Quelle: tagesspiegel.de
Pfarrer Bernd Siggelkow nennt es „sexuelle Verwahrlosung“. Betroffen sind nicht nur Erwachsene, sondern Mädchen und Jungen, die manchmal noch in die Grundschule gehen. Der Begründer und Leiter des Kinderhilfsprojekts „Die Arche“ in Hellersdorf hat mit 80 Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 18 Jahren über ihre sexuellen Erfahrungen gesprochen.
Die Gespräche mit den Jugendlichen werden im kommenden September als Buch erscheinen, in Form von persönlichen, anonymisierten Geschichten. Viele der befragten Jungen und Mädchen kennt Siggelkow seit Jahren, weil sie in der Arche betreut werden. Dort treffen sich vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien. Etliche der befragten Jugendlichen kommen aber aus anderen sozialen Schichten, sagt Siggelkow. Was ihm die Jugendlichen erzählt haben, sei deshalb nicht nur ein Phänomen der Unterschicht.
So war es bei den Befragten zum Beispiel nicht der Sexualkundeunterricht in der Schule, über den sie aufgeklärt wurden. Es waren Pornofilme, die ihnen den Umgang mit Sexualität vermitteln. Viele seien schon mit sieben, acht, neun Jahren mit den Filmen in Kontakt gekommen. „Einer lädt sich einen Film aus dem Internet auf sein Handy runter und gibt es an andere weiter, gemeinsam schaut man sich das dann auf dem Schulhof an“, sagt Siggelkow. Den Kindern werde durch die Pornofilme ein völlig liebloses Bild von Sexualität vermittelt, ohne Liebe, ohne Zärtlichkeit...







