Quelle: weissgarnix.de
Selbst auf die Gefahr hin, zunehmend zu klingen wie eine Schallplatte mit Sprung: auch dieses Spezifikum des deutschen Arbeitsmarktes, über das heute in der FTD berichtet wird, hängt direkt mit unserer unseeligen wirtschaftspolitischen Fixierung auf den technologisch geprägten Exportsektor zusammen: wer nur ein Mindestmaß an Bildung bzw. beruflicher Qualifikation vorweisen kann, wird in Deutschland doppelt so leicht arbeitslos, als anderswo in Europa.
Die Gründe dafür sind wirklich leicht nachvollziehbar: im Exportsektor haben nur die besserqualifizierten eine Chance, und im Binnenmarkt werden mangels Investitionen und fehlender Anreize viel zu wenig Jobs geschaffen, die das unterste Segment der Erwerbspopulation auffangen könnten. Außerdem setzt unser Sozialsystem dafür auch arbeitnehmerseitig die völlig falschen Anreize.
Arbeitsmarkttechnisch ist der deutsche Binnenmarkt ein “vicious circle”, wie er im Lehrbuch steht: für Unternehmer ist es nicht interessant, zu investieren und Jobs zu schaffen, und für potenzielle Arbeitnehmer ist es, relativ zur Sozialhilfe, nicht lukrativ, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Voilà. Und statt sich des Problems vernünftig anzunehmen, spielt die Politik ein lustiges “Wer sich zuerst bewegt, verliert!”, denn wenn die Arbeitgeber fordern, die Sozialhilfe sollte runter, dann kommt sofort der Aufschrei “Neoliberale Ausbeuter!”, und wenn arbeitnehmerseitig der Ruf nach “Jobs, von denen man leben kann” laut wird, dann werden diese postwendend mit “Zu teuer!” abgebügelt. Beide mögen aus ihrer jeweiligen Sicht rechthaben, nur auf einen grünen Zweig werden wir so garantiert nicht kommen...








