.: Oktober 2007 :.
· tar, den 29.10.07 in Deutschland, Europa, Krise, Liberalismus, Wirtschaft
Quelle: boerse.ard.de
Wer gehofft hatte, die Krise an den Finanzmärkten sei mit den Verlusten im dritten Quartal ausgestanden, wird nun eines Besseren belehrt. Die Zürcher Großbank UBS jedenfalls warnt vor Rückschlägen.
Die Probleme an den Finanzmärkten sind nach Ansicht der Schweizer Großbank UBS noch lange nicht ausgestanden. "Die UBS erwartet nicht, dass sich das vierte Quartal weiter so gut entwickelt, wie in der Anfangsphase, oder dass sich die gegenwärtigen Schwierigkeiten kurzfristig überwinden lassen", heißt es in einer am Morgen veröffentlichten Mitteilung. Der Grund für derlei Pessismismus sind die mögliche „weitere Verschlechterung im amerikanischen Häuser- und Hypothekenmarkt oder eine Rating-Herabstufung von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren“. Die könnten zusätzliche Abschreibungen erforderlich machen.
Verluste erwartet
Die Warnung kommt einen Tag vor der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal. Danach rechnet die Bank wie geplant mit einem Verlust zwischen 600 und 800 Millionen Franken. Das vierte Quartal sei mit guten Resultaten in allen Geschäftseinheiten inklusive der Investment Bank angelaufen. Der Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities bleibe jedoch nach wie vor den künftigen Marktentwicklungen ausgesetzt. Und genau in diesen Geschäftsfeldern könnte sich die Entwicklung bis zum Jahresende erneut verschlechtern...
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· tar, den 29.10.07 in Amerika, Börse, Deutschland, Europa, Krise, Liberalismus, Wirtschaft
Quelle: ftd.de
Internationale Investoren haben nach Angaben des Datendienstleisters Lipper Feri wegen der Kreditkrise im August netto 70 Mrd. Euro aus europäischen Fonds abgezogen - der stärkste monatliche Abfluss, der je verzeichnet wurde. Erstmals wurden sowohl Aktien als auch Anleihen massiv verkauft.
Auch Geldmarktfonds haben im August 15 Mrd. Euro verloren - ein Trend, der sich in den Deutschlandzahlen des Fondsbranchenverbands BVI widerspiegelt. Die Angst grassiert unter Geldprofis, was zuletzt an dem erratischen Auf und Ab der Börsen ablesbar war. Im Kern geht es um die Gefahr einer US-Rezession, die weltweit den Aufschwung beenden könnte. Die globale Preiskorrelation aller Assetklassen ist problematisch. Kollabiert ein Markt, so die Befürchtung, seien auch andere gefährdet. In diesem Umfeld brauchen Anleger ein plausibles Paradigma.
"Wir erwarten, dass die Geldmenge global weiterwächst, denn da alle Märkte korrelieren, käme es bei einem Börsencrash zu einer globalen Rezession", sagt Christian Freiherr von Bechtolsheim, Vorstand des Family Office Focam. Es sei somit politisch gewollt, so von Bechtolsheim, das durch mehr Papiergeld zu verhindern. "Daraus speist sich unser Optimismus für die Aktienmärkte."...
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· tar, den 29.10.07 in Deutschland, Europa, Liberalismus, Politik, Probleme, Soziales, Verschwörung, Wirtschaft
Quelle: egon-w-kreutzer.de
In dieser Woche ist eine eigenartige Institution zu der Auffassung gelangt, das sogenannte "VW-Gesetz" sei Unrecht.
Man sollte meinen, dass ein Gesetz, das vom deutschen Bundestag verabschiedet wurde,
- von keiner anderen Instanz als dem Bundesverfassungsgericht beurteilt werden dürfe und
- dass nur das Bundesverfassungsgericht ein solches Gesetz unter Umständen kassieren könne, und das
- mit keiner anderen Begründung, als der, es sei "nicht verfassungsgemäß".
Das Bundesverfassungsgericht steht im konkreten Fall aber ohnmächtig däumchendrehend daneben und wird gar nicht erst gefragt.
Jene eigenartige Institution, die sich berufen wähnt, über deutsche Gesetze urteilen zu müssen, ist aber an das Grundgesetz in keiner Weise gebunden. Im Gegenteil, was jener eigenartigen Institution am deutschen Grundgesetz nicht passt, das erklärt sie ohne langes Fackeln für Unrecht.
Bei dem von ihr als höherrangig eingestuften und daher zu wahrendem Recht, handelt es sich jedoch nicht um Gesetze, die von gewählten Volksvertretern in einem geregelten parlamentarischen Verfahren beschlossen wurden, sondern um Erlasse von Kommissaren, um Ministerratsbeschlüsse und um die Verträge von Rom, Maastricht, Nizza und Lissabon.
Jener eigenartigen Institution ist das deutsche Recht, samt dem deutschen Grundgesetz vermutlich bekannt, aber für ihre Urteilsfindung ist es vollkommen irrelevant. Alles was in der Bundesrepublik Deutschland noch Recht zu sein scheint, ist nur trügerisch bedrucktes Papier mit Paragraphenzeichen, solange die Sprüche jener eigenartigen Institution einfach hingenommen werden. Ein Kommissar, dem es gefällt, anderen Interessen mehr zu dienen, als den durch ein bestimmtes Gesetz gewahrten, bringt jedes Gesetz mit einem Federstrich zu Fall. Der braucht dazu weder Bundestag noch Bundesrat noch Bundespräsident. Sein Erlass genügt, sein Ukas, ist Gesetz - ganz nach alter Väter Sitte, wie im zaristischen Russland oder im Frankreich des Sonnenkönigs Ludwig IVX...
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· tar, den 29.10.07 in Amerika, Krise, Liberalismus, Lügen, Wirtschaft
Quelle: ftd.de
Wer sich dieser Tage mit Bankern unterhält, hört stets das gleiche Mantra: Es gibt eine Kreditkrise, wohl auch eine Krise des Vertrauens, aber sicher keine der Banken. Seltsam nur, dass Merrill-Lynch-Chef Stanley O'Neal nach Peter Wuffli von der UBS bereits der zweite Hochkaräter ist, der sein Amt wohl aufgeben muss.
Sonntagabend jedenfalls grenzte es an ein Wunder, dass er nach dem Sperrfeuer des Aufsichtsrats seinen Posten noch bekleidete. Während bei Wufflis Abgang die Gründe schweizerisch diskret verschwiegen wurden, obwohl sie wegen der erheblichen Schieflage des hauseigenen Hedge-Fonds Dillon Read auf der Hand lagen, ist die Sache bei O'Neal einfacher: Wer ankündigt, dass er wegen der Krise 5 Mrd. $ abschreiben muss, kurze Zeit später aber einräumt, dass es 8 Mrd. $ sind, hat Vertrauen am Kapitalmarkt unwiederbringlich verspielt.
Und wer sein Haus einem Rivalen zur Fusion andient, wie es O'Neals Anruf bei Wachovia nahelegt, dabei aber niemanden in der Bank davon in Kenntnis setzt, hat zudem das Vertrauen seiner Board-Kollegen verspielt - ebenfalls unwiederbringlich...
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· tar, den 28.10.07 in Deutschland, Politik, Probleme, Soziales, Wirtschaft
Quelle: heise.de
Bis zu 360.000 Menschen in Deutschland wären davon betroffen. Beim SPD-Parteitag ist es kein Thema
Während auf dem dem SPD-Parteitag viel über einige Modifizierungen der Hartz IV-Gesetze diskutiert und dabei akribisch darauf geachtet wird, dass die Substanz der Gesetze nicht angetastet wird, droht weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit eine massive Verschlechterung für ältere Erwerbslose. Ab dem 1. Januar können ALG II-Bezieher, die das 60te Lebensjahr erreicht haben, zwangsverrentet werden. Davon wären bis zu 360.000 Menschen betroffen.
Bisher waren diese Menschen durch die sogenannte 58er Regelung geschützt. Sie bewahrte ALG I und II-Bezieher zwischen dem 58 und 65 Lebensjahr vor Umschulungsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobangeboten. Sie waren in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr aufgeführt. Schließlich hatten Menschen in diesem Alter sowieso wenig Chancen auf einen Arbeitsplatz.
Wenn diese Regelung zum 1. Januar 2008 ausläuft, müssten diese Menschen in Rente gehen und dabei Minderungen bis zu 18% in Kauf nehmen. Das bedeute staatlich geförderte Altersarmut, warnte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kürzlich auf einer Pressekonferenz in Berlin. Denn zusätzliche Beihilfe durch Sozialhilfe würden die Zwangsverrenteten nur bekommen, wenn sie ihr Schonvermögen (PDF-Datei) bis auf eine Höhe von 1600 Euro aufgebraucht haben. Die Betroffenen müssten also Lebensversicherungen und private Altersversorgungen auflösen und zur Bestreitung ihres Unterhalts verbrauchen.
Das dürfte besonders jene Menschen gravierend treffen, die in den letzten Jahren durch massive Werbekampagnen zum Abschluss einer solchen privaten Lebensversicherung veranlasst worden sind. Schließlich wurde ihnen dort versprochen, dass sie damit für ihren Lebensabend sorgen könnten. Wenn sie jetzt diese Rücklagen bis zum regulären Renteneintritt verbrauchen müssten, wäre gerade diese Alterssicherung konterkariert. Erwerbslosengruppen sehen gerade in dem Zugriff auf das Schonvermögen einen Grund, warum der Gesetzgeber die 58er Regelung auslaufen lassen will...
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· tar, den 28.10.07 in Deutschland, Liberalismus, Politik, Probleme, Soziales, Wirtschaft
Quelle: spiegelfechter.com
Die alte Tante SPD hat es nicht einfach. An diesem Wochenende trifft man sich zum großen Parteitag in Hamburg - Überraschungen wird es wohl keine geben und der verbale “Linksruck”, der mit einem Schmierentheater medial wirksam eingeleitet wurde, ist im schlimmsten Sinne eine Spiegelfechterei. Unter der achtjährigen Regentschaft des Brioni-Kanzlers hatte die Partei der Mehrheitssozialisten ihren Pakt mit dem Marktliberalismus geschlossen. Das Schröder-Blair Papier aus dem Jahr 1999 kann als Sündenfall der Sozialdemokraten gesehen werden. Eine antiideologische, streng pragmatische Politik, mit libertären Zügen, hatte Deutschland endgültig aus der wohligen Tristesse der Bonner Republik gerissen. Die vier Jahre später von Rot/Grün beschlossene Agenda 2010 setzte konsequent fort, was die neue Mitte als Model der Zukunft vorgesehen hatte – eine Ironie der Geschichte, dass Rot/Grün die konservativen Parteien auf der Schnellstraße des Sozialabbaus „links“ überholt hat.
Abgestraft wird die SPD dafür erst jetzt, da der Nebel der Scheinrealität langsam aufklart. Der viel besungene Aufschwung ist da, und niemand merkt es. Die Zahl der Arbeitslosen ist zwar kräftig zurückgegangen, aber die Zahl der Working Poor ist im gleichen Maße gestiegen – da Löhne bezahlt werden, die nicht nur unterhalb der Anstandsgrenze, sondern auch unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums liegen, muss der Staat zusätzliche Hilfsleistungen an die Niedriglöhner zahlen. Der freie Markt verlangt seine Opfer – dass viele Arbeitgeber in den Branchen, in denen Minilöhne gezahlt werden, prächtig verdienen und zu den reichsten Familien des Landes zählen, ist ein Treppenwitz der Solidargemeinschaft. Jahrelang wurde es versäumt die Binnenkonjunktur zu stärken - den Preis dafür bezahlt Deutschland durch eine immer größer werdende Schieflage zwischen den Einkommen der austauschbaren Arbeiter und Angestellten auf weniger qualifizierten Stellen, und hochqualifizierten Angestellten und Investoren...
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· tar, den 28.10.07 in Amerika, Börse, Deutschland, Europa, Krise, Liberalismus, Politik, Soziales, Wirtschaft
Quelle: zeit.de
Brot, Bier und Benzin werden teurer, doch die Löhne bleiben unten. Was Verbraucher schmerzt, beruhigt die Währungshüter
Es begann mit der Milch. Gefolgt von der Butter. Um bis zu 40 Prozent sind die Preise für diese Grundnahrungsmittel im Laufe des Jahres gestiegen. Manches Stück Fleisch, manche Flasche Bier und manche Süßigkeit kostet jetzt 30 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Angst vor der Inflation geht um.
Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein Konzern deutliche Preiserhöhungen ankündigt – oder stillschweigend durchsetzt. Zuletzt teilten Energieversorger mit, dass sie die Preise für Gas und Strom zum Jahreswechsel um acht bis zehn Prozent erhöhen. Dann wurde ein Fass Rohöl kurzzeitig für mehr als 90 Dollar gehandelt, so viel hatte es noch nie gekostet, und die Mineralölkonzerne zogen Konsequenzen. 1,39 Euro kostete zum Wochenbeginn ein Liter Superbenzin.
Wird alles noch viel teurer? Wie lange dauert es noch, bis solche Preissteigerungen auch das Wachstum hemmen? Solche Fragen stellen sich deutsche Verbraucher und ihre Banker, und auch in Washington wurde darüber am vergangenen Wochenende leidenschaftlich diskutiert. Der Internationale Währungsfonds hatte zu seinem Jahrestreffen geladen, und die Finanzminister und Spitzenbanker aus fast allen Ländern der Erde kamen. Ein Thema: natürlich die Krise an den Finanzmärkten. Das andere: die globale Teuerung. Auch erfahrene Finanzmarktprofis machen sich mittlerweile Sorgen. »Wir dürfen die Preisgefahr nicht aus den Augen verlieren«, sagte Bill Rhodes, Vizechef des weltgrößten Geldinstituts, der amerikanischen Citigroup...
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· tar, den 28.10.07 in Börse, Deutschland, Liberalismus, Politik, Probleme, Verschwörung, Wirtschaft
Quelle: spiegel.de
Höchste Geheimhaltungsstufe für ein brisantes Papier: Laut einem Pressebericht soll ein Gutachten der US-Bank Morgan Stanley den geplanten Börsengang der Bahn untersucht haben. Heraus kamen radikale Sparvorschläge - zu Lasten der Steuerzahler und der Kunden.
Auf genau 168 Seiten wird der Börsengang der Bahn durchexerziert - und dargestellt, wie sich der Kapitalmarkt die Strategie einer teilprivatisierten Bahn vorstellt. Im Auftrag der Bundesregierung habe die US-Bank Morgan Stanley damit quasi ein "Drehbuch für den geplanten Börsengang" erstellt, berichtet die "Frankfurter Rundschau" heute. Danach solle der Konzern nach dem Einstieg privater Geldgeber den Zustand der Gleise und Bahnhöfe nur auf "ausreichendem" Niveau halten. Das gelte für Betriebs- wie für Sicherheitstechnik.
Gleichzeitig müsse der Konzern die "Eigenmittelabflüsse" für die Instandhaltung "möglichst gering" halten, raten die Gutachter. Das bedeute: Die teilprivate DB solle bei den Ausgaben für die Wartung radikal sparen, schreibt die "Frankfurter Rundschau" weiter. Der Zeitung zufolge loben die Experten der Investmentbank, dass die Bahn "umfangreiche Analysen" präsentiert habe. Demnach kalkulierten die DB-Experten drei Szenarien durch. Variante 1: die Stilllegung von 2630 Kilometern. Variante 2: die Kappung von 8000 Kilometern. Variante 3: das Aus für 14.000 Streckenkilometer, mehr als 40 Prozent des heutigen Netzes, das noch 34.000 Kilometer lang ist...
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· tar, den 26.10.07 in Amerika, Deutschland, Liberalismus, Lügen, Soziales, Wirtschaft
Quelle: detlef-ouart.de
Laut Spiegel-Online geht der US-Ökonom Edmund Phelps mit der deutschen Wirtschaftspolitik hart ins Gericht. In Mannheim erklärte der Wirtschaftsnobelpreisträger, dass in Deutschland die Arbeitslosenversicherung abgeschafft werden müsse, um wettbewerbsfähig zu werden.
Was die meisten Ökonomen - so auch dieser - immer ausblenden ist, dass unser Arbeitsmarkt in der kapitalistischen Ökonomie kein freier Markt ist. Das Kapital ist in der Lage sich vom Markt zurück zu ziehen und sich erst bei einer ausreichenden Verzinsung für Investitionen bereit zu stellen. Fällt diese Verzinsung zu niedrig aus, wird weniger investiert und die Arbeitslosigkeit steigt. Massenarbeitslosigkeit ist also keine Folge fehlender Kreativität der Arbeitenden, sondern eine Folge des Geldmonopols! Das Kapital muss immer zuerst bedient werden, sonst stellt es sich für Investitionen (in Arbeit) nicht zur Verfügung! ...
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· tar, den 25.10.07 in Amerika, Börse, Deutschland, Europa, Fernost, Krise, Liberalismus, Politik, Soziales, Wirtschaft
Quelle: spiegelfechter.com
Teil 2
Die Auswirkungen der Kreditkrise sind nicht nur auf den Finanzsektor begrenzt, sondern haben auch signifikante Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Die direkten Opfer der Kreditkrise und ihrer Ursachen, sitzen hauptsächlich in den USA. Jede Hypothek, die nicht bedient werden kann, steht für eine Privatinsolvenz. In den ersten sechs Monaten dieses mussten rund 640.000 Zwangsversteigerungen eingeleitet werden. Diese haben den schwächelnden US-Immobilienmarkt Stück für Stück noch weiter unter Druck gesetzt und einen Kreislauf in Gang gesetzt, der sich nur schwer stoppen lässt. Jeder dieser 640.000 Haushalte hatte wahrscheinlich auch andere Kredite, die von der Insolvenz betroffen sind und abgeschrieben werden müssen. Dies und der zusammengebrochene Mark für Kreditrisiken führen zu einer rigideren Kreditvergabe seitens der amerikanischen Geldinstitute – in einem Land, in dem der Konsum 72% des Bruttosozialproduktes ausmacht und die Sparquote negativ ist, drückt dies natürlich aufs Konsumklima, worunter der Handel und letztendlich auch das Dienstleistungsgewerbe und das produzierende Gewerbe leiden.
Als erste Indizien weisen rückläufige Containerzahlen in den größten Häfen der USA und eine rückläufige Nachfrage im Einzelhandel auf ein Abkühlen der US-Wirtschaft hin. Einzelne Branchen, wie die Baubranche, das Handwerk oder die Baumärkte, haben einen herben Auftrags- bzw. Umsatzrückgang zu verzeichnen. All diese direkten Faktoren sind zwar bedeutend, stellen für die gesamte Volkswirtschaft aber ein eher geringes Problem dar, zumal die Opfer meist der Unterschicht und der unteren Mittelschicht angehören. Viel bedeutsamer als die direkten Folgen sind die indirekten Folgen, die weniger durch die Immobilien- und Hypothekenkrise, als mehr durch das in Schieflage geratene Finanzsystem verursacht werden.
Als die Kreditkrise ihren Höhepunkt hatte, war von einem Liquiditätsengpass die Rede. Auch damals stimmte das eigentlich nicht – es war immer genügend Liquidität im Markt, nur wollte niemand handeln, da das Vertrauen in die Marktpartner nicht vorhanden war. Auch wenn die schlimmste Phase der Vertrauenskrise überwunden ist, hat sich daran hat sich daran nicht all zu viel geändert. Institute und Fonds, die „strukturierte Investmentprodukte“ (engl. Abkürzung SIV) in ihrem Portfolio haben, werden in Finanzkreisen als SIV-positiv bezeichnet, so als hätten sie einen tödlichen Virus in ihren Adern. Am Markt herrscht momentan keine Unterliquidität, sondern eine Überliquidität, nur wollen die Kunden ihr Geld in einem sichern Hafen parken, bis das Gewitter sich aufgeklart hat. Kurzfristige US-Staatsanleihen sind derart gefragt, dass der Zinssatz bereits auf 3,7% gesunken ist. Während Investmentbanken und –fonds händeringend (billiges) Kapital fordern, um ihre „Knallfrösche“ zurückzukaufen und aus dem Portfolio zu nehmen, wissen Geschäftsbanken gar nicht so recht, wohin mit dem Geld ihrer Kunden, die plötzlich das Risiko scheuen...
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