:: Der Finanz-Tsunami: Die nächste Stoßwelle rollt – »Fannie Mae«, »Freddie Mac« und die US-Hypothekenschulden ::

· tar, den 23.07.08 in Amerika, Börse, Europa, Krise, Liberalismus, Politik, Probleme, Wirtschaft

Quelle: info.kopp-verlag.de

Die Ankündigung von US-Finanzminister Henry Paulsen und des Chefs der »Federal Reserve«, Ben Bernanke, die amerikanische Regierung werde die beiden Hauptbürgen der Eigenheimhypothekenschulden – »Fannie Mae« und »Freddie Mac« – vor dem Bankrott bewahren, bestätigt, was wir an dieser Stelle schon wiederholt gesagt haben: Der Finanz-Tsunami, der im August 2007 auf dem relativ kleinen hochriskanten »sub-prime«-Hypotheken-Verbriefungsmarkt in den USA begonnen hatte, ist keineswegs vorbei. Vielmehr nimmt er gerade wieder Fahrt auf. Wie der gewaltige Tsunami, der Ende Dezember 2004 mit zerstörerischer Kraft in Südostasien wütete – wobei eine fürchterliche Stoßwelle der anderen folgte –, ist auch der Finanz-Tsunami, den wir jetzt erleben, ein Sturm mit einer langen Amplitude, also ein langwelliges Phänomen, bei dem Wertpapiere in Höhe von vielen Billionen Dollars abgewickelt werden, in Verzug geraten und schließlich auf den Markt geworfen werden. Aber das Ausmaß der letzten großen Stoßwelle, der plötzliche Vertrauensverlust in die zwei von der US-Regierung getragenen Institutionen »Freddie Mac« und »Fannie Mae«, ist nur ein Vorbote von weit Schlimmerem, das uns noch bevorsteht in der größten und verheerendsten Finanz- und Wirtschaftskatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die Auswirkungen werden weltweit zu spüren sein.

Die Royal Bank of Scotland, eines der größten Finanzinstitute in der EU, hat ihre Kunden gewarnt: »Schon bald wird eine sehr schwierige Zeit kommen – richten Sie sich darauf ein.« Die Bank erwartet, dass der amerikanische Aktienindex S&P-500 – einer der größten Aktienindizes an der Wall Street, den vor allem Hedge-Fonds, Banken und Pensionsfonds benutzen – bis zum September fast 23% verlieren könnte. Denn »alles fällt auf den Urheber zurück«, und das gilt vor allem für die Exzesse der von den USA angeführten Verbriefungs-Revolution, die ausbrach, nachdem die dot.com-Blase geplatzt war und der damalige Fed-Chef Alan Greenspan die Zinsen auf ein Niveau senkte, das es seit der Großen Depression in den 1930er-Jahren nicht mehr gegeben hatte...




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