:: Experten mit den falschen Freunden ::

· tar, den 31.01.08 in Deutschland, Liberalismus, Pharmaindustrie, Probleme, Soziales, Verschwörung, Wirtschaft

Quelle: sueddeutsche.de

Die Ständige Impfkommission überprüft den Nutzen von Impfungen - sie ist Feindbild aller Impf-Skeptiker. Tatsächlich riskiert sie ihre Glaubwürdigkeit durch allzu enge Industrie-Kontakte.

Der Ruf ist längst ruiniert. Vor Jahren schon ist die Ständige Impfkommission, kurz "Stiko", zum Feindbild all jener mutiert, die Impfungen skeptisch sehen.

Dabei ist die Aufgabe des vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzten Gremiums überaus wichtig für die Gesundheit der Deutschen. Die Stiko soll den Nutzen von Impfungen prüfen. Im "Impfkalender" legt sie fest, wann sie welchen Piks gegen welche Krankheit für sinnvoll hält.

Doch viele Bürger mögen dem Rat der Stiko nicht folgen, auch wenn die meisten der empfohlenen Impfungen sinnvoll und wissenschaftlich unumstritten sind. Sie vermuten hinter der Kommission einen unheilvollen Sumpf aus korrupten Ärzten und gieriger Pharmaindustrie.

Irritierender Jobwechsel

Da wirkt es kaum förderlich, dass einige Mitglieder der Stiko allzu große Nähe zu Impfstoff-Herstellern suchen. Ende 2007 versetzte eine Personalie sogar Freunden des Gremiums einen Stich: Da wechselte der langjährige Chef der Stiko, Heinz-Josef Schmitt, zum Pharmariesen Novartis - einem Unternehmen also, dessen Produkte er zuvor kritisch bewertet haben will.

Nach Schmitts Weggang ist die 16-köpfige Kommission neu besetzt worden, aber der neue Vorsitzende, der Arbeitsmediziner Friedrich Hofmann aus Wuppertal, zeigt wenig Verständnis für Zweifel an der Unabhängigkeit seiner Kommission. Die Zusammenarbeit mit der Industrie sei nötig, sagt Hofmann, und wenn er Firmengelder für ehrliche Arbeit erhalte, beeinflusse das sein Urteil nicht...



Kommentare:

  • Einige Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts, eines Bundesinstituts, beziehen direkt und persönlich Honorare von der Pharmaindustrie. Als Beispiel sei hier Prof. Schmitt, Präsident der Impfstoffempfehlenden Behörde der STIKO, genannt. Auf der Webseite von GlaxoSmithKline wird dem Leser eine unabhängige impfwerbende Internetseite angeboten: "...die produkt- und herstellerunabhängige Pro-Impfen-Webseite des STIKO-Vorsitzenden Professor Schmitt: ... ...". Im Impressum der Webseite Gesundes-Kind wird als Verantwortlicher der Seite allerdings die Pharmafirma GlaxoSmithKline aufgeführt: "Impressum / Nutzungsbedingungen GlaxoSmithKline GmbH & Co.KG, Vertreten durch die GlaxoSmithKline Verwaltungs GmbH." Hier erscheint Prof. Schmitt, neben Prof. Dr. med. Fred Zepp, Vorstand der Stiftung Präventive Pädiatrie, dann lediglich als medizinischer Berater: "Dieser Webauftritt wäre ohne die wissenschaftliche Beratung der Kinderklinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns hierfür bei Prof. Dr. med. Fred Zepp, (...) Prof. Dr. med. Heinz J. Schmitt." Aber nicht nur für die firmeneigene Webseite Gesundes-Kind von der Pharma GlaxoSmithKline, die als unabhängige Beratungsseite von Prof. Schmitt beworben wird, zeichnen sich die oben genannten Professoren mitverantwortlich, sondern auch für den eigentlichen Internetauftritt der Pharmafirma GlaxoSmithKline: "Wissenschaftlich unterstützt wird die Webseite von Prof. Dr. Fred Zepp, (...) und von Prof. Dr. Heinz J. Schmitt, Vorsitzender der Ständigen Impfkommision am Robert-Koch-Institut in Berlin." Nach eigener Aussage kooperiert Prof. Schmitt mit den Firmen GlaxoSmithKline und Chiron-Behring, beides Impfstoffhersteller.

    Text entnommen von ...

    Gruß, Petra


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