Das Problem der Einführung von Freigeld durch den Staat
Wenn es erst einmal regionales Freigeld gibt, werden sicherlich angrenzende Staaten auch so ein erfolgreiches Geld einführen wollen, aber sie haben ein großes Problem. Das bisherige Geld wird ja von der breiten Masse der Bevölkerung als das Geld des Staates angesehen und dessen Wertlosigkeit stellt sich dann heraus. Da wird auf einmal alles Geld und alle monetären Anlagen wertlos und Schuld daran ist dann die Regierung.
Sie können es vielleicht der früheren Regierung in die Schuhe schieben, aber es ist zweifelhaft, ob man ihnen das abnimmt. Man kann aber den scheinbaren Wert des alten Geldes nicht erhalten, weil einfach mindestens 98 % zuviel davon existiert. Es ist eine fatale Situation.
Die einfachste Lösung für eine Regierung wäre die, einfach gar nichts zu tun und zu warten, bis Gewerbetreibende in ihrem Land auch dem Beispiel anderer Freigeldregionen folgen und nichts dagegen unternehmen. Sollte allerdings eine beschleunigte Einführung erstrebt werden, muß auch ein ähnlicher Weg gegangen werden, weil niemand wissen kann, wie schnell Freigeld in einem bestimmten Markt umlaufen wird, selbst wenn es schon Erfahrungswerte aus anderen Märkten gibt. So etwas ohne diese zu beginnen und womöglich zu versuchen, das alte Geld zu retten, würde eine Katastrophe sein. Eine radikale Umstellung könnte eine gewaltige Inflation verursachen.
Man muß daher Freigeld als Parallelwährung in einem Teilgebiet des Staates einführen, damit ein Ausdehnungsspielraum gegeben ist. Dann weiß man, wieviel Freigeld man ausgeben kann um ein stabiles Preisniveau zu halten.
Umlaufgesichertes Freigeld muß kaufkraftstabil sein und das kann es nur sein, wenn man weder zu wenig noch zu viel herausgibt. Zu wenig kann man herausgeben, solange man das alte Geld auch noch umlaufen läßt und dann kann man langsam Freigeld vermehren, bis die richtige Menge erreicht worden ist.
Man muß den Leuten allerdings klar machen, daß das alte Geld eigentlich leider wertlos ist und daß sie es so schnell als möglich los werden sollen. Es wird die meisten nicht sehr stören, wenn man ihnen klar macht, daß gleichzeitig auch ihre Schulden wertlos werden.
Eine sanfte Einführung von Freigeld von unten wäre daher vorzuziehen. Die meisten normalen Geldguthabenbesitzer könnten entweder in Realwerte oder in Freigelddenominierte Werte umschichten und würden wahrscheinlich weniger verlieren als sie an der Schuldenfreiheit profitieren würden.
Selbst die Geldmagnaten haben ja oft auch verschuldeten Realbesitz und würden da gewinnen, was sie bei den monetären Anlagen verlieren würden. Führt also ein Staat Freigeld ein, muß er so eine Einführung von unten so gut wie möglich nachahmen. So kann sie ohne große Unruhen durchgeführt werden. Der Wechselkurs des alten Geldes würde zwar auch schnell fallen, aber es wäre nicht eine Sache von heute auf morgen.
Da der Staat selber auch damit seine Schulden los werden würde, sollte er sich nicht sonderlich gegen Freigeld sträuben, selbst wenn es ohne ihn eingeführt wird, wenn er weiß was für ihn gut ist. Selbst ein schwer verschuldeter Staat sollte es lieber den Gewerbetreibenden überlassen, es einzuführen. Er kann sie dabei aber natürlich unterstützen, indem er selber Freigeld für Steuern akzeptiert.
So wurde es in Wörgl getan und alle profitierten davon. Gemeinde und Bevölkerung. Es gibt noch eine Menge Feinheiten, die ausgearbeitet werden müssen, aber im Groben ist es das, was bei staatlicher oder durch den Staat unterstützter Einführung von Freigeld beachtet werden muß. Freigeld muß so konstruiert sein, daß es als Parallelwährung zum anderen Geld freiwillig von den Leuten akzeptiert wird. Und es muß eine Kaufkraftgarantie haben. Das bedingt einen Wechselkurs zum alten Geld, das diese nicht hat.
Man soll so einen Wechselkurs von Anfang an etablieren, wenn es auch die parallele Einführung etwas erschwert Es ist leichter einen existierenden Wechselkurs zu verändern, als später, wenn es notwendig wird, einen einzuführen. Bisher ist das noch nie in der Geschichte gelungen und alle solche Parallelwährungen sind mit der Landeswährung zusammen untergegangen. Vor kurzem gerade der Credito in Argentinien. Bei dem wurden auch sonst einige Fehler gemacht, die aber anscheinend jetzt von den Cerealbanken und ihrer Getreidewährung, die sich an den uralten Korngiro des antiken Ägypten orientiert verbessert werden. Dieser Korngiro funktionierte damals immerhin etwa 4000 Jahre und machte die ägyptische Zivilisation zum Zentrum der Welt.







