Quelle: spiegelfechter.com
Die deutsche Politik befindet sich mitten in einem Linksruck - zumindest wenn man den Medien und den Wirtschaftsinstituten Glauben schenken mag. Auslöser dieser seltsam realitätsfernen Debatte war der SPD-Parteitag, auf dem die Führungsspitze der Mehrheitssozialisten mit zahnlosen Worthülsen ihre kognitive Dissonanz überspielte. Die einzige konkrete Forderung, die gestellt wurde, war die Verlängerung der Bezugsdauer von ALG-I für Menschen über 50 Jahre – gemessen an den neoliberalen Grausamkeiten, die mit tatkräftiger sozialdemokratischer Schützenhilfe durchgesetzt wurden, ist dies freilich eine Petitesse.
Die ganze Aktion war daher weder sonderlich relevant, noch glaubwürdig - die Reaktion fiel indes überraschend scharf und deutlich aus. Nachdem die üblichen Verdächtigen aus Politik und Wirtschaft vor dem Untergang des Abendlandes warnten, wenn man auch nur daran denke, die neoliberalen Scheuklappen ein wenig zu lockern, schlugen diese Woche die fünf Weisen von Absurdistan Alarm. Man möge „das Erreichte nicht verspielen“, so heißt es in ihrem gleichnamigen Jahresgutachten, in dem sie die Politik der Bundesregierung alljährlich an die Kandare nehmen. Damit wird zunächst suggeriert, der wirtschaftliche Aufschwung hätte etwas mit der Politik der Bundesregierung zu tun, außerdem wird schwarzmalerisch gewarnt, jedes Abweichen von der wirtschafts- und sozialpolitischen Agenda hätte einen negativen Effekt auf die Konjunktur. Beide Annahmen sind falsch und lassen sich durch das umfangreiche Zahlenwerk, das dem Jahresgutachten beigefügt ist, nicht herleiten. Die fünf Weisen von Absurdistan können anhand dieser Zahlen auch gar keinen kausalen Zusammenhang zwischen Arbeitsmarktpolitik und gesamtökonomischer Entwicklung herleiten - sie können die Zahlen interpretieren, mehr nicht...







