:: Ein langer Winter ::
Quelle: spiegelfechter.com
Die Realität des Krieges und die Reaktionen der amerikanischen Medien
Vom 13. bis 16.März dieses Jahres fanden in Washington D.C. die „Winter Soldier Testimonies“ statt. Irakkriegs-Veteranen der Gruppe „Iraq Veterans Against the War“ organisierten diese Veranstaltung, um insbesondere gegen den Irakkrieg zu protestieren. Auf der Webseite der „IVAW“ führen sie zehn Gründe für ihre Ablehnung der Kriege an, unter anderem, dass der Krieg „auf Lügen und Verrat“ basiert, dass er internationales Recht verletzt, dass enorme Steuergelder dafür ausgegeben werden, während einige wenige Unternehmen riesige Profite machen und dass sowohl die amerikanischen Soldaten als auch die Iraker entmenschlicht und missbraucht werden.
Die Organisation orientiert sich bei der Aktion „Winter Soldier“ am Vorbild der „Winter Soldier Investigation“, die Anfang 1971 drei Tage lang in Detroit stattfand. Mehr als einhundert Mitglieder der „Vietnam Veterans Against the War“ – darunter John Kerry, der spätere Präsidentschaftskandidat der Demokraten – versuchten damals, durch die Veröffentlichung ihrer Erfahrungen von Kriegsverbrechen und Massakern der US-Streitkräfte in Vietnam, Laos und Kambodscha aufzuzeigen, dass diese Ereignisse die Regel und eine unmittelbare Folge der militärischen Strategie der USA waren.
Die damalige Veranstaltung wurde von den landesweiten Medien kaum oder überhaupt nicht erwähnt – bis ein daraus entstandener Dokumentarfilm 1972 schließlich dafür sorgte, dass man die Thematik nicht mehr ignorieren konnte. Dies führte schließlich zum „Fulbright-Hearing“, einer Reihe von öffentlichen Anhörungen, bei denen der demokratische US-Senator J.William Fulbright auch ausführlich Mitglieder von „Vietnam Veterans Against the War“ zu Wort kommen ließ; bei diesen Anhörungen stellte John Kerry seine berühmte Frage: „Wie fragt man einen Mann, als Letzter für einen Fehler zu sterben?“...







