleles Tauschmittel regional eingeführt werden kann. Das ist etwas, was es bisher noch nie gab. Es könnte der Durchbruch sein, der in einzelnen Regionen den Zusammenbruch des Weltwährungssystems so entschärfen kann, daß diese Zivilisation nicht so untergehen muß, wie viele vorher.
Das auf dem Dollar aufgebaute Weltwährungssystem steht vor der Kippe, weil hinter dem Dollar keine konkurrenzfähige amerikanische Industrie mehr steht und das einige, was die Industrie und ihre Arbeitsplätze retten kann, ist regionales Freigeld in Amerika selber. Da sich aber mit der Einführung von stabilem Freigeld die Wertlosigkeit des Dollars herausstellen wird, werden die Oligarchen das so lange wie möglich verhindern.
Die Stellung als Petrodollar kann hoffentlich den Zusammenbruch noch lange genug hinausschieben, damit auch in Amerika Freigeld entstehen kann. Das Zeitfenster in dem Freigeld eingeführt werden kann, ist aber knapp und könnte sich schließen, wenn es zum weltweiten Krieg kommt.
Ja, wir leben in interessanten Zeiten einer Weltwende aber nur wenige arbeiten dafür ein kaufkraftbeständiges Geld einzuführen, das allein den Frieden gewährleisten und den Untergang dieser Zivilisation verhindern kann. Die Wirtschaftswissenschaft erkennt die Fehler des heutigen Geldes nicht. Von ihr wird man die Lösung nicht erwarten können auch wenn einzelne Professoren sie schon kennen und anerkennen.
Es werden Praktiker in der Wirtschaft sein müssen, die in lokalen und regionalen Gebieten beispielgebende Freigeldkreisläufe beginnen. Die Wirtschaftswissenschaft soll und kann solche Experimente wohlwollend begleiten und beobachten. Dasselbe sollen auch Wirtschaft und Politik tun und die wenigen Nutznießer des heutigen Monopolgeldes im Zaum halten, damit sie nicht wieder hoffnungsvolle Experimente ersticken können, um ihre Kriegsspiele weiter spielen zu können.
Diese Leute brauchen Recht und Politik, um ihre Kastanien aus dem Feuer zu holen und die Wertlosigkeit ihres Geldes zu vertuschen und sie haben keinerlei Skrupel den wahren Reichtum der Welt zu zerstören, um ihre Monopolstellung zu erhalten. Selber sind sie in dem Moment machtlos in dem die Monopolstellung ihres Geldes gebrochen ist.
Sie brauchten Rechtssprechung und Staatsgewalt um armselige 5000 Schillinge Wörgler Geldes zu bekämpfen. Ihre ganzen Milliarden waren machtlos dagegen. Leider gelang es aber damals die Machtmittel des Staates gegen das regionale Freigeld zu mobilisieren und das alte Lied von Krise und darauf folgendem Krieg wurde weiter gespielt.
Diesmal wird es hoffentlich den Initiatoren von regionalem Freigeld gelingen, ein eventuelles Verbot so lange zu umgehen, bis sich die Wertlosigkeit des anderen Geldes herausgestellt hat. Die neuen Initiatoren haben aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt und geben daher weisungsgebundenen staatlichen Stellen keine maßgebende Rolle. Ein eventuelles Verbot kann daher nur schwer durchgesetzt werden. Die Leute brauchen beim Versagen der Landeswährung ein anderes Tauschmittel und werden sich das nicht nehmen lassen. Selbst in Wörgl gab es Stimmen, trotz Verbot weiter zu machen und diesmal wird weitergemacht werden.
Es wird auch nicht nur ein Wörgl geben. Es sind schon mehr als 50, teilweise mit einem besseren Design als in Wörgl in der Entwicklung und das nicht nur in einem Land, sondern weltweit.
Keine Bange! Diesmal werden wir es schaffen. Trotzdem möchte ich dringend empfehlen, sich nicht darauf zu verlassen, daß andere den Durchbruch schaffen. Das ist nicht so leicht und bis jetzt ist es noch niemand gelungen. Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, aber der Durchbruch in einem Markt von ausreichender Größe, ist noch nicht gemacht worden. Wir brauchen einen, der sich selbständig weiter entwickeln kann. Der darf nicht zu klein sein, sondern muß einen kritischen Punkt erreicht haben.
Es tut mir leid. Ihr müßt noch etwas tun. Erwartet nicht, daß ich alles allein tun werde. Ich habe voraussichtlich auch nicht tausend Jahre, um es zu tun.







