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· tar, den 06.06.07 in Deutschland, Freiwirtschaft, Geschichte, Lösungen, Politik, Region, Soziales, Wirtschaft

Ablauf oder Markengeld

Diese beiden Freigeldvariationen sind verwendbar für Parallelwährungen. Das Markengeld ist die ältere Variante und hat auch schon einige Feldversuche hinter sich. Die amerikanischen Experimente funktionierten wegen der viel zu hohen Gebühr von 2% pro Woche nicht aber eine Gebühr von 1% im Monat wurde toleriert und sowohl in Wörgl als auch in Schwanenkirchen war so ein Geld erfolgreich.
Es würde sicherlich mit der halben Gebühr von 1% alle zwei Monate noch besser funktionieren, weil es dann leichter akzeptiert würde und so auch schon angenommen würde, wenn das andere Geld noch nicht ganz vom Markt verschwunden ist. Der Volmetaler in Hagen arbeitet seit Oktober 2005 mit dieser Höhe.
Bei den früheren Experimenten während der Weltwirtschaftskrise war das andere Geld schon verschwunden und deshalb wurde das umlaufgesicherte Geld auch mit einer etwas zu hohen Gebühr noch angenommen. Mit dem Wörgler Geld konnten auch Gemeindesteuern bezahlt werden und das erleichterte sicher die Annahme aber Wära in Schwanenkirchen funktionierte auch ohne dem.

Als parallel umlaufendes Tauschmittel, wenn das andere Geld noch nicht weitgehend verschwunden ist, hat das Markengeld aber gegenüber den Ablaufgeld einen schwerwiegenden Nachteil. Ist die Gebühr niedrig damit dieses Tauschmittel konkurrenzfähig ist und das wäre am besten 3% im Jahr, kann es spekulativ zurückgehalten werden und ist daher auch anfällig für wirtschaftliche Gegenmaßnahmen der Opposition. Während des Experimentes in Wörgl wurde das Wörgler Geld gleichlaufend mit dem Nationalbankgeld 8% im Jahre mehr wert. Die tatsächliche Gebühr von 12% war im Jahr daher eigentlich nur 4%.
Doch nun zum Ablaufgeld. Hier wird die Gebrauchsgebühr in der Höhe von 5% ähnlich wie bei den Brakteaten beim Umtausch abgelaufener Scheine erhoben. Das vereinfacht die Handhabung wesentlich und ermöglicht eine Flexibilität, die mit der anderen Methode nicht möglich ist. Der Herausgeber kann durch einfache Veränderung der Laufzeiten eine jährliche Gebühr von so wenig wie 1% erzielen aber auch einem Spekulanten soviel wie 20% im Jahr Kosten verursachen ohne die Umtauschgebühr von 5% zu verändern. Spekulative Geldzurückhaltung ist damit unmöglich gemacht, während man die Kosten für die Allgemeinheit, die ihr Geld sowieso ausgibt oder investiert, sehr niedrig halten kann.

Die Ablaufdaten, die auf jedem individuellen Freigeldgutschein gelocht oder gedruckt werden zusammen mit den laufenden Nummern ergeben eine fast absolute Fälschungssicherheit. Die Ausgabeverwaltung braucht nur die laufenden Nummern festhalten, wenn die Scheine ausgegeben werden. Die müssen mit den jeweiligen Ablaufdaten übereinstimmen. Bekommt ein Kaufmann einen verdächtigen Gutschein, braucht er nur bei der Zentrale anrufen und Seriennummer und Ablaufdatum angeben und die können sofort feststellen daß es sich um einen gefälschten Schein handeln muß, wenn sie nicht übereinstimmen.
Der Umtausch abgelaufener Scheine gegen noch gültige wird in der Praxis von den Leuten gemacht, die das größte Interesse daran haben, daß dieses Tauschmittel im Umlauf bleibt und nicht gehortet wird. Den Gewerbetreibenden. Jeder wird daher einen abgelaufenen Schein gegen einen mit möglichst kurzer noch verbleibender Laufzeit umtauschen und jemandem, der so einen Schein sowieso im nächsten Monat verwenden wird, ist das egal.

Besteht also jemand beim Umtausch auf einem Schein mit voller verbleibender Laufzeit, ist es klar, daß er den Schein solange horten möchte und alle Gewerbetreibenden werden sich einen Sport daraus machen, solchen Leuten so oft im Jahr als möglich die 5% Umtauschgebühr abzunehmen. Ein Horter wird somit nicht nur einmal im Jahr 5% zahlen müssen, sondern vielleicht bis sechs mal.
Was das Vertrauen auf den Wert so eines Scheines betrifft, ist das nur eine Zeitfrage. Im Gegensatz zu anderen Geld wird ja ein umlaufgesichertes Tauschmittel in kurzer Zeit wieder ausgegeben und damit ist die Sache erledigt. Die Kaufkraftgarantie der Ausgabestelle, die auf jedem Schein vermerkt ist, ist felsensicher und jeder teilnehmende Geschäftsmann beweist das täglich, wenn er Waren dafür verkauft oder so einen Gutschein gegen anderes Geld zurücknimmt. Wer also so einen Schein nicht traut, braucht ihn nur schnell weitergeben und genau das ist ja der Sinn der Sache.

Noch eine Bemerkung zum fehlenden Kleingeld. Das ist bei einer Parallelwährung nicht notwendig, weil man da Kleingeld des Erstgeldes verwenden kann, solange das noch einigen Wert behält. Später wird sich herausstellen, daß niemand mehr mit 99 Centpreisen rechnen wird. weil das Geld dann nicht mehr als wertvoller als die Waren, die man damit kaufen kann, angesehen werden wird. Es wird dann nur mehr runde Preise geben. Durch den Fortschritt der Technik sind selbst Münzautomaten nicht mehr notwendig und es wird auch bei Freigeld später Cashkarten geben und die Banken werden Freigeldkonten führen und Überweisungen durchführen.

Für ein lokales, paralleles Tauschmittel ist das anfangs noch nicht unbedingt notwendig. Bare Tauschmittel sind völlig ausreichend um alle lokalen Warenbewegungen zu begleiten und zu bezahlen. Sie können viel schneller bewegt werden als Waren und Dienstleistungen.
Bei niedrigen Zinsniveau werden auch die wahren Kosten des sogenannten Buchgeldes offenbar und heute mehren sich schon in den USA die Geschäfte in denen eine Bezahlung mittels Kreditkarte nicht mehr akzeptiert wird. Warten wir also ruhig ab, wie sich bei parallelen Tauschmitteln die Sache entwickelt. Solange die Umsätze mit Gutscheinen nur zusätzliche 20 bis 40 % der Gesamtumsätze ausmachen, wird es keinerlei Schwierigkeiten geben die Gutscheine weiterzugeben. Werden es später mehr, hat das zur Vorbedingung, daß mehr Leute Gutscheine verwenden und man daher mehr Plätze hat, wo man es wiederverwenden kann.
Es wird daher nur wenige Fälle geben in denen man Gutscheine rücktauschen und die 5% Rücktauschgebühr zahlen muß. Geschieht das, vermindert sich automatisch dadurch die umlaufende Gutscheinmenge. Es kann also nie eine Gutscheininflation geben und kaum jemand wird mehr Gutscheine einnehmen als er gebrauchen kann. Im schlimmsten Fall verwendet er sie eben etwas später oder tauscht sie im allerschlimmsten Fall zurück.

Hier ist das Ablaufgeld auch von Vorteil, weil man nur einmal im Jahr die Gebühr zahlen muß. Man kann daher ohne Kosten etwas länger warten, bis man etwas damit kauft obwohl es einem Horter mehr kosten wird als das Markengeld. Markengeld mit mehr als 6% Gebühr im Jahr ist nicht konkurrenzfähig mit normalem Geld, das noch auf dem Markt ist und es kostet daher einem Horter nur 6% im Jahr und niemand kann es teurer machen ohne die Gebühr für alle zu erhöhen und damit die Konkurrenzfähigkeit der Gutscheine zu untergraben. Wie schon erklärt, ist das bei Ablaufgeld anders. Da bleibt die Gebühr für alle 5% und vielleicht sogar weniger aber für die leicht erkennbaren Horter und Spekulanten wird es teuer.
Das ist der Zweck der Übung. Billig für diejenigen, die Gutscheine als Tauschmittel verwenden und teuer für die Horter und Spekulanten. Das Ablaufgeld ist da viel flexibler und die Geschäftsleute, welche die Umtäusche vornehmen, werden das aus eigenem Interesse so machen, denn sie wollen ja, daß das Tauschmittel umläuft und nicht gehortet wird. Gehortetes Tauschmittel kauft nichts bei ihnen. Einem Kaufmann braucht man das nur einmal klar machen und er versteht auch sofort, daß die Gebrauchsgebühr notwendig ist und ihm nur geringfügige Kosten verursachen wird, denn auch er braucht Gutscheine, die knapp vor dem Ablaufdatum sind nur dann ohne Abzug annehmen, wenn er es aus Konkurrenzgründen tun will. Rückgetauscht werden nur Scheine mit mindestens noch einem Monat verbleibender Laufzeit und das steht auf jedem Schein. In Wörgl drehten sich die Arbeitwertscheine etwa 500 mal im Jahr um. Die wahren Kosten für jeden Umsatz waren also 1 Promille.

Die Handhabung von Ablaufgeld ist sowohl für das Publikum als auch für die Geschäftsleute und den Herausgeber einfacher als die von Markengeld und voraussichtlich werden das auch die Pioniere merken, die noch die alte Markengeldmethode für ihre Tauschmittel benützt haben und werden früher oder später die Methode ändern.

Kreditkartenzahlungen ( d.i. Buchgeld) beginnen schon jetzt bei sinkendem Zinsniveau nicht mehr überall akzeptiert zu werden. Gibt es erst viele Regionen mit alternativen Tauschmitteln und Zinsen um 0% wird es kaum mehr Kreditkarten geben.

Ein weiteres Argument für Ablaufgeld sind die Brakteaten, die selbst bei hohen Gebühren 300 Jahre lang funktionierten und die Wirtschaftsblüte der Gotik verursachten. Die Getreidegutscheine im alten Ägypten funktionierten sogar 4000 Jahre und scheinen jetzt in den Cereal Banks in Argentinien eine Auferstehung zu feiern mit sehr guten Erfolg..

Bezüglich des fehlenden Kleingeldes haben übrigens die Erzgebirgler gerade das Pfennigspiel erfunden. Das kann beim Übergang sicherlich diese Lücke füllen, wenn der Euro früher als erwartet abschwimmt.
Aber keine Angst. Ihr werdet gewarnt sein. Der Dollar wird früher abschwimmen. Dann wird zwar auch der Euro folgen aber wer schnell auf den Füßen ist, kann dann schon noch reagieren und sein Vermögen retten.

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Kommentare:

  • Wie könnte ein Bewusstseinswechsel aussehen,
    um in ein neues Zeitalter zu gelangen?

    Ein „Gehversuch“ in drei Schritten:
    Von der empathischen Naturbetrachtung über eine
    Änderung des Bewusstseins zur
    Erkenntnis einer neuen Basistechnologie
    (W. Kothe 2008)

    I. Man stelle sich die Frage: Was ist Wachstum?

    Schlüsselbegriffe: Stabiles Wachstum, Tumorwachstum, Bedeutung von Grenzwerten, Hierarchie, Heterarchie, basale Autarkie, Dezentralität

    I.1. Natürliches Wachstum:

    Beim natürlichen Wachsen, dehnt sich ein Organismus mit der Zeit räumlich aus. Es gibt dabei ein qualitatives Wachstum und ein quantitatives; beides ist eng miteinander verbunden.
    Beim qualitativen Wachstum beobachtet man, dass die Untereinheiten (Organe) eines Organismus in ihren Strukturen ständig komplexer werden. Dabei werden sie in sich immer vielfältiger, nehmen dabei aber i. d. R. ein (relativ zur inneren Oberfläche) immer kleineres Volumen ein. Deshalb läuft das natürliche Wachstum in quantitativer und in qualitativer Hinsicht immer gegen einen Grenzwert. Die räumliche Expansion ist deshalb stabil, weil eine große Vielfalt von Strukturen den eingenommenen Raum „abstützt“ (stabilisiert).
    Die innere Ordnung des gesamten Organismus steigt. Nicht nur die Vielfalt, sondern auch die Zahl der Untereinheiten nimmt zu (quantitatives Wachstum).
    Die Untereinheiten nehmen spezielle Aufgaben wahr. Trotzdem hat eine jede Zelle in den einzelnen Organen noch einen eigenen Grundstoffwechsel, der sie am Leben erhält (basale Autarkie).
    Auf dessen Basis werden dann spezielle Aufgaben übernommen. Je komplexer ein Organismus wird, desto autonomer werden die Untereinheiten. Sie ziehen immer mehr Steuerungsaufgaben an sich, die ihre innere Funktion vor Ort regeln. Dadurch werden die Leitungssysteme verkürzt, welche die Regelprozesse vermitteln. Die Regelung kann schneller ablaufen, das verkürzt die Reaktionszeit. Das Nervensystem beschränkt sich immer mehr auf grundlegende Steuerungsaufgaben und „entmachtet sich“ fortlaufend selber. Je komplexer und größer ein Organismus in der Natur wird, desto mehr Kompetenzen haben die Untereinheiten. Die Einheiten bilden eine flexible Ordnung aus. Auch wenn das Gehirn die zentralen Steuerkompetenzen wahrnimmt, steht es nicht an erster Stelle. Organismen sind deswegen keine hierarchischen Systeme, weil jedes System oder bestimmte Systemgruppen zusammen in bestimmten Lebenssituationen zeitlich begrenzt dominieren kann, wenn dies sein muss (man denke an die geänderten organischen Funktionen bei einen Kreislaufkollaps und deren Steuerung). Das nennt man Heterarchie. Organismen sind offene Systeme und stehen in einem regen Austausch von Energie, Stoffen und Information mit der Umgebung.
    Eine Hierarchie ist ein zentralistisches System, das auf Geschlossenheit bedacht ist. Es geht nach dem II. Hauptsatz der Thermodynamik stets dem eigenen Untergang entgegen, da es seine innere Ordnung schon aus physikalischen Gründen nicht aufrechterhalten kann.

    I.2 Was ist „Tumorwachstum“ (Hauptkennzeichen „Tumore wachsen exponentiell“)

    I.2.1 Allgemeine Kennzeichen von Tumoren:
    Es gibt Tumore, die sich wie ein Krake mit ihren Armen in die Gewebe des Wirtsorganismus „hineinfressen“. Dabei geht das befallene Gewebe allmählich zugrunde, da der Tumor die Blutversorgung zunehmend für sich beansprucht. Manche Tumore wachsen eher kompakt und üben einen steigenden Druck auf das umgebende Gewebe aus, ebenfalls mit dem Ergebnis, dass es immer schlechter mit Blut versorgt wird und abstirbt. Tumore wachsen exponentiell (bei fortlaufender Halbierung der Zeitschritte mindestens jeweils eine Verdopplung der Wachstumsrate). Irgendwann einmal kommt aber die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff nicht mehr mit. Hat der Tumor eine kritische Größe erreicht, stirbt sein Gewebe von innen her ab. Das nennt man „Zentralnekrose“. Oft fallen Bakterien in diese zentrale Zone zerfallenden Gewebes ein. Salopp gesagt: Der Tumor verfault von innen her. Dabei vergiftet er sich selbst und seinen Wirtsorganismus.

    I.2.2 „Tumoröse“ Strukturanaloge: „Stadttumore“:
    Historisch betrachtet, setzte das Wachstum der Städte im Zuge der Industrialisierung mit der großen Landflucht ein. Die zweite Phase städtischer Expansion begann in Europa erst vor einigen Jahrzehnten mit zunehmendem Wohlstand. Dabei wurden die früheren Bewohner zuerst aus den Innenstädten verdrängt, weil zunehmend Platz für den Handel und den Wandel gebraucht wurde. Mietshäuser wurden zunehmend in Geschäftshäuser umgewandelt. Banken und Bürogebäude wuchsen in den früher bewohnten Stadtkernen empor. Die Bevölkerung wich zunehmend an die Peripherie der Städte aus, ein Vorgang ungehemmten Landverbrauchs, der besonders in Schwellenländern noch immer anhält. Im Zuge der weiteren urbanen Expansion siedelten sich dann immer mehr Produktionsstätten in der Umgebung der Städte an. In letzter Zeit werden den Produktionsstätten auch Verkaufsflächen angegliedert. Die Produkte können dort ohne Zwischenhandel billig an den Mann gebracht werden. Die Geschäfte der Innenstädte können nicht konkurrieren und gehen Pleite. Weder von Menschen bewohnt noch kommerziell genutzt, sterben die Städte von innen her ab. In der Tat erinnert das Siedlungsbild moderner Städte in seiner Struktur an einen Tumor. Auch die typische „Zentralnekrose“ findet ihre Schrecken erregende Analogie. Die inneren Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus (Tumorwachstum) enthüllen sich äußerlich auch im Ergebnis der Entwicklung moderner Städte. Es sind ohne jeden Zweifel und offensichtlich die Eigenschaften tumorösen Wachstums, die sich hier als städtische Struktur darstellen (Hinweis: Man betrachte z. B. den Verfall der „Autostadt“ Detroit, deren Innenstadt buchstäblich zerfällt).
    Wenn es nicht gelingt, die Städte wieder „mit Blut zu versorgen“, sprich junge Familien in den Stadtkernen anzusiedeln, werden sie von innen her verfaulen, sprich zerfallen. Dazu muss man in den Lebensraum „Stadt“ wieder genügend „Grün“ bringen und die Betonwüsten beleben. Sonst werden Innenstädte zunehmend aufgelassenen Friedhöfen gleichen.

    Richtige Frage:
    Wie müssen wir unser Bewusstsein verändern, um besser an die Natur angepasst zu sein?

    Richtige Antwort:
    „Wir müssen so denken, handeln und organisieren, wie die Natur wächst.“

    II. Hauptmerkmale eines sog. „transklassischen“ Bewusstseins

    Schlüsselbegriffe: Materie und Bewusstsein als Ausdruck von Erfahrung, Schichttopologie der Erfahrung, der Geist als offenes System

    Für das sog. transklassische (oder offene) Bewusstsein von zentraler Bedeutung ist die Erkenntnis, alle inneren, psychischen Vorgänge der Bildung von Bewusstsein seien auch den Verdichtungsprozessen (oder Kondensationen) analog, die für das Entstehen der äußeren, physikalischen Welt verantwortlich sind. Innere und äußere Welt sind demnach gleichermaßen Phänomene der Tätigkeit von Bewusstsein, also Wirkungen des Geistes. Anschaulicher kann man sich diese Vorgänge machen, wenn man Strukturen in der Natur betrachtet, die natürlich gewachsen sind. Das Wachstum von Organismen kann man, wie oben dargestellt, als eine Expansion auffassen, bei der die Untereinheiten, also die Organe aus denen er besteht, an Komplexität ständig zunehmen. Beides ist beim Wachsen miteinander korreliert (die Expansion fußt einerseits auf einer qualitativen Änderung der Untereinheiten, andererseits auf deren quantitativer Zunahme. All das beinhaltet der Vorgang der Zellteilung, als Differenzierung und Vermehrung).

    Zwischen dem „inneren“ Wachstum von Bewusstsein, sprich der Entstehung von Erfahrung und dem „äußeren Wachsen“ eines Organismus gibt es deutliche Analogien:

    • Für beide Vorgänge sind zuerst einmal Information und Energie nötig, die sie jeweils für die einzelnen Wachstumsschritte brauchen.

    • In jedem Wachstumsschritt „erinnert“ sich sowohl das Bewusstsein als auch ein Organismus an alle vorhergehenden Phasen, die durchlaufen wurden.

    • Alle jeweils „neu“ entstehenden Strukturen „integrieren“ fortlaufend räumlich und zeitlich alles, was vorher war (Stichwort: „Erfahrung der Evolution“, „Phylogenese gleicht Ontogenese“).

    • Das führt zu einem geschichteten Aufbau von Erfahrung in der Gestalt eines „Organismus“.

    Bei Erreichen einer bestimmten Stufe von Komplexität, sprich einer bestimmten Dichte von gespeicherter Information und Energie, erhalten sowohl das Bewusstsein als auch ein Organismus wieder einen „Eintrag“ an neuer Energie und Information und damit neue Möglichkeiten der Regeneration und Wandlung (graduelle Metamorphose). Dies geschieht solange, bis der maximale Grad an Komplexität erreicht ist. Dieser ist vorprogrammiert. Dann muss die Struktur entweder vollkommen transformiert, sprich neu und erweitert programmiert werden (um eine generelle Metamorphose möglich zu machen), oder sie geht unter. Sie bleibt also auf einer Stufe stehen, die man sich als Schleife vorstellen kann: Entstehen, Blüte, Untergang (zyklisch selbstbezügliche, oder selbst-referentielle Zeitqualität)

    Es gibt aber auch die kreative, offene oder gerichtete Zeitqualität:
    Wegen dieser „vertikalen Dimension des vollkommen Neuen“, die man sich senkrecht zu den Wachstumsschichten stehend vorstellen muss, kann keine auf elementare Eigenschaften von Einheiten zurückgeführt werden, die jeweils darunter liegen. Es also gibt „das unvorhersagbar Neue!“ Elementare Eigenschaften, auf die alle Schichten reduzibel wären, existieren dabei aus diesem Grunde nicht. Das sind Kennzeichen eines offenen kreativen Systems.
    III. Transtechnik:

    Schlüsselbegriffe. Offene Systeme; konservativ-selbstbezügliche Zeitdimension; offen kreative Zeitdimension; Schichttoplogie der Erfahrung, abgebildet durch Membransysteme; Empathie

    III:1

    These A: Das Weltbild auf der Basis des transklassischen Bewusstseins ermöglicht auch die Entwicklung einer transklassischen Art der Technik (einer „Transtechnik“).
    Diese stellt, weil hochgradig an die Natur angepasst, für eine technische Zivilisation die optimale Entäußerung von Bewusstsein dar.

    Der Transfer der aufgeführten Analogien zwischen dem Wachstum von Erfahrung, also auch dem von Organismen auf die Technik kann geleistet werden.

    Wie bewerkstelligen wir also es konkret, zu solch einer „Transtechnik“ zu kommen? Wir müssen Schichten aufbauen. Eine (geschlossene) Schicht kann als zyklisch-selbstreferentiell, ein Stapel also offen –gerichtet angesehen werden.

    III.2

    Künstliche Membranen als primitive Träger einfacher Prozesse geschichteter Reflexion

    These B: Geschichtete poröse Membranen mit bestimmten physikalischen Eigenschaften können Prozesse tragen, die in primitiver Weise geistigen Reflexionen analog sind.

    Der Prozess der laufenden Verdichtung von Erfahrung setzt die Analyse von Bewusstseinsinhalten sowie deren Neuordnung voraus. Komplexe Ideen werden zerlegt, auf ihre Essenz (ihre wesentliche und grundsätzliche Bedeutung) hin untersucht, im Lichte völlig neuer Zusammenhänge gesehen und dann entsprechend verknüpft. Die ideelle Analyse und Synthese können auf materieller Ebene als Lyse (Auflösung) in die Komponenten eines Stoffes und deren Neusynthese mit anderen Komponenten aufgefasst werden.

    Wenn diese materiellen Prozesse der „geistigen Verdichtung“ von Erfahrung analog sein sollen, muss die Struktur komplexer, das eingenommene Volumen kleiner werden. Das setzt eine bestimmte Struktur der Diaphragmen oder Membranen und eine bestimmte Form der Anregung voraus.

    Die Stoffe, welche durch eine Membrane passieren, können sich in der genannten, analogen Weise verändern, wenn die inneren Reaktionsräume sich eignen. Dazu müssen diese selber immer kleiner, aber auch in sich komplexer werden. Man kann das am Aufbau einer Lunge sehen (Man sieht zur Oberfläche hin eine „Verfeinerung“: Bronchien, Bronchioli, Alveolen)

    Die Lungenalveolen stellen selber „kondensierte“ komplexe Strukturen dar, welche vornehmlich außen unter der Oberfläche der Lunge angelegt sind. Um diese Prinzipien auf Werkstoffe abzubilden, muss man sich einen geschichteten Aufbau einer Membrane vorstellen, wobei die Reaktionsräume, in nach außen immer dünneren Schichten, immer komplexer werden.
    Was hat man davon?

    In der Chemie sorgen oft große Drücke und Temperaturen dafür, dass die Reaktionspartner sich treffen und mit einander reagieren können. Man braucht dazu also viel Energie. In den Membranen, die man als chemische Reaktoren auffassen könnte, sorgt zum einen die Geometrie der Reaktionsräume dafür, dass die Reaktionspartner zueinander kommen.

    In sog. BROWN‘schen Motoren (s. Internet), die man nano-technologisch herstellen kann, dagegen erreicht es eine ausgeklügelte Geometrie elektronenmikroskopisch kleiner Poren und Leitungen, dass die molekulare Wärmebewegung (die sog. „BROWN‘sche Zitterbewegung“) stark eingeschränkt wird. Die Moleküle können sich fast nur noch in der gewünschten senkrechten Passagerichtung durch die Membrane bewegen.

    Die BROWN‘schen Motoren werden gewöhnlich mechanisch angeregt, indem an die flüssigen Medien, die sie i. d. R. enthalten, ein Wechseldruck angelegt wird. Denkbar sind aber auch elektrische Felder, welche dafür sorgen, dass die Moleküle, die miteinander reagieren sollen, im Raume vorgeordnet werden. Ihre Bewegungsmöglichkeiten sind ebenfalls weiter einzuschränken, wenn die Reaktionskavernen von elektrischen Feldern durchzogen sind, welche die Moleküle des Membranmaterials aufbauen. Man nennt diese inneren elektrischen Felder „LORENTZ-Felder“, die genannten Materialien Ferroelektrika. Die Energie, welche sie zum Start der chemischen Reaktion brauchen, könnte ebenfalls auf elektrischem Wege (durch einen Impuls z. B.) eingebracht werden.

    Dazu könnte man die Schichten nach einander gezielt durch eine Wechselspannung oder eine gepulste Gleichspannung anregen. Die Synthese eines Stoffes würde dadurch in ihren einzelnen Schritten zu kontrollieren, ohne große Energien aufbringen zu müssen, da Verluste durch Wärmebewegungen weitgehend reduziert sind. Natürlich muss man die geeigneten Frequenzen für die Anregung der Moleküle ermitteln.

    Nach der Reaktion weichen die Syntheseprodukte in die nächst obere Schicht (oder den Raum zwischen Membran und Reaktorgehäuse) aus, um den anregenden Impulsen zu entgehen. Dort nehmen sie eine neue Eigenfrequenz an und reagieren nicht mehr auf die Impulse der Anregung (diese müsste jetzt bei Bedarf neu angepasst werden). Das wiederum erlaubt die Einnahme eines neuen Zustandes „kleinst möglicher Feldenergie“. Entfernt man das gewünschte Produkt durch einen Unterdruck aus dem Reaktor, würde die Reaktion bei geringerem Energieeinsatz ablaufen und erhalten werden, als in Hochdruckreaktoren. Ein neues Kapitel der Elektrochemie könnte geschrieben werden. Dazu gehört auch das Gebiet der kalten Fusion.

    Was transtechnische Systeme vielleicht „sonst noch“ können, dazu siehe ...

    Fazit:
    Die Natur ist und bleibt unser bester Lehrmeister und Ratgeber. Es hängt damit von unserer Fähigkeit zur Empathie ab, ob und wie wir uns weiterentwickeln. Denn nur auf der Basis eines gesteigerten Einfühlungsvermögens können wir die Anpassungsleistung erbringen, die jetzt von uns verlangt wird. Empathie ist letztlich ein Ausdruck der Liebe.


  • zitat"....Die Untereinheiten nehmen spezielle Aufgaben wahr. Trotzdem hat eine jede Zelle in den einzelnen Organen noch einen eigenen Grundstoffwechsel, der sie am Leben erhält (basale Autarkie).
    Auf dessen Basis werden dann spezielle Aufgaben übernommen. Je komplexer ein Organismus wird, desto autonomer werden die Untereinheiten. Sie ziehen immer mehr Steuerungsaufgaben an sich, die ihre innere Funktion vor Ort regeln. Dadurch werden die Leitungssysteme verkürzt, welche die Regelprozesse vermitteln. Die Regelung kann schneller ablaufen, das verkürzt die Reaktionszeit. Das Nervensystem beschränkt sich immer mehr auf grundlegende Steuerungsaufgaben und „entmachtet sich“ fortlaufend selber. Je komplexer und größer ein Organismus in der Natur wird, desto mehr Kompetenzen haben die Untereinheiten. Die Einheiten bilden eine flexible Ordnung aus. Auch wenn das Gehirn die zentralen Steuerkompetenzen wahrnimmt, steht es nicht an erster Stelle. Organismen sind deswegen keine hierarchischen Systeme..."
    (ziataende)

    Genau...Aber das Gehirn hält trotzdem alles zusammen..Du meinst jetzt das autonome Nervensystem...Deswegen folge ich auch nicht der Ansicht von tar,das das Geldmonopol völlig entmachtet wird..dann bricht alles zusammen..
    Mehr Autonomie ist wichtig ,und dafür ist Regio einen Wertvolle Ergänzung,
    Ich denke aber nicht,das wir die Verantwortung für gesamte Wirtschaft und Geldumlaufmenge den einzelnen Regionen übergeben dürfen
    Ich denke der text oben ist etwas idealistisch angehauscht,aber setzt sich nicht wirklich auseinander mit wirtschaftlichen Fakten

    zitat.."Man muß den Leuten allerdings klar machen, daß das alte Geld eigentlich leider wertlos ist und daß sie es so schnell als möglich los werden sollen. Es wird die meisten nicht sehr stören, wenn man ihnen klar macht, daß gleichzeitig auch ihre Schulden wertlos werden..."

    Das ist einfach so behauptet.Hinter dem Wert der Währung steckt stets eine Wirtschaftskraft..und deswegen wird man es den Leuten nicht klarmachen,weil es Unsinn ist..und der Regio kann nicht die Kraft des Euros erreichen,weil ein Regio stets nur die Wirtschaftskraft der jeweiligen Region verkörpern kann..doch viele regionen gaben heute gerade wegen des Euros Wirtschaftskraft..doch das blendet tar einfach aus..


  • @tar
    Es wird durch regionale Tauschmittel eine Dezentralisierung der Staatsmacht erzwungen werden. Die politischen Auswirkungen, werden nicht nur ein Europa der Regionen bringen. Es wird auch aus Ländern der Regionen bestehen. Die wirtschaftliche Überlegenheit der Freigeldregionen und deren Beispiel wird sehr schnell Nachahmer in der ganzen Welt finden und die Zusammenarbeit der verschiedenen Freigeldinseln wird leicht organisiert werden können, weil sie ja alle ein kaufkraftbeständiges Tauschmittel haben werden.
    Ein Tauschmittel, welches sich keine Region verbieten lassen wird. In diesen Regionen werden Unternehmer Zugang zu viel günstigeren Krediten haben als ihre Konkurrenten in Regionen oder Ländern ohne Freigeld. Damit können sie ihre Waren unschlagbar günstig anbieten. Jeder Prozentpunkt, um den die Zinsen sinken, senken den Kostenanteil an Kapitalkosten in den Preisen und steigern den Unternehmergewinn. Wieviel dieses höheren Unternehmergewinnes dann als Preissenkung weiter gegeben wird oder als höhere Entlohnung der Mitarbeiter hängt von der Konkurrenz um gute Mitarbeiter ab, die in einer Freigeldregion wegen der fehlenden lohndrückenden Arbeitslosen recht stark sein wird.

    Das ist ja ganz was Neues,dass Konzerne und Unternehmer ihre Kapitalkostenersparnis unbedingt sofort an die Preise weitergeben...Das ist sehr unwarscheinlich in einem konkurierendem Markt...Ausserdem bestimmen Monopole heute den Markt und können
    jederzeit Preiskämpfe führen
    Das Arbeitslosenproblem wird es genauso wie jetzt geben...
    Das hat was mit Wachstum zu tun...und vielen anderen Dingen
    Es gibt viele weitere Ursachen von Arbeitslosigkeit,abgesehen von der kapitalbedingeten.
    Konjunkturbedingte Arbeitslosigkeit,strukturell bedingte Arbeitslosigkeit und organisationsbedingte Arbeitslosigkeit.Ein paar Punkte kann ich ja kurz dazu stichpunktartig nennen als Gründe für Arbeitslosigkeit,die mir spontan einfallen:
    Künstliche Verteuerung des Faktors Arbeit(zu hohe oder starre Löhne),Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland,wo die Löhne oder Steuern billiger sind,Rationalisierung duch moderne Technik(Maschinen ersetzen Menschen zur Steigerung der Profitrate des Unternehmers,)starre Arbeitsmärkte im Bezug auf Mobilität und Qualifikation.Ein anderer Grund sind auch z.B. Gewinneinbußen des Exports durch den schwachen Dollar(Beispiel BMW,die deswegen Produktionsstätten nach Amerika verlagert haben),also Einkommensverlagerungen,Insolvenzen,freiwillige Arbeitslosigkeit wegen z.b hoher Kapitaleinkommen(Erbschaft,Gewinn u.a.),Fehlallokation


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