Quelle: derwesten.de
Essen. Profiteure einer besorgniserregenden Entwicklung: Die weltweite Verknappung der Agrarrohstoffe hat das größte deutsche Bankhaus zu einer zynischen Werbekampagne veranlasst.
Anfang der Woche hat in New York ein Krisenstab der Vereinten Nationen getagt. Auf der Tagesordnung stand die weltweite Lebensmittelknappheit und wie sie zu bekämpfen ist. Wegen der Lebensmittelkrise war es in den vergangenen Wochen bereits in mehreren Entwicklungsländern zu Unruhen gekommen. Verursacht wurde diese Krise durch Ausfälle bei Getreideernten, den Boom beim Biosprit - und durch Spekulationen an den Rohstoffmärkten.
Wegen ihrer Verknappung sind Mais, Reis, Soja und Weizen zu lukrativen Anlageprodukten geworden. Im ersten Quartal dieses Jahres sollen schon 30 Milliarden Dollar in der Spekulation mit Agrarrohstoffen umgesetzt worden sein. Börsianer verdienen gut am Elend in den Entwicklungsländern.
Ein besonders zynisches Beispiel dafür liefert die Deutsche Bank. Sie hat einen „Agriculture Euro Fonds” aufgelegt, den sie leidenschaftlich im Internet bewirbt: Agrarrohstoffe böten derzeit „ein attraktives Chancen-Risiko-Profil”. Unter „Erfolgsfaktoren” für eine Steigerung der Rendite führt die Deutsche Bank unter anderen die „historisch weltweit niedrigen Lagerbestände an Agrarrohstoffen” auf. Sprich: Was die Vereinten Nationen dazu veranlasst, einen Krisenstab einzurichten, lässt die Banker jubeln...







