Beginnen wir mit einem kurzen historischen Abriss zur Bevölkerungsentwicklung der Menschheit – und zwar im Zusammenhang mit den sich fortwährend verändernden Ernährungsbedingungen, die sich durch die neolithische Revolution derart drastisch verbesserten, dass die vormals durch die berüchtigte Dunbar-Zahl im Neocortex ausgeübte soziale Kontrolle menschlicher Gemeinschaften schlicht und ergreifend ausgehebelt wurde.
Das bedeutet nichts anderes, als dass die einstigen Gemeinschaften zerbrachen bzw. zwangsläufig zu Gesellschaften expandieren mussten und es in und zwischen diesen Gesellschaften zu Konflikten kam, so dass man die vormals freiwillig solidarische Umverteilung nun per Gewalt durchsetzen musste.
Doch der Reihe nach:
Laut aktuellem Kenntnisstand wurde die Menschheit vor 70.000 Jahren aufgrund einer extremen Dürre nahezu ausgelöscht. Für diese Katastrophe wird u.a. der Ausbruch des Toba-Vulkans verantwortlich gemacht. Beim mehrere Wochen andauernden Ausbruch dieses Supervulkans wurde rund 2.800 km³ Material in atmosphärische Höhen von mehr als 25 km geschleudert, wodurch die Sonneneinstrahlung gemindert wurde, was zu einem neuen Kältemaximum in der Weichsel-Eiszeit führte. Angesichts solcher und vorhergehender Katastrophen ist die Entwicklung religiöser Rituale nicht verwunderlich.
Die Weltpopulation schrumpfte auf etwa 2.000 Menschen, die in isolierten Gruppen zu den afrikanischen und indischen Küsten zogen, da sie auf Grund der anhaltenden Dürre ihre Ernährung zwangsläufig auf das noch vorhandene Nahrungsangebot umstellen mussten. Dies führte zu einer einschneidenden Entwicklung des Intellekts und der verwendeten Werkzeuge und Waffen, infolgedessen eine rasante Bevölkerungsvermehrung begann, die bis heute anhält. Zunächst bildeten sich kleinere Gruppen von 30-50 Menschen, die schließlich bei etwa 150 (Dunbar-Zahl) eine kritische Masse erreichten. [weiterlesen...]
Viele (zumindest oberflächlich) positiv gemeinte Weltverbesserungskonzepte scheitern leider bereits in ihren Ansätzen, da sie elementare Teile der Realität entweder nicht kennen, als unwesentlich erachten, nicht wahrhaben wollen und damit vorsätzlich ausblenden oder per Dekret einer zwangsverordneten Veränderung unterwerfen wollen. In welcher Form dies auch immer umgesetzt wird, es wird vom Verfasser meist nicht bewusst wahrgenommen, dass man sich in ideologische, voreingenommene Scheinwelten begeben hat, die sich in der Realität nicht umsetzen lassen können, weil sie grundlegenden Abläufen und Zusammenhängen widersprechen. Interessant ist hierbei allerdings, dass die Realität selbst aus zahllosen Widersprüchlichkeiten besteht, mit denen man sich allerhöchstens arrangieren, sie aber nicht aus der Welt schaffen kann – wiederum mit der Folge, dass ein etwaiges Utopia, das diese Widersprüche nicht zur Kenntnis nimmt, ein feuchter Traum bleibt.
Oft habe ich mich gefragt, wieso die Welt so ist, wie sie ist. Wieso sie scheinbar an außerordentlicher Ungerechtigkeit, Ignoranz, Stumpfsinn und allgemeinem Leiden überquillt, während sich doch nahezu jeder eine bessere Welt wünscht und daraufhin so allerhand Utopien ersonnen werden, in denen entweder nur an ganz bestimmten Stellen ein paar Schräubchen gedreht oder gleich die ganze Menschheit geändert werden müsse, um das herbeigesehnte Paradies zu erreichen, in welchem dann vielleicht nicht alles, aber doch zumindest irgendwas irgendwie besser wäre.