Das Ende dieser Welt
Wir leben in der Endzeit. Das ist eine unumstößliche Tatsache nur ist sowohl der genaue Zeitpunkt des Endes dieser Zivilisation und das Ausmaß der Zerstörung unserer Umwelt unbekannt.
Seit dem Ende des Weltkrieges 1945 wurde ein weiterer verhindert aber da die grundlegenden Ursachen, die zu Kriegen führen nicht beseitigt wurden, konnte man an die Stelle eines Weltkrieges nur kleinere Auseinandersetzungen stellen.
Man konnte auch durch die Abschaffung des Goldstandards eine deflationäre Depression als Kriegsursache bisher verhindern. Nun sind aber dadurch die Schulden als auch die ihnen gegenüberstehenden Guthaben so gewaltig angestiegen, daß die Zinsen für diese Schulden nicht einmal annähernd mehr von zahlungsfähigen Schuldnern an die Gläubiger bezahlt werden können. Das Ende der Geldaufblähung ist damit erreicht. Von einer möglichen Rückzahlung der Schulden ist schon lange keine Rede mehr aber jetzt ist man auch schon am Ende der Zinszahlungen durch neue Schulden angelangt.
Das heutige Weltwährungssystem ist am Ende. Die entscheidende Wende passierte etwa 1993. Seither verschwindet das Buchgeld vom Markt und auch das Bargeld findet keine lohnenden Anlagen mehr und wird in Spekulationskassen festgehalten. Weltweit steigt die Arbeitslosigkeit und man beginnt schon Rüstung und Krieg als Konjunkturmotor einzusetzen.
Ob wieder einmal als Ausweg aus der Depression gewählt werden wird einen Krieg zu inszenieren ist trotz der krampfhaften Bemühungen der Führer der letzten und einzig verbleibenden militärischen Supermacht noch nicht endgültig sicher. Es gibt auch schon andere erkannte Wege, wie man die Deflation überwinden kann. Sie werden nur nicht gegangen, weil sie die Macht des zinsfordernden Geldes brechen würden. Bisher ist es den wenigen wirklichen Nutznießern des heutigen Geldes gelungen selbst das Wissen über diesen anderen Weg zu unterdrücken. Es ist möglich, daß diese Zivilisation untergeht, wie schon viele zuvor, wenn nicht überlebende Inseln für einen Neuaufbau gebildet werden. Die Hoffnung einen Zusammenbruch gänzlich zu vermeiden, schwindet immer mehr.
Deshalb sollte wenigstens in einigen versteckten Tälern der Samen für einen Wiederaufbau gepflanzt werden. Im Zeitalter der Antike gab es solche Täler nicht und auch frühere Zivilisationen gingen unter ohne mehr als Reste von Bauten zu hinterlassen.
Vielleicht gelingt es der Idee des Freigeldes, sich schneller als erwartet zu verbreiten. Dann ist es nicht das Ende der Welt oder dieser Zivilisation sondern nur das Ende des Kapitalismus, das uns bevor steht. Es gibt keinen Zweifel darüber, daß sich Freigeld schnell verbreiten wird, wenn es erst einmal einen ausreichenden Minimalmarkt gefunden hat. Die Schwierigkeit liegt nur daran so einen als Beispiel in der Realität zu beginnen. Nachmachen für andere ist dann leicht. Als das Experiment von Wörgl 1932 erst drei Monate alt war, fanden sich schon Nachahmer in einer Nachbarstadt.
Die 5000 Leute in Wörgl und Umgebung hatten so einen ausreichenden Minimalmarkt für umlaufgesichertes Geld gebildet und nach einem Jahr wären es schon 300,000 geworden, trotzdem die Leute durch den Rechtsstreit mit der Nationalbank verunsichert waren. Es hängt also nur davon ab irgendwo in der Welt ein zweites Wörgl rechtzeitig zu beginnen. Da die heutigen Nationalbanken nicht mehr rein private Gesellschaften mit einem Geldmonopol sind, ist ein neuer Rechtsstreit mit anschließendem Verbot, wie in Wörgl nicht sehr wahrscheinlich und es gibt auch Methoden einem eventuellen Verbot die Durchsetzbarkeit schwer zu machen. Der Beginn so eines lokalen Freigeldes wird höchstwahrscheinlich in kleinen Städten oder Orten mit einen noch einigermaßen existierenden lokalen Markt stattfinden, wo das andere Geld rar geworden ist.
In solchen Städten ist die Motivation vorhanden etwas zu tun bevor so eine Stadt zur Geisterstadt wird. Möglicherweise könnten auch Stadtviertel mit derartigen Strukturen in einer größeren Stadt solche Fokuspunkte sein. Tauschkreise, die einen alternativen Markt ohne Bargeld aufbauen wollen sind dagegen ungeeignet. Sie werden auch von den existierenden Gewerbetreibenden eher als unlautere Konkurrenz angesehen und diese würden kaum mitmachen wollen. Man braucht aber gerade diese Leute. Die haben nämlich im Gegensatz zu den Tauschkreisleuten etwas Brauchbares zu verkaufen und jedes Geld ist nur das wert, was man dafür kaufen kann. Wenn man will, daß das Freigeld etwas wert ist und wert bleibt, muß man diese Leute gewinnen. Man muß sie auch nehmen wie sie sind und wer die Menschen ändern will und nicht das Geld, ist für die Arbeit mit praktischem alternativen Freigeld ungeeignet. Er wird vielleicht kurzfristig in wirklich schlechten Zeiten mit Gleichgesinnten einen Tauschkreis mit oder ohne Tauschmittel als Überlebenshilfe aufrecht erhalten können, aber das wird auch schon alles sein. Der Tauschkreis wird danach sich wieder auflösen.
Verändert in Realität existierendes Freigeld die Menschen wie erwartet, ist das wunderbar aber wer die Veränderung der Menschen als Vorbedingung für Freigeld ansieht, der wird nie ein Freigeld haben, wenn es nicht kalt rechnende Pragmatiker für ihn erschaffen. Sie werden das in ihren eigenem Interesse und zu ihren eigenem Vorteil auch tun, wenn sie sehen, welche Vorteile es den ersten Anwendern bringt. Damit werden sie das Medium verändern und das wird dann die Menschen verändern und zwar dauerhaft.
Dann wird diese Welt nicht untergehen, sondern aufblühen. Sie wird zu einem Garten Eden werden. Zu einem weltweiten Park ohne Wüsten. Die Leute werden langfristig denken und Bäume planzen, statt sie zu roden. Sie werden ihr Land in Erbpacht besitzen und es ihren Kindern fruchtbar und wasserreich überlassen und auch selber nicht in einer zerstörten Umwelt leben wollen.
Ob es für den Frachtverkehr noch Straßen und Kanäle geben wird oder Eisenbahnen ist fraglich, aber die persönliche Bewegungsfreiheit wird voraussichtlich in der Luft stattfinden. Wie? Das wird sich zeigen.







